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Mini Futures auf IBEX 35: Wachstum dank Sonne und Wind - Optionsscheineanalyse


31.10.2024
BNP Paribas

Paris (www.optionsscheinecheck.de) - Die Analysten der BNP Paribas stellen in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate" einen Mini Future Long (ISIN DE000PC61K78/ WKN PC61K7) und einen Mini Future Short (ISIN DE000PC7BSJ4/ WKN PC7BSJ) auf den IBEX 35 (ISIN ES0SI0000005/ WKN 969223) vor.

In Spanien sei der Strom günstig. Dafür würden unter anderem Sonne und Wind sorgen. Darüber freue sich nicht nur der häusliche Endkunde, auch die energiehungrige Industrie atme auf und siedle sich auf der Halbinsel an.

Wer hätte das gedacht? Während Deutschland im kommenden Jahr mit einem Wachstum von 0,8 Prozent das Schlusslicht im Euroraum bilde, werde Spanien voraussichtlich doppelt so stark wachsen, nämlich mit 1,8 Prozent. Dabei spiele vor allem die energieintensive Industrie eine Rolle, sie ziehe es in das Mittelmeerland. Das habe wenig mit den schönen Stränden des Landes oder der vielfältigen spanischen Kultur zu tun, auch wenn beides nicht zu verachten sei, sondern sei schlicht einer ökonomischen Tatsache geschuldet, nämlich dem Strompreis.

In Spanien komme deutlich billigerer Strom aus der Steckdose als in Deutschland. So habe eine Kilowattstunde Strom im zurückliegenden Jahr in Deutschland für den Endkunden unter dem Strich rund 41 Cent gekostet. In Spanien hingegen seien es nur 18 Cent gewesen. Davon profitiere auch die Industrie.

So habe nun auch Amazon den Bau von Rechenzentren in den nördlichen Provinzen Saragossa und Aragonien angekündigt. Ein idealer Standort für die energiehungrigen Hotspots, weil dank zahlreicher Photovoltaik- und Windenergieanlagen viel billiger Strom zur Verfügung stehe. Diese gälten unter Beobachtern als Hauptgrund für den günstigen Strom in Spanien. Zwar stelle das Land von der Menge her betrachtet weniger Strom aus Sonne und Wind her als Deutschland - so habe das Land im zurückliegenden Jahr 42 Milliarden Kilowattstunden Sonnenenergie produziert, in Deutschland seien es über 60 Milliarden Kilowattstunden gewesen -, doch gemessen an der Einwohnerzahl schneide Spanien besser ab. Mit 48 Millionen Einwohnern sei Spanien im zurückliegenden Jahr auf 875 Kilowattstunden Solarstrom pro Kopf gekommen, Deutschland dagegen nur auf 762 Kilowattstunden.


Doch das sei nur die eine Seite der Medaille. Die andere: Es seien auch politische Entscheidungen getroffen worden, die letztendlich die Strompreise insgesamt gedrückt hätten. Während man in Deutschland längere Zeit auf eine Deckelung des Strompreises nach der Preisbildung an der Strombörse gesetzt habe, habe das sogenannte iberische Modell auf eine Senkung gesetzt, bevor an der Börse die Tarife ausgehandelt worden seien. Letzteres scheine erfolgreicher zu sein. Mit Einwilligung der EU-Kommission habe Spanien im Mai 2022 damit begonnen, Gas- und Kohlekraftwerke zu subventionieren. Das Geld solle dazu beigetragen haben, die Betriebskosten zu senken, was insgesamt die Preise an der Strombörse nach unten gedrückt habe.

Die Regelung sei nun ausgelaufen, doch das niedrigere Preisniveau habe sich anscheinend verfestigt. Dazu würden nicht nur Sonnen- und Windkraft beitragen, auch die Kernenergie leiste ihren Anteil. Auch wenn die langfristige Kosten-Nutzen-Rechnung bei Kernkraftwerken fragwürdig sei (Stichwort Entsorgungskosten von Atommüll), würden die Meiler kurzfristig helfen, die Lage am Strommarkt zu entspannen, hätten Experten gesagt. Immerhin habe sich der Anteil der Atomenergie am spanischen Strommix im zurückliegenden Jahr auf mehr als 20 Prozent belaufen, in Deutschland sei der Anteil hingegen auf null gesunken.

Aufgrund der niedrigeren Strompreise rechneten Beobachter mit einer Reindustrialisierung Spaniens. Demnach solle sich vor allem energieintensive Industrie auf der Halbinsel ansiedeln, denn sie profitiere unmittelbar von den tieferen Kosten. So baue etwa VW ein Batteriewerk im nordspanischen Navarra. Es solle 2026 in Betrieb gehen und jährlich bis zu 360.000 Batteriesysteme für VW herstellen. Ob sich der Trend fortsetze, bleibe abzuwarten. Noch verfüge Spanien über eine deutlich geringere Industrialisierung als Deutschland. So trage das verarbeitende Gewerbe in Deutschland rund 20 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, in Spanien seien es nur rund 13 Prozent.

Dennoch werde der Trend unter Beobachtern positiv aufgenommen. Durch die derzeit günstigeren Standortbedingungen in Spanien erhoffe man sich eine Steigerung der spanischen Exporte und damit eine günstige Entwicklung der Gesamtwirtschaft. So habe Spanien 2023 Güter im Wert von 385 Milliarden Euro exportiert, das seien etwa 8 Milliarden Dollar mehr gewesen als im Vorjahr. In Deutschland hingegen seien die Exporte um 2 Prozent gesunken.

Dass Spanien gute Aussichten habe, werde auch an der Börse honoriert. Der Leitindex IBEX 35 könne seit einem Jahr den Euro Stoxx 50 um rund 10 Prozent übertreffen. Das sei nicht immer so gewesen. Erweitere man den Zeitraum auf fünf Jahre, hinke der IBEX noch um gute 10 Prozent hinterher. (Ausgabe Märkte & Zertifikate November 2024) (31.10.2024/oc/a/i)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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