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Analysen - Neuer Markt
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19.03.2001
Constantin günstig bewertet
Doersam-Brief
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www.optionsscheinecheck.de
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Selbst Qualitätsaktien wie Constantin Film (WKN 580080) wurden während der Verkaufspanik am Neuen Markt überrollt, berichten die Analysten von „Doersam-Brief“.
Mit einem derzeitigen Börsenwert von 267 Mio. Euro sei das bayerische Medienunternehmen zur Zeit im Sonderangebot zu haben. Während der Hausse am Neuen Markt seien Anleger bereit gewesen, allein für die attraktiven Filmpakete mehr zu bezahlen als die Firma heute wert sei. Große Banken hätten die günstige Situation schon erkannt und ihre Portfolios mit vornehmlich im Nemax-50-Index notierten Medienaktien bestückt, wie sonst sei der Kursanstieg der Constantin-Aktie von über 80% binnen zwei Monaten zu erklären?
Die Analysten würden aus heutiger Sicht die Sorge, Eichinger (25,2%) Kirch (24,2%) und Haffa (16,5%) könnten ihre Beteiligungen abstoßen oder reduzieren, für unwahrscheinlich halten. Denn jeder der Drei könne seine Anteile nur mit Zustimmung der Partner verkaufen. Zudem habe z. B. EM.TV trotz angespannter Liquiditätslage bisher noch kein Verkaufsinteresse bekundet. Andererseits dürfte die Kirch-Gruppe auch nicht an einer mehrheitlichen Übernahme interessiert sein, da dem Münchner Medienmanager für einen solchen Schritt aktuell die Mittel fehlen würden. Kirch müsste sich allenfalls mit einer Aufstockung seiner Firmenanteile zufrieden geben. Somit sei Constantin zum Objekt der Begierde – insbesondere für kapitalkräftige strategische Investoren – geworden.
Gemäß vorläufigen Angaben habe der Filmproduzent das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) gegenüber dem Vorjahr um 11,2 Mio. Euro auf 6,4 Mio. Euro gesteigert und somit über Plan gelegen. Der Konzernumsatz sei um 51,5 Mio. Euro auf 116 Mio. Euro ebenfalls höher als erwartet geklettert. Ende März würden die endgültigen Zahlen bekannt gegeben. Für das laufende Jahr plane die Company bei einem Konzernumsatz von 140 Mio. Euro ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 14 Mio. Euro. Damit würde sich die EBIT-Rendite von 6% auf 10% erhöhen.
Das Medienunternehmen besetz im deutschen Filmverleih mit einem Marktanteil von über 14% und 19 Mio. Kinobesuchern in 2000 die Spitzenposition. Man habe im letzten Geschäftsjahr den Anteil der Eigenproduktionen an den insgesamt 27 neu veröffentlichten Filmen auf über 50% gesteigert.
Nach Analysten-Meinung sei die Strategie, mehr Qualität statt Quantität zu produzieren, dabei voll aufgegangen. Dieses Jahr wolle der Konzern 25 Kinofilme und 12 hochwertige TV-Streifen veröffentlichen. So auch vier Produktionen in englischer Sprache – wie zum Beispiel „Resident Evil“, die Verfilmung eines der weltweit erfolgreichsten Videospiele. Da die Firma mit vier deutschen Banken eine Kreditlinie von 140 Mio. Dollar ausgehandelt habe, sei die Filmproduktion bis zum Jahresende 2004 gesichert.
Um die weltweite Marktpräsenz zu erweitern, sei das Unternehmen Joint-Ventures mit Propaganda Films und Impact Pictures eingegangen. Zudem plane Constantin die Kernbereiche der Herstellung von Kino- und TV-Filmen um die Sparte Kino- und TV-Animationen zu erweitern und der Produktionsbereich Werbefilm und Musikvideo solle vergrößert werden. Wegen der sehr guten Positionierung im deutschen Mediensektor, der soliden Finanzsituation (100 Mio. Mark Liquidität, positiver Cashflow, sechs Mio. Aktien genehmigtes Kapital), einer profunden Branchenkenntnis und wegen der guten Reputation des Produzenten und Starregisseurs Bernd Eichinger, sei der Titel ein Basisinvestment im Mediensektor. Auch hinsichtlich eines möglicherweise schon bald wieder aufflackerndes Interesse strategischer Investoren würden die Aktien interessant bleiben.
Für das Jahr 2002 würden Analysten im Mittel mit einem Gewinn von 0,94 Euro pro Anteilsschein rechnen. Die Aktien würden bei einem Kurs von 20 Euro ein KGV von 21 aufweisen, womit sie für ein Unternehmen, das regelmäßig seine Gewinn- und Umsatzprognosen übertreffe, günstig bewertet seien. Zuletzt habe der sich Wert durch eine hohe relative Stärke ausgezeichnet. Der Aktienkurs habe um 5% zugelegt, während der Nemax Media Kursindex seit Jahresbeginn um ca. 25% abgerutscht sei. Daher sei Constantin nach einer Beruhigung der Märkte ein klarer Kauf. Derzeit gelte jedoch noch die Devise: Pulver trocken halten!
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