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Analysen - Neuemissionen
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07.03.2001
OHB Teledata zeichnen
GoingPublic-Online
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www.optionsscheinecheck.de
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Vom 6. bis zum 9. März können die Aktien des Telematik-Anbieters OHB-Teledata AG (WKN 593612) gezeichnet werden, berichten die Analysten von „GoingPublic-Online“.
Die Bookbuilding-Spanne sei mit 8,00 bis 10,50 Euro festgelegt worden. Die Erstnotiz am Frankfurter Neuen Markt sei für den 13. März vorgesehen. Unter der Führung von Sal. Oppenheim und unter Mitwirkung des Bankhauses Delbrück und der Sparkasse Bremen würden 2,3 Mio. Inhaberaktien, die aus einer Kapitalerhöhung stammen würden, an die Börse gebracht werden. Zusätzlich stehe ein Greenshoe in Höhe von 300.000 Aktien aus dem Besitz der Altaktionäre bereit. Der Free Float nach IPO werde damit maximal 34,8 % betragen.
Das Unternehmen sei 1993 gegründet worden und gehöre zu der ebenfalls in Bremen ansässigen Fuchs-Gruppe. 1995 habe OHB-Teledata mit dem Projekt CATS für das Güterverkehrszentrum Bremen den ersten Großauftrag erhalten. Seitdem hätten namhafte Kunden wie Kühne&Nagel, Danzas und MAN gewonnen werden können. Derzeit beschäftige die Gesellschaft 39 Mitarbeiter, von denen 30 in der Entwicklung tätig seien.
Im Gegensatz zu anderen Unternehmen biete OHB-Teledata vor allem Gesamtlösungen im Bereich der Telematik an. So sei z. B. für die Logistik-Firma Danzas ein Überwachungssystem entwickelt worden, bei dem sowohl die Standorte der Transporter und deren Entfernung bis zum Ziel als auch die aktuellen Daten der Fracht (z. B. Temperatur bei Kühltransporten) automatisch gemessen, dann über unterschiedliche Kanäle (z. B. Satellit) an die Zentrale übermittelt und dort weiterverarbeitet werden könnten. Das zweite Standbein des Unternehmens sei die Nutzung des aus den Projektaufträgen gewonnenen Know-hows, was sich z.B. in der Entwicklung der als Standard-Software konzipierten "TIPS"-Produktfamilie niederschlage.
In den vergangenen drei Jahren habe OHB-Teledata beim Umsatz jeweils um etwa 100 % pro Jahr auf 6,4 Mio. Euro im Jahr 2000 wachsen können. Dabei habe das Unternehmen jeweils leicht profitabel gearbeitet. Für die kommenden ein bis zwei Jahre erwarte der Vorstandsvorsitzende Marco Fuchs ein überdurchschnittliches Wachstum im Bereich von etwa 80 % p.a. Mit dem Emissionserlös wolle OHB-Teledata zum einen in die Entwicklung neuer UMTS-basierter Lösungen investieren, zum anderen solle das Vertriebsnetz vor allem in Europa, den USA und Brasilien weiter ausgebaut werden.
Der Markt für Telematik-Dienstleistungen sei derzeit erst im Entstehen und weise daher überdurchschnittliche Wachstumsraten aus. Aufgrund der Phantasie, die der Markt für Telematik berge, sei OHB-Teledata ein vielversprechendes Unternehmen, das durch sein eher konservatives Geschäftsmodell nicht das expansive Wachstumspotential, aber auch nicht das entsprechende Risiko z. B. einer ComROAD aufweise. Die relativ hohe Bewertung erscheine durch das interessante Geschäftsmodell und das hohe mittelfristige Wachstum gerechtfertigt. Dennoch sei ein höherer Bewertungsabschlag als Zeichnungsanreiz wünschenswert gewesen. Die Aktie sei dennoch als Depotbeimischung interessant. GoingPublic rate daher zur Zeichnung.
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