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Analysen - Ausland
29.07.2005
Austrian Airlines reduzieren
Erste Bank

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Gudrun Egger, Analystin der Erste Bank, bewertet die Austrian Airlines-Aktie (ISIN AT0000620158/ WKN 875224) mit "reduzieren".

Die diese Woche von Austrian Airlines veröffentlichten Halbjahresergebnisse hätten im Rahmen der Erwartungen gelegen. Der operative Verlust von -93,3 Mio. Euro sei im Wesentlichen durch die stark gestiegenen Kerosinpreise (Spitzen von über 600 US-Dollar/Tonne) sowie durch die gestiegenen Personalkosten und eine Auslastungsschwäche geprägt gewesen. Die Flugumsätze seien im ersten Halbjahr um 3,1% auf 1.013,1 Mio. Euro gestiegen, die Betriebsaufwendungen hätten 1.175,3 Mio. Euro erreicht, was einer Steigerung von 8,1% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspreche.

Allein der Treibstoffaufwand sei im ersten Halbjahr um 42,1% auf 181,7 Mio. Euro gestiegen und habe damit einen Anteil von 15,5% an den Gesamtkosten (1. Halbjahr 2004: 11,6%) erreicht. Der durchschnittliche Kerosinpreis habe mit 517 US-Dollar pro Tonne über den Erwartungen der Analysten gelegen. Die Expansionsstrategie im Linienverkehr sei fortgeführt, allerdings das Kapazitätswachstum auf Grund der schwächeren Nachfrage verlangsamt worden.

Die angebotenen Sitzkilometer seien um 4,2% gesteigert worden, die ausgelasteten Passagierkilometer hätten sich um 2,3% erhöht. Dadurch sei der Passagierfaktor mit 1-3 Prozentpunkten auf 69,8% rückläufig gewesen. Da die Analysten auch im zweiten Halbjahr von einem anhaltend starken Wettbewerb mit verbundenem Preisdruck sowie hohen Kerosinpreisen (sie würden keinen signifikanten Rückgang des Kerosinpreises unter 550 US-Dollar pro Tonne erwarten) ausgingen, würden sie ihre Ergebnisschätzungen reduzieren.

Die Analysten würden nun einen Verlust pro Aktie für 2005 von -2,03 Euro (nach -1,26 Euro) erwarten und auch für 2006 gingen sie von einem Verlust von -0,15 Euro pro Aktie (nach 0,42 Euro) aus. Sie würden im laufenden Jahr eine leichte Erhöhung der Nettoverschuldung und ab 2006 wieder eine Fortführung des langfristigen Schuldenabbaus erwarten.

Aus heutiger Sicht sei es nicht sinnvoll, langfristige Bewertungsmodelle wie eine DCF-Bewertung heranzuziehen, um die Austrian Arlines-Aktie einzuschätzen, da zu viele Unsicherheitsfaktoren hinsichtlich des Wettbewerbsumfeldes und der Kerosinpreisentwicklung bestünden.

In einem Vergleich mit anderen Airlines ist die Austrian Airlines-Aktie derzeit jedenfalls immer noch kein Schnäppchen und daher reduzieren die Analysten der Erste Bank ihr Kursziel von 6,00 auf 5,50 Euro und bestätigen ihre "reduzieren"-Empfehlung.

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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