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bet-at-home.com der Glücksspielmarkt ist nicht abschottbar 08.04.2011
Warburg Research
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Susanne Schwartze, Analystin von Warburg Research, stuft die Aktie von bet-at-home.com (ISIN DE000A0DNAY5 / WKN A0DNAY) weiterhin mit "kaufen" ein.
Der Sonder-Gipfel der Ministerpräsidenten zum Glücksspiel-Staatsvertrag habe nicht den erhofften Ausgang gebracht. Statt eines konsistenten, EU-konformen Gesetzentwurfes, der die Ziele Suchtprävention, Markttransparenz und Betrugsvereitelung ebenso wie Mittelaufkommen für die öffentlichen Haushalte und für wohltätige Zwecke schlüssig überein bringe, habe sich eine mehrheitliche Einigung auf einen umstrittenen Kompromiss ergeben.
Dieser Vorentwurf müsse weitreichend modifiziert und spezifiziert werden, damit er am 9. Juni von allen Ministerpräsidenten unterzeichnet werden könne und dann ein EU- und kartellrechtskonformer Entwurf vorliege. Ansonsten würden die umfangreichen juristischen Auseinandersetzungen anhalten. Damit würden die Ziele weiterhin nicht erreicht werden.
Die grundsätzliche Einigung vom 10. März 2010, den Markt für Sportwetten für private Anbieter zu öffnen, bleibe bestehen. Es sollten sieben Lizenzen vergeben werden. Diese Festlegung dürfte angefochten werden. Die Anzahl sei gering und willkürlich gewählt. So seien in Frankreich bisher 36 Lizenzen vergeben worden. Allein für Online-Wetten und -Spiele gebe es weltweit 650 Anbieter mit über 2.400 Seiten, hinzukämen die stationären Anbieter.
Die Abgabenhöhe von 16,67% auf das Wettvolumen entspreche der Lotto-/Oddsetabgabe. Üblicherweise würden jedoch bei Sportwetten rund 93% des Wettvolumens wieder als Gewinne ausgeschüttet, weitere rund zwei Prozentpunkte als Boni erstattet. Damit sich das Geschäft für die Wettanbieter künftig noch rechne, müssten die Gewinnausschüttungen auf 75 bis 80% des Wettvolumens zurückgehen. Das wäre deutlich unattraktiver für die Spieler und würde nur funktionieren, wenn der Markt abgeschottet und auf die lizenzierten Anbieter begrenzt würde.
Diese Annahme sei jedoch nicht realistisch. Zudem würden diese Abschottungsversuche einen erheblichen regulatorischen und organisatorischen Aufwand verursachen. Es sei vielmehr davon auszugehen, dass Spieler und nicht-lizenzierte Anbieter dennoch Mittel und Wege zueinander finden würden. Dem geringen Lizenzaufkommen stünden dann die genannten Aufwendungen gegenüber; der Großteil des Wettgeschäftes werde illegal ablaufen und damit die Ziele Suchtprävention, Markttransparenz, Betrugsvermeidung ad absurdum führen.
"Abschreckendes" Beispiel für wenig zielführende Regulierung und damit Liberalisierung sei Frankreich, wo zwar 36 Lizenzen vergeben worden seien, aber mit mehr gerechnet worden sei und nur rund 20% des Marktes hätten legalisiert werden können. Als Ursache werde eine Wettvolumen-Abgabe von 7,5% (D. sogar 16,7%!) vermutet. In Italien habe es zunächst ebenfalls ein restriktives Modell gegeben. Die Lizenzen seien nicht abgenommen worden, bis tatsächlich eine unternehmerisch sinnvolle Marktöffnung eingeleitet worden sei.
Statistische Auswertungen der bereits liberalisierten Märkte (H2/ egaming review) hätten ergeben, dass mit der Besteuerung des Gross Gaming Revenue (Wettvolumen abzüglich Gewinnausschüttungen) statt des Wettvolumens ein höherer Anteil des Marktes legalisiert werden könne und das Abgabenaufkommen ebenfalls höher sei. Berechnet worden sei auch der Zusammenhang zwischen Höhe des Steuersatzes und legalisiertem Marktanteil sowie zwischen Höhe des Steuersatzes und Abgabenaufkommen.
Ein 5%-Steuersatz auf den Gross Gaming Revenue von ca. 7% entspreche einer Marktlegalisierung von 95%, bei 20% Abgaben nur noch 60%. Jeder Prozentpunkt Anstieg der Abgabenquote verbessere das Aufkommen nur um 0,5%, dieser Wert falle mit steigendem Abgabensatz. Ab 15% falle auch das absolute Aufkommen, da die Anbieter gar nicht in den Markt einsteigen würden.
Für bet-at-home sei der deutsche Markt mit einem geschätzten Anteil von 20% nicht unbedeutend. Sollte sich der Einstieg jedoch zunächst nicht rechnen, werde sich bet-at-home auf anderen europäischen Märkten wie Italien oder Osteuropa stärker engagieren.
Da die Analysten von Warburg Research davon ausgehen, dass zumindest mittelfristig der deutsche Markt als strikt regulierte Enklave nicht haltbar ist, halten sie ihr Szenario aufrecht und bekräftigen das Kursziel von EUR 47 und die Kaufempfehlung für die bet-at-home.com-Aktie. (Analyse vom 08.04.2011) (08.04.2011/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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