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Unilever schwache Margenentwicklung im 1H10


06.08.2010
Vontobel Research

Zürich (aktiencheck.de AG) - Jean-Philippe Bertschy, Analyst von Vontobel Research, stuft die Aktie von Unilever (ISIN NL0000009355 / WKN A0JMZB) weiterhin mit dem Rating "reduce" ein.

Nach den gestern veröffentlichen Ergebnissen für das 1H10 hätten die Analysten ihr Finanzmodell leicht angepasst. Angesichts der Verbesserung des Volumenwachstums hätten sie ihre Schätzung für das zugrunde liegende Umsatzwachstum im laufenden Jahr von 3,9% auf 4,3% angehoben. Zudem hätten sie ihre Prognose bezüglich Wechselkurseffekte aktualisiert (von +6,3% auf +8,0%). Bezüglich Marge seien die Analysten etwas vorsichtiger und würden nun eine Margenverbesserung von 20 BP auf 15,0% erwarten (gegen 15,1% zuvor). Dies spiegele die tieferen Margen in Nord- und Südamerika, Asien, Afrika und Mittel- und Osteuropa wider. Für das kommende Jahr würden die Schlüsselannahmen der Analysten größtenteils unverändert bleiben.

Unilever habe gestern den Markt sowohl in Hinblick auf die Umsatzentwicklung (zugrunde liegendes Wachstum von 3,6% ggü. erwarteten 3,8%), als auch in Bezug auf die zugrunde liegende Marge enttäuscht (14,7% ggü. 15,0%). Nach eigenen Angaben habe sich das Unternehmen einem schwierigen Marktumfeld mit hohem Preisdruck und vielen Verkaufsförderungsaktivitäten ausgesetzt gesehen, insbesondere im Bereich Wasch- und Reinigungsmittel sowie bei Haarpflegeprodukten. Das gelte für die Industrienationen aber auch für die Schwellenländer. Die Region Asien, Afrika, Mittel- und Osteuropa habe trotz eines zweistelligen zugrunde liegenden Wachstums einen Margenrückgang gemeldet (die Preise hätten im 1H10 um 3,3% abgebaut).


Das Management glaube dennoch an ein langfristiges, ertraghaltiges Wachstumspotenzial des Unternehmens und habe deshalb weiter in die Marken und den Ausbau der Produktionskapazität investiert, insbesondere in den Schwellenländern (Russland und Indonesien). In der ersten Jahreshälfte seien die Investition um fast 50% auf EUR 753 Mio. gestiegen. Kurzfristig sollte das Marktumfeld mit zunehmendem Konkurrenzdruck und steigenden Input-Kosten allerdings weiter schwierig bleiben.

Die Analystenfeinabstimmung der Prognose habe nur geringfügige Auswirkungen auf die EPS-Prognose für 10E und 11E gehabt (jeweils +1,7% und -2,6%). Basierend auf dieser neuen Prognose werde Unilever zurzeit mit einem P/E 11E von 14,7 gehandelt. Angesichts des relativ schwachen Umsatzwachstums (vor allem im Lebensmittelbereich) und den Ergebnissen des letzten Quartals im Vergleich zur Peergruppe seien die Analysten der Meinung, dass ein Abschlag sowohl für Nestlé (ISIN CH0038863350 / WKN A0Q4DC) als auch für Danone (ISIN FR0000120644 / WKN 851194) gerechtfertigt sei. Zudem bleibe die Preisgestaltung ein Problem für das Unternehmen.

Die Analysten von Vontobel Research halten an ihrer "reduce"-Empfehlung für die Unilever-Aktie fest bei einem neuen Kursziel von EUR 20 pro Aktie. (Analyse vom 06.08.2010) (06.08.2010/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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