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Unilever untergewichten 18.12.2000
Bankhaus Reuschel
Nach Ansicht der Wertpapierexperten des Bankhauses Reuschel & Co. sollen Anleger die Aktien von Unilever (WKN 860028) untergewichten.
Unilever habe sich nach der Trennung von der Spezialchemie in 1998 ganz auf die Konsumsparten konzentriert. Hier zähle man zu den weltweit führenden Anbietern. Die Gesellschaft sei in den Kerngeschäftsfeldern Nahrungsmittel sowie Körperpflege und Haushaltsprodukte tätig.
Darüber hinaus sei es der Gesellschaft gelungen, sich durch erfolgreiche Akquisitionen in expansiv wachsenden Marktsegmenten zu etablieren. Hier seien beispielsweise die US-Unternehmen Bestfoods (mit bekannten Marken wie Knorr oder Hellmann’s) oder Slim Fast zu nennen. Vor allem die Übernahme von Bestfoods habe einen Meilenstein für Unilever dargestellt. Der durchaus üppige Kaufpreis für Bestfoods von 20,3 Mrd. USD (Umsatz 1999 ca. 8,6 Mrd. USD, Nettoergebnis 720 Mio. USD), hauptsächlich fremdfinanziert, scheine aber gerechtfertigt zu sein, da Bestfoods mit seinen exzellenten Marken zu den weltweit erfolgreichsten Nahrungsmittelherstellern zählen würde. So sei es auch weniger der Kaufpreis der störe, als vielmehr der gewaltige Goodwill von geschätzt 19 Mrd. USD, der jährliche Abschreibungen von rund 950 Mio. USD bei Unilever nach sich ziehe.
Durch den Zusammenschluss sollten allerdings Synergien von wenigstens 500 Mio. USD genutzt werden. Schließlich öffne sich für Unilever mit der Übernahme von Slim Fast (Kaufpreis 2,3 Mrd. USD) der sehr wachstumsstarke US-Ernährungsmarkt für Fitness-und Vitalitätsprodukte (Marktanteil 45%). Insgesamt würde es Unilever mit diesen Akquisitionen in seinem Nahrungsmittelgeschäft ein bedeutender Sprung nach vorne gelingen. Dies sei angesichts des bisher eher schwachen internen Wachstums im Konzern auch erforderlich.
Nach dem enttäuschenden Jahr 1999 hätten sich in 2000 zwar die Zuwachsraten wieder verbessert, seien aber weiterhin unbefriedigend. So sei im 3. Quartal 2000 der Konzernumsatz um 4,6% auf 10,7 Mrd. Euro gestiegen, nach + 2,8 bzw. +0,5% in den beiden Vorquartalen. Der Gewinn je Aktie sei nach Herausrechnung von Sonderfaktoren um 3,75% auf 0,83 Euro gestiegen. Wie schwach das organische Wachstum von Unilever jedoch sei, verdeutliche ausgerechnet die 400 Top-Marken des Konzerns, die im 1. Halbjahr lediglich 3% hätten zulegen können.
Dies solle sich dank des ehrgeizigen Restrukturierungsprogramms ändern, das bis zum Jahr 2004 abgeschlossen sein werde. Erklärtes Ziel seien jährliche Kosteneinsparungen von 1,5 Mrd. Euro. Dem würden jedoch zunächst aber erhebliche Restrukturierungsaufwendungen gegenüber stehen. Außerdem wolle man die Vielzahl der Marken von derzeit 1600 auf 400 “Power-Brands“ reduzieren, die jedoch derzeit ebenfalls nur ein schwaches Wachstum aufweisen könnten.
Unilever befinde sich insgesamt zwar auf dem richtigen Weg. Vieles sei derzeit aber noch Stückwerk. Die Ertragsentwicklung würde daher ebenfalls vorerst schwach bleiben. Die Aktie scheine auf dem derzeitigen Niveau gut bewertet (P/E 2001e 21,3).
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