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SUSS MicroTec Aktienanalyse: +31,8% Umsatz in Q1 2025 - Analysten uneins - Halten oder kaufen? 21.05.2025
aktiencheck.de
Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Die Aktie der SUSS MicroTec SE (ISIN: DE000A1K0235, WKN: A1K023, Ticker-Symbol: SMHN, NASDAQ OTC-Symbol: SESMF) notiert heute bei 37,96 EUR, was einem Rückgang von -0,105% entspricht (Xetra, 11:24). Diese minimale Kursbewegung steht im Kontrast zur jüngst veröffentlichten starken Q1 2025 Zwischenbilanz.
Zugleich belastete eine zurückhaltende Analystenmeinung von Kepler Cheuvreux, die ihre Beobachtung mit einem "hold"-Rating und einem Kursziel von 40 EUR aufgenommen haben.
Q1 2025 Zahlen: Wachstum auf allen Kanälen SUSS MicroTec legte ein beeindruckendes erstes Quartal hin:
• Umsatz: +31,8% auf 123,2 Mio. EUR (Vorjahr: 93,5 Mio. EUR) • Wachstumstreiber: Besonders stark zeigte sich das Segment Advanced Backend Solutions mit +47,0%. Auch Photomask Solutions legte um 8,6% zu. • Hauptgrund: Die starke Nachfrage nach Bonder-Systemen für KI-Anwendungen trieb den Umsatz an. • CEO Burkhardt Frick: "Wir haben das Geschäftsjahr mit viel Schwung begonnen." • CFO Dr. Cornelia Ballwießer bekräftigte die Prognose für das Gesamtjahr: Umsatz von 470-510 Mio. EUR, Bruttomarge 39-41%, EBIT-Marge 15-17%.
Doch es gibt auch einen Dämpfer: Der Auftragseingang lag mit 88,1 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert (98,3 Mio. EUR), was allerdings auf einen Vorzieheffekt aus dem Q4/2024 zurückgeführt wird.
Markttreiber und Wachstumschancen 1. Künstliche Intelligenz als Wachstumsmotor SUSS MicroTec profitiert enorm von der Nachfrage nach KI-Chips - insbesondere durch Kunden wie Nvidia und deren Partner in der Fertigungskette. Bonder-Systeme, die Chips dreidimensional verknüpfen, sind essenziell für effiziente KI-Systeme.
2. Technologischer Vorsprung Die Systeme von SUSS gelten als hochpräzise und ermöglichen die Fertigung von Advanced Packaging, das zunehmend zur Norm in der Halbleiterproduktion wird.
3. Flexibilität & Resilienz CEO Frick betont die gestiegene organisatorische Agilität. Das Unternehmen habe Lehren aus den pandemiebedingten Disruptionen gezogen und seine Lieferketten optimiert. Dies erhöht die Fähigkeit, auf Nachfrageschwankungen zu reagieren.
4. Erweitertes Kundenportfolio Neue Projekte im Bereich Automotive-Halbleiter und Photonik könnten das Geschäft auf breitere Beine stellen. Die Diversifikation jenseits von Smartphones und KI wird mittel- bis langfristig positiv bewertet.
Risiken im Fokus 1. Geopolitik und Zölle Die Ankündigung neuer US-Zölle auf Halbleiterprodukte und -ausrüstungen sorgt für Unsicherheit. Zwar trifft dies in erster Linie chinesische Unternehmen, doch könnten indirekte Effekte auf europäische Zulieferer wie SUSS nicht ausgeschlossen werden - etwa durch Nachfrageverschiebungen oder Stornierungen.
2. Rückgang im Auftragseingang Der gesunkene Auftragseingang im Q1 ist ein erstes Warnsignal. Zwar wird dies durch Vorzieheffekte relativiert, doch Analysten wie die DZ Bank mahnen zur Vorsicht: "Sollte sich dieser Trend verstetigen, ist das Risiko für Umsatzverfehlungen gegeben."
3. Zyklizität der Halbleiterbranche Ein klassisches Risiko, das bei Tech-Zulieferern stets mitschwingt. Sollte sich die globale Konjunktur stärker abschwächen, wäre auch die Nachfrage nach Halbleiterproduktionsanlagen betroffen.
4. Währungsrisiken Der EUR/USD-Kurs beeinflusst maßgeblich die Exportmargen. Drastische Wechselkursschwankungen, etwa durch Zinsentscheide der Fed oder geopolitische Krisen, sind laut Management nicht in der aktuellen Prognose eingepreist.
Analystenstimmen im Überblick (Stand Mai 2025) • Berenberg: "buy", Kursziel 65 EUR: Analystin Nicole Winkler sprach von einem gemischten Jahresauftakt im Hinblick auf die Profitabilität des Halbleiterausrüsters. Zwar werde der Ausblick etwas vorsichtiger formuliert, doch die Jahresziele halte Winkler weiterhin für erreichbar.
• DZ BANK: "kaufen", Kursziel 50 EUR (zuvor 52 EUR): Laut Armin Kremser sei im Advanced-Backend-Segment eine nachlassende Nachfragedynamik erkennbar. Zwar sei der Ausblick für 2025 derzeit noch nicht ernsthaft gefährdet, doch bestehe ein erhöhtes Risiko negativer Überraschungen. Angesichts der Kurshalbierung seit dem zweiten Halbjahr 2024 halte der Analyst die verhaltenen kurzfristigen Perspektiven jedoch für weitgehend eingepreist.
• Jefferies: "hold", Kursziel 34 EUR (zuvor 30 EUR): Analyst Janardan Menon erklärte, dass sich der rückläufige Auftragseingang beim Halbleiterausrüster voraussichtlich fortsetzen werde. Langfristig sehe Menon die Perspektiven jedoch weiterhin positiv - gestützt durch bestehende Technologien sowie potenzielle Impulse aus neuen Geschäftsbereichen. Diese Chancen und eine leicht erhöhte Margenerwartung würden nun in sein Bewertungsmodell einfließen.
• UBS: "neutral", Kursziel 40 EUR (zuvor 35,80 EUR): Nach Ansicht von Madeleine Jenkins sei die Schwäche im Marktumfeld inzwischen im Kurs eingepreist. Auf dem aktuellen Niveau biete die Bewertung wieder eine gewisse Stabilität. Dennoch mahne Jenkins weiterhin zur Zurückhaltung.
• Warburg: "buy", Kursziel 67 EUR: Analyst Malte Schaumann zeigt sich nach dem Quartalsbericht zuversichtlich, dass das Unternehmen auf einem guten Weg sei, seine Jahresziele zu erreichen. Zudem sehe er im für November geplanten Kapitalmarkttag mit der Vorstellung vielversprechender mittelfristiger Ziele einen potenziellen Kurstreiber.
Fazit: Abwarten mit Blick auf Flexibilität SUSS MicroTec bleibt ein spannender Wachstumswert mit KI-Fantasie, aber auch erhöhtem Risiko. Die Quartalszahlen bestätigen die operative Stärke - doch Analystenmeinungen wie jene von Kepler Cheuvreux zeigen, dass der Markt vorsichtiger wird. (21.05.2025/ac/a/nw)
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