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Transocean Q3'2010-Zahlen verfehlen die Erwartungen


04.11.2010
Vontobel Research

Zürich (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von Vontobel Research, Fabian Haecki, bestätigt in der aktuellen Ausgabe von "Vontobel Morning Focus" seine "hold"-Einschätzung für die Transocean-Aktie (ISIN KYG900781090 / WKN 886661).

Die von Transocean gestern nach Marktschluss in den USA veröffentlichten Ergebnisse für das 3. Quartal 2010 hätten die Schätzungen der Analysten und die Konsenserwartungen verfehlt. Der Umsatz sei um 18% auf USD 2.309 Mio. zurückgegangen und habe damit 5% unter den Erwartungen (VontE: 2.438 Mio., Konsens: 2.425 Mio.) gelegen. Das EBIT liege bei USD 645 Mio. (Marge: 27,9% ggü. 33,9% im 3Q09), und der Reingewinn sei um 62% auf USD 378 Mio. zurückgegangen (VontE: 438 Mio., Konsens: 426 Mio.).

Dieser Entwicklung würden unerwartet hohe Nettofinanzkosten und Steuern zugrunde liegen. Die finanziellen Auswirkungen der Explosion auf der Bohrplattform Deepwater Horizon seien im 3Q mit netto CHF 27 Mio. begrenzt gewesen. Darin enthalten seien Rechtskosten, Kosten für interne Untersuchungen und erhöhte Versicherungsprämien.


Der Umsatz für das 3Q10 sei um 18% hauptsächlich aufgrund der niedrigeren Kapazitätsauslastung sowie tieferen Tagesraten gesunken. Die Zahl der gelagerten oder ungenutzten Plattformen sei in den letzten 12 Monaten von 29 auf 42 gestiegen, insbesondere im Markt der Standard-Kräne. In der Folge sei der Umsatz bei den Kränen im Jahresvergleich um 41% eingebrochen. Zudem habe der niedrigere Standby-Tarif während dem Moratorium im Golf von Mexiko einen Umsatzrückgang von USD 130 Mio. verursacht. Der zyklische Kranmarkt scheine sich jedoch preislich stabilisiert zu haben und das Ultratiefwasser-Segment habe sich als ziemlich widerstandsfähig erwiesen.

Die Analysten würden erleichtert feststellen, dass sich die finanziellen Auswirkungen des Unfalls auf Deepwater Horizon für Transocean bisher in Grenzen halten, bleiben jedoch vorsichtig aufgrund der 291 ausstehenden Klagen und Prozessen gegen das Unternehmen bei den US-Gerichten. Dennoch scheine die schlechte Qualität von Halliburtons Zementmischung einer der Hauptgründe des Unfalls zu sein, was zu einem Freispruch von Transocean führen könnte.

Das Ergebnis des 3Q10 sei etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben, könne aber noch immer als solide betrachtet werden, zumal das 3Q durch die Ermittlungen im Zusammenhang mit der Explosion auf der Deepwater Horizon und das Moratorium im Golf von Mexiko überschattet gewesen sei. Angesichts Hunderter von anhängigen Rechtsstreiten würden die Analysten vorsichtig bleiben, aber die allgemeine Annahme, dass die Katastrophe in erster Linie auf eine fehlerhafte Zementmischung zurückgehe (die von Halliburton stammte), würde Transocean bis zu einem gewissen Grad vom Vorwurf der groben Fahrlässigkeit entlasten.

Die Analysten von Vontobel Research werden ihre Schätzungen für die Transocean-Aktie leicht nach unten korrigieren, bestätigen aber ihr "hold"-Rating und werden das Kursziel von CHF 65 überprüfen. (Analyse vom 04.11.2010) (04.11.2010/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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