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Analysen - Ausland
12.03.2001
Chiron exzellente Ausgangspos.
EveryBuddy`s Trade

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Chiron (WKN 869640) ist ein großes Biotech-Unternehmen, das sich auf die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Biopharmaka, Impfstoffen und Produkten für Bluttests spezialisiert hat, berichten die Analysten von „EveryBuddy’s Trade“.

Der schweizerische Konzern Novartis, ein führender Produzent von Chemikalien und Medikamenten, halte eine 44%ige Beteiligung an Chiron. Im vergangenen Geschäftsjahr seien Biopharmaka zu 29 Prozent für die gesamten Umsätze verantwortlich gewesen, Impfstoffe hätten 37 und Bluttests 15 Prozent der Einkünfte generiert. Das Präparat Proleukin sei das führende therapeutische Produkt, das von dem Unternehmen auf den Markt gebracht worden sei. Das Medikament basiere auf einer Rekombination von Interleukin-2, einem Protein, das vom Körper zur Produktion von weißen Blutkörperchen erzeugt werde, die zur Bekämpfung von Infektionen dienen würden.

Proleukin werde zur Zeit für die Behandlung von Nierenkrebs und Melanomen verwendet. Ein weiteres Medikament, Betaseron, diene der Verzögerung der Auswirkungen von Multipler Sklerose auf den Körper. Die Vermarktung und der Vertrieb dieses Produktes werde durch die amerikanische Schering-Tochter Berlex Laboratories vorgenommen. Der Geschäftsbereich Impfstoffe stelle traditionelle pädiatrische und Fieberimpfstoffe her, die durch Niederlassungen in Deutschland, Italien und anderen europäischen Ländern vertrieben würden. Weitere Impfstoffe würden die Prävention von Meningitis, Masern, Röteln, Hepatitis A & B, Tuberkulose, Cholera und anderer Krankheiten betreffen. Zudem beziehe Chiron von den Pharmakonzernen Merck und SmithKline-Beecham Lizenzgebühren für den Verkauf seiner Produkte.

Die von Chiron angebotenen Bluttests würden im Rahmen eines Joint Ventures mit der Johnson & Johnson-Tochter Ortho durchgeführt. Hierbei handele es sich vornehmlich um Diagnosetests für Hepatitis und das HIV-Virus, wobei Chiron Forschung und Antikörpererforschung übernehme, Ortho hingegen für die Durchführung und Vermarktung der Untersuchungen zuständig sei. Die resultierenden Gewinne würden unter den beiden Unternehmen auf paritätischer Basis geteilt. Im Oktober 2000 habe sich Chiron einen Kooperationsvertrag mit Roche Biosciences gesichert, der dem Unternehmen Einnahmen aus Lizenzverträgen garantiere und die Vertriebskanäle von Chiron essentiell erweitere.

Vergangenes Jahr habe das Unternehmen die Biotech-Firma Pathogenesis für ca. 700 Millionen US$ in bar akquiriert. Die Übernahme habe Chiron in den Besitz von TOBIN gebracht, einem Medikament, das der Behandlung der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose diene. Zur Zeit arbeite Chiron an der Entwicklung neuartiger Impfstoffe zur Behandlung ernsthafter Sepsis, Tetanus und zur Bekämpfung von Krebszellen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr seien die Umsätze um 27 Prozent auf 972,1 Millionen US$ gestiegen, was vor allem auf einen starken Anstieg in den Verkäufen der von Chiron hergestellten Impfstoffe zurückzuführen sei.

Im operativen Geschäft seien die Gewinne um 87 Prozent auf 16,1 Millionen US$ gefallen. Dieser starke Rückgang finde seine Begründung in Abschreibungen in Höhe von 171,6 Millionen US$, die im Zusammenhang mit dem Wertverfall der High-Tech-Ausrüstung im Produktionsprozeß gestanden hätten. Auffällig sei, dass Chiron als eines der wenigen Biotech-Unternehmen trotz der immensen Zusatzbelastung letztes Jahr einen Gewinn habe ausweisen können. Dies stelle in diesem Technologiebereich eher eine Seltenheit dar. Da sich die Investoren in Zukunft nach Analystenschätzungen zunehmend auf profitable Unternehmen konzentrieren und weniger in Projekte investieren würden, deren Break-Even-Punkt erst in ferner Zukunft liege, würde sich Chiron in einer exzellenten Ausgangsposition befinden.

Da die Märkte zur Zeit jedoch stark verunsichert seien und keine definitiven Prognosen für zukünftige Entwicklungen getroffen werden könnten, solle die Position im Falle eines Kaufes abgesichert werden. Dies sei z.B. durch den April-Put CIQPI zum Basispreis von 45 US$ möglich.

Das obere Ende des großen Gaps vom 26. Oktober 2000 entpuppe sich immer wieder als eine Widerstandszone für den weiteren Anstieg der Chiron-Aktie. Dass eine allgemeine Aufwärtsstimmung bei den Chiron-Anlegern vorhanden sei, könne man den Aufwärtslinien entnehmen. Die Kraft dieser Hausse reiche jedoch nicht aus, den Widerstand der Baisse an der Gap-Grenze zu brechen. Auch der letzte Versuch vor vier Tagen sei misslungen. Kurzfristig sei vorerst mit einem Rückgang bis an die Auflinien zu rechnen. Könnten diese Linien dem Kursverlauf keine Unterstützung bieten, so sei eine Notierung an den 40.00 US$ das nächstmögliche Szenario. Bei einer steigenden Tendenz des Aktienkurses sollte die Widerstandszone beobachtet werden. Könne dieser Bereich nach oben gebrochen werden, so sei mit einer positiven Entwicklung bis an die 58.00- bis 60.00 US$ Marke zu rechnen.



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