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Analysen - Ausland
06.03.2001
Worldcom spekulativ kaufen
Berliner Börsenbrief

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Gemäß den Analysten des „Berliner Börsenbriefes“ ist Worldcom (WKN 881477) in den letzten Jahren eine der expansivsten Telefongesellschaften der Welt.

Das Unternehmen sei nun auf den Boden der Realität zurückgekehrt, da der Konzern sich den gleichen Problemen stellen müsse wie andere Konkurrenten auch. Dies seien vor allem dramatisch gefallene Margen im Festnetzbereich, dem bisherigen Stammgeschäft. Es fehle aber auch zunehmend das Geld für weiteres externes Wachstum. Aufgrund rapide gefallener Kurse seien die eigenen Aktie als Akquisitionswährung ungeeignet. Um Mittel am Kreditmarkt aufzunehmen, bedürfe es im UMTS-Zeitalter und weltweit hoch verschuldeter Telekomwettbewerber wesentlich höherer Kapitalkosten, also Zinszahlungen.

Somit wolle auch Worldcom dem Grundmodell folgen, dass zur Zeit in der Branche die Runde mache. Hierbei gehe es im Prinzip um die Trennung der wachstumsstarken Bereiche Daten- und Internetverkehr vom herkömmlichen Telefongespräch mit Privatkunden. Diese Trennung wolle das Unternehmen auch im Konzern und in der Aktie darstellen. Daher würden bald Tracking-Aktien ausgegeben. Eine Sorte dieser Papiere bilde die Entwicklung des wachstumsstarken Bereiches Geschäftskunden mit Daten- und Internetdienstleistungen, der weiter unter dem Namen Worldcom firmiert werde und die andere folge dem Ferngespräch- bzw. Privatkundengeschäft, das unter den oben genannten Problemen leide und wieder MCI heißen werde, die vor Jahren übernommen worden sei.

Im Zweifel werde es dahin gehen, dass sich der Konzern mittel- bis langfristig wohl ganz von dem „normalen“ Telefongeschäft trenne. Der Ausbau der Datendienste stehe schon jetzt im Vordergrund, wobei auch die Frage eines Mobilfunkanbieters wieder aufkomme. Man habe im letzten Jahr zwar schon versucht, den Anbieter Nextel zu übernehmen, sei dann aber doch wegen zu hoher Verschuldung des Übernahmeunternehmens zurückgeschreckt. Tendenziell müsse sich Worldcom aber auch in dieser Hinsicht verstärken. Denn betrachte man die bisherige Entwicklung wie Wireless LAN oder WAN (mobile Netzwerke) oder auch den Aufbau der UMTS-Netze, so zeige die technische Entwicklung auch im professionellen Bereich darauf hin, dass immer mehr Firmennetzwerke und Anschlüsse auf mobilen Systemen basieren würden. Dies stelle die Herausforderung dar, der sich das Unternehmen stellen müsse.

Jedoch sei eine Herausforderung kurzfristig wichtiger. Die Gesellschaft müsse das Geschäft wiederbeleben und aus dem aktuellen Tal herauskommen. Daher würden 7% der Mitarbeiter, insbesondere im Bereich der Privatkunden, entlassen. Aber auch bei den Gewinnen müsse etwas geschehen. Mit einem Quartalsgewinn von 25 Cents pro Aktie, habe man zwar im Rahmen der herabgesetzten Erwartungen gelegen, sich aber nicht mit Ruhm bekleckert. Um eine Trendwende zu demonstrieren, müssten die für dieses Quartal erwarteten 29 Cent erreicht werden. Das Unternehmen sei mit einem KGV für dieses Jahr von 13 preiswert. Hier würden die Analysten im ersten Zug auf eine technische Erholung spekulieren, die durchaus bis 25 oder 30 Dollar gehen könne.



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