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Spanien: Die Realität ist besser als die Wahrnehmung 22.06.2012
INVESCO
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Sorgen über die spanische Schulden- und Bankenkrise haben das Bewertungsniveau der spanischen Aktienmärkte auf zuletzt 2003 gesehene Tiefstände gedrückt, so die Experten von INVESCO.
In ihrer im Juni 2012 veröffentlichten Monthly Summary würden die europäischen Aktienexperten von INVESCO Perpetual in Henley, Großbritannien, die Anlegersorgen und die von der spanischen Regierung eingeleiteten Maßnahmen zur Lösung der strukturellen Probleme des Landes beleuchten. Ihr Fazit: Die Wahrnehmung scheine schlechter als die Realität. Aktuell notiere der spanische Aktienmarktindex IBEX (ISIN ES0SI0000005 / WKN 969223) mit einem hohen Abschlag gegenüber seinem historischen Durchschnitt. Angesichts des pauschalen Risikoabschlags auf spanische Wertpapiere würden die Aktienexperten von INVESCO Perpetual attraktive Anlagechancen in den Aktien gut geführter, erfolgreicher Unternehmen sehen, die von den Märkten zu Unrecht in Sippenhaft genommen worden seien.
Ihre Analyse zeige, dass die umfangreiche spanische Reformagenda von den Märkten zu einem großen Teil ignoriert werde. "Die Vielzahl der in diesem Jahr verabschiedeten Reformen unterstreicht die Entschlossenheit der Regierung, langjährige Probleme und die Sorgen der Marktteilnehmer zu adressieren", schreibe Joel Copp-Barton, European Product Director bei INVESCO Perpetual. Dazu hätten unter anderem strukturelle Reformen zur Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit des Finanzsektors, schärfere Kontrollmechanismen zur Steuerung der regionalen Ausgaben, Maßnahmen zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, Bürokratieabbau und die gezielte Förderung junger Unternehmen gezählt.
"Die gleichzeitige Haushaltskonsolidierung, Restrukturierung des Bankensektors und Lösung langfristiger struktureller Probleme stelle die Regierung vor allem kurzfristig vor große Herausforderungen", sage Copp-Barton. Allerdings gäbe es auch mehrere positive Faktoren, die diesen Prozess erleichtern könnten. So werde der neue Hilfsfonds zur Bezahlung offenstehender Rechnung der spanischen Kommunen und Regionen der Wirtschaft ab Mai zusätzliche Liquidität in Höhe von rund 3,5% des BIP zuführen. Zudem zeichne sich ab, dass sich die Lage im Bausektor aufhelle. Für gewisse Wachstumsimpulse könne schließlich auch die spanische Exportwirtschaft sorgen.
"Kurzfristig kommt es vor allem darauf an, das Marktvertrauen in den Bankensektor wiederherzustellen, was voraussichtlich zusätzliches Kapital erfordern wird. Erst dann wird der Markt die umfangreichen Reformbemühungen richtig einschätzen können", sage Copp-Barton. Die angekündigte EFSF/ESM-Kreditlinie von "bis zu 100 Milliarden" bezeichne er in diesem Zusammenhang als Schritt in die richtige Richtung. Während die Lage kurzfristig schwierig bleiben werde, sei das INVESCO-Team überzeugt, dass die erfolgreiche Umsetzung der Reformen die spanische Wirtschaft mittelfristig auf eine bessere Wachstumsgrundlage stellen werde. Auch gebe es bereits ermutigende Hinweise auf erste Schritte zur Behebung der strukturellen Ungleichgewichte.
Insgesamt würden die Investmentexperten die undifferenzierte Abstrafung spanischer Aktien daher für ungerechtfertigt halten. "Unserer Ansicht nach eröffnet die große Skepsis gegenüber spanischen Wertpapieren einige sehr attraktive Anlagechancen in Unternehmen, die sich durch starke Geschäftsmodelle, eine gute Unternehmensführung und einen hohen Umsatzanteil außerhalb der Eurozone auszeichnen", so Copp-Barton. (22.06.2012/ac/a/m)
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