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Analysen - Ausland
14.03.2001
Fuji Photo attraktiv bewertet
Bluebull

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Fuji Photo Film (WKN 854607) gehört zu den zwei führenden Produzenten von Photozubehör, so die Analysten von Bluebull.

Das Unternehmen sei Marktführer im Bereich der Digitalkameras, in dem es Produkte sowohl entwickele, als auch herstelle. Es sei berichtet worden, dass Fuji Photo Film kurz davor stehe, den erwarteten Kauf eines 25%-Anteils am Joint Venture Fuji Xerox von der Xerox Corp. (USA) abzuschließen. Der Preis hierfür würde bei etwa 180 Mrd. JPY liegen. Durch diesen Kauf würde der Anteil von Fuji Film an dem Joint Venture auf 75% erhöht. Somit würde Fuji Xerox nicht länger eine Beteiligung von Fuji sein, sondern ein Tochterunternehmen.

Der schwache Gewinn im Geschäftsjahr 1999 sei allerdings größtenteils konjunkturbedingt gewesen. Schätzungen zufolge seien 42% des operativen Gewinns von Fuji Film auf den schwachen Yen sowie auf die Änderung des Status von Fuji Xerox zurückzuführen. Es werde erwartet, dass Fuji Film eine stärkere Strategie in China implementieren werde, die auch durch die Übernahme von Geschäftsbereichen von Xerox vorangetrieben werde. Bereits vor einiger Zeit habe Fuji Film die Geschäfte von Xerox Corp. in China und Hong Kong für 550 Mio. USD übernommen. Angeblich wolle man nun die Kopierstationen von Xerox in China als Ausgangsplattform für einen Eintritt in den dortigen Photographiemarkt nutzen.

Gleichzeitig verhandele man mit dem führenden Hersteller von Photofilmen in China, Lucky Films, über die Übernahme einer 50%-Beteiligung. Lucky sei derzeit das einzige chinesische Unternehmen der Branche ohne ausländische Kapitalbeteiligung. Fuji wolle nun mit seinem amerikanischen Konkurrenten Kodak gleichziehen, der bereits drei Filmproduzenten in China übernommen habe. Die Übernahme würde den Marktanteil über die derzeitigen 30% hinaus steigern.

Nach Angaben von Fuji sei der Verkauf von Farbfilmen in Europa stark angestiegen. In Amerika habe ebenfalls ein Anstieg zu Buche gestanden, während der Verkauf in Japan stagniert habe. Das Unternehmen habe bestätigt, dass sein Marktanteil sich in Amerika auf 25% erhöht habe. Während Kodak bekannt gegeben habe, dass alle Marktteilnehmer in Amerika im Kalenderjahr 2000 etwa 3% weniger Produkte ausgeliefert hätten, scheine dies für Fuji nicht zuzutreffen. Durch die Ausweitung der Produktionskapazitäten in den USA sei Fuji nun in der Lage, „on time“ zu produzieren, wodurch die Wettbewerbsposition gestärkt und die Lagerbestände gesenkt worden seien. Darüber hinaus werde durch eine Zusammenarbeit mit Wal-Mart die Markenbekanntheit und der Marktanteil von Fuji in den USA gesteigert.

Die Verkäufe von Fujis Digitalkameras dürften sich im Fiskaljahr 2001 verdoppeln, obwohl die Popularität von Niedrigpreismodellen und die negativen Währungseffekte auf die durchschnittlichen Verkaufspreise drücken würden. Die Margen bei Digitalkameras seien zwar niedriger als die bei klassischen Photosystemen, aber das Absatzvolumen steige deutlich an. Indem man preisgünstigere Modelle anbiete, könne man seinen Marktanteil in den USA weiter erhöhen. Im Preiswettbewerb dürfte Fuji gut bestehen können, da mehr als die Hälfte seiner Produktion in China stattfinde und die Hauptkomponenten wie Linsen und Akkus vom Unternehmen selbst hergestellt würden. Fujis Produktionskapazität wurde auf 4,8 Mio. Einheiten jährlich ausgebaut und man erwarte, diese Menge im Geschäftsjahr 2001 auch abzusetzen. Wenn Fujis Strategie erfolgreich sei, dürfte sich der weltweite Marktanteil von etwa 20% auf etwa 25% erhöhen.

Der Verkauf von digitalen Klein-Photolaboren bleibe stark. Man erwarte im Fiskaljahr den Verkauf von 4.000 Einheiten und von 10.000 Einheiten im Laufe des Kalenderjahres 2001. Fuji schätze, dass sein Marktanteil in diesem Segment bei 90% liege. Dieser sei vor allem auf die hohen Qualitätsstandards zurückzuführen, die durch Fujis Laserdrucktechnologie erreicht würden. Die Verkäufe seien besonders stark in den Vereinigten Staaten sowie in Großbritannien, wo der Drogist Boots einer der Hauptabnehmer sei. Das Management von Fuji erwarte, dass die Verkäufe von LCD-Materialien weiter um 20% jährlich wachsen würden. Bis zum Fiskaljahr 2003 wolle man einen Umsatz von 60 Mrd. JPY in diesem Bereich erreichen. Bei Breitbildfilmen, wo Fuji der einzige Ausrüster sei, sei das Wachstum am stärksten.

Nach dem jüngsten Kurssprung, der durch Währungsfaktoren und durch die positive Stimmung in Bezug auf Fujis Expansionsstrategie hervorgerufen worden sei, liege die Aktie am oberen Ende seiner Tradingrange, die zwischen 38 und 47 Euro verlaufe. Sowohl das Momentum als auch der MACD würden Kaufsignale generieren. Durch die schwache japanische Währung könne die Aktie zunächst weiter steigen und die obere Begrenzung der Tradingrange testen. Unterstützung würden sowohl die verbesserten Fundamentaldaten als auch der Bruch der 38-Tage-Linie liefern. Der Aktienkurs habe auf dem Weg nach oben allerdings zunächst die 200-Tage-Linie zu überwinden.

Der Aktienkurs dürfte weiter positiv beeinflusst werden durch bestimmte Faktoren wie ein starkes Gewinnwachstum, eine schwache Währung und das weitere Vorantreiben der Chinastrategie. Daher erscheine die Bewertung der Aktie attraktiv. Es werde erwartet, dass Fuji Xerox etwa 42 Mrd. JPY zum operativen Gewinn von Fuji im Geschäftsjahr 2002 beitragen könne, wenn es den Status eines Tochterunternehmens habe. Darüber hinaus dürften Synergien erzielt werden aus der engeren Zusammenarbeit von Fuji und Fuji Xerox im Bereich der Heimprodukte, wie zum Beispiel Digitalkameras und Drucker.


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