|
Analysen - Neuer Markt
|
02.04.2001
Cybio Vorsicht angebracht
Der Anlegerbrief
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Die Wertpapierspezialisten vom Anlegerbrief sind der Ansicht, dass bei Cybio (WKN 541230) Vorsicht angebracht ist.
Auch scheinbar solide Werte seien von den jüngsten Turbulenzen nicht verschont geblieben. So habe zum Beispiel CyBio vor wenigen Tagen mit der Umstellung der Bilanzierung von HGB auf US-GAAP für Aufsehen gesorgt, denn das beste Ergebnis der Firmengeschichte habe sich Blutrot verfärbt, nachdem das Aktienoptionsprogramm als Personalaufwand verbucht werden musste. Dies würde bedeuten, dass in den Jahren 2000 bis 2002 ein Gesamtaufwand von ca. 13 Mio. Euro ausgewiesen werden müsse, von dem 6 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr angefallen seien. Dies führe zu einem Verlust von 4 Cents je Aktie.
Fundamental habe sich jedoch nichts geändert, denn der Umsatz habe von 11,6 Mio. auf 21 Mio. Euro zugelegt und das EBIT habe sogar auf 4,5 Mio. Euro verzehnfacht werden können. Im laufenden Geschäftsjahr sollte eine Umsatzsteigerung auf 34 Mio. Euro bereits wieder schwarze Zahlen ermöglichen und im Jahr 2002 sollte ein Gewinn von 0,5 bis 0,9 Euro je Aktie erwirtschaftet werden. Trotzdem errechne sich dabei auf Basis eines Kurses von 47 Euro noch immer ein stolzes KGV von 52 bis 94 und selbst wenn in der diesjährigen Hauptversammlung eine Dividende von mindestens 25 Cents je Aktie vorgeschlagen würde, so hätte dies lediglich den Stellenwert einer symbolischen Geste.
Wesentlich aussagekräftiger sei der Umstand, dass sich die Großaktionäre des Unternehmens zurückziehen. Seit Januar habe sich die Venture-Capital-Gesellschaft der Jenoptik-Gruppe vollständig aus ihrer Beteiligung an CyBio zurückgezogen. Bei vorsichtigen Anlegern sollte die rote Laterne aufleuchten, denn CyBio sei mit Geräten zur Laborautomation ein reiner Zulieferbetrieb und verdiene im Gegensatz zu Aurora Biosciences nicht an der Entwicklung neuer Medikamente.
Nach Schätzungen des Anlegerbriefes zufolge, sollte sich bis zum Jahr 2005 das Umsatzpotential mit maximal 100 Mio. USD in engen Grenzen halten. Bei einem Kurs von 47 Euro würde diesem Wert noch immer eine Marktkapitalisierung von 188 Mio. Euro gegenüberstehen. Sollte es dem Unternehmen bis dahin nicht gelingen in den Dienstleistungsbereich einzusteigen, drohe langfristig eine Gewinnerosion. Genau diese Überlegungen könnten auch die DEWB zum Verkauf veranlasst haben.
|