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Analysen - Ausland
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17.08.2005
Reuters halten
Helaba Trust
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Der Analyst Florian Leinauer von der Helaba Trust empfiehlt weiterhin, die Aktien von Reuters (ISIN GB0002369139/ WKN 911958) zu halten.
Die Gesellschaft habe im ersten Halbjahr 2005 die Erlöserosion stoppen können.
So sei der Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2005 nur noch um 2,6% auf 1,14 Milliarden GBP gesunken. Auf vergleichbarer Basis hätten die wichtigen Abonnementerlöse im zweiten Quartal sogar erstmals wieder gesteigert werden können. Das EBITA habe sich um 15,6% auf 110 Millionen Euro verbessert. Aufgrund eines Buchgewinns im Vorjahr sei der Vergleich auf Ebene des Konzerngewinns verzerrt worden und habe bei 133 Millionen GBP gelegen.
Für das zweite Halbjahr habe die Konzernleitung ein organisches Wachstum der Abonnementerlöse von 1 bis 2% in Aussicht gestellt. Diese Vorgabe bewege sich im Rahmen der Erwartungen. In den nächsten Jahren sei aber mit keiner allzu hohen Erlösdynamik zu rechnen. Für zusätzliche Impulse solle daher die Wachstumsstrategie "Core Plus" sorgen. Diese sehe sowohl eine inhaltliche als auch eine regionale Expansion vor. So solle unter anderem das elektronische Handelsgeschäft mit Aktien, Renten und Währungen sowie die Präsenz in den aufstrebenden Wirtschaftsnationen China und Indien gestärkt werden. Erklärtes Ziel sei es, das adressierbare Marktvolumen für den Konzern von aktuell 6 Milliarden GBP auf 11 Milliarden GBP auszubauen und das Umsatzwachstum bis 2008 auf 6% pro Jahr zu steigern.
Demgegenüber würden ab 2006 erhöhte Investitionsaufwendungen von jährlich 75 Millionen GBP stehen. Hinzukommen würden in den nächsten Jahren weitere Restrukturierungskosten in Höhe von 180 Millionen GBP, die bis 2010 zu jährlichen Einsparungen von 150 Millionen GBP führen sollten. Im nächsten Jahr werde daher die operative Marge von 17% auf 12% gedrückt. Auch 2007 würden die Belastungen überwiegen.
Entsprechend müsse man die Gewinnprognosen für 2005 bis 2007 merklich nach unten revidieren. Für 2008 würden sich aber wahrscheinlich positive Ertragseffekte einstellen. Gleichzeitig habe das Management ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von einer Milliarde GBP angekündigt, um die Auswirkungen auf das Ergebnis je Aktie zu begrenzen.
Die reduzierten Ertragsschätzungen am kurzen Ende würden sich auch in den entsprechenden Bewertungsrelationen widerspiegeln. So liege die Bewertung derzeit mit einem EV/EBITDA-Multiple von 12,6 über dem Median der Jahre 1994 bis 2004, der bei 12 liege. Zudem sei die Vergangenheit von der Übertreibungsphase von 1999 bis 2001 verzerrt. Hinzu komme die im Vergleich zu den 90er Jahren deutlich geringere operative Marge sowie die verschlechterten Wachstumsperspektiven für das angestammte Kerngeschäft. Auch im Peer Group-Regressionsmodell wirke die Aktie relativ teuer.
Allerdings würden diese kurzfristig orientierten Bewertungsmaßstäbe die positiven Effekte der neuen Wachstums- und Restrukturierungsoffensive nur unzureichend widerspiegeln. Daher erscheine die Aktie nicht überbewertet. Kritisch für den weiteren Kursverlauf sei allerdings, dass die Geschäftsentwicklung eine sukzessive Annäherung an die mittelfristigen Zielvorgaben erkennen lasse. Im Umfeld von Berichterstattungen könne der Titel daher zu einer erhöhten Volatilität neigen.
Die Analysten von Helaba Trust empfehlen weiterhin, die Aktien von Reuters zu halten.
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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