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Analysen - Neuer Markt
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26.02.2001
Analytik Jena Kurspotential
Doersam-Brief
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www.optionsscheinecheck.de
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Seit Ende Dezember halbierte sich der Kurs der Analytik Jena Aktie (WKN 521350) zeitweise auf 12 Euro, berichtet Michael Heimrich im Doersam Brief.
Die hohen Verluste in der ersten Januar-Hälfte seien im Wesentlichen auf die Verkaufsorder einer einzelnen Adresse zurückzuführen gewesen. Analytik Jena notiere derzeit, mit knapp unter 20 Euro noch immer rund 20% unter dem Emissionspreis von 24 Euro. Für den Kursverfall sei allerdings, aufgrund der fundamentalen Daten und Fakten kein Grund zu finden.
Innerhalb von zehn Jahren habe das Unternehmen seine Kompetenz konsequent bei der Entwicklung und Produktion analytischer Geräte für Industrie und Universität ausgebaut. Der Einsatz der entwickelten Analysemesstechnik reiche von der Erforschung neuer Zellkulturen und der Analyse von DNA-Ketten über die Sparten Chemie und Pharmazie bis hin zur Prozesskontrolle in Kraftwerken und Industriebetrieben. Zuletzt habe der BSE-Skandal den Ruf nach hochwertigen Analysesystemen in den Bereichen Nahrung, Agrarwirtschaft, Pharma und Entsorgung laut werden lassen. Es stelle sich nun die Frage, welche Lebensmittel von der Seuche betroffen seien und wie hoch das Erkrankungsrisiko sein werde.
Dies müsse gründlich untersucht werden, und da komme Analytik Jena mit seinen qualitativ hochwertigen Analysesystemen ins Spiel. Analytik Jena habe durch ihren Börsengang im vergangenen Jahr die finanzielle Grundlage für die weitere Expansion geschaffen. Analytik Jena strebe auch weltweit eine führende Stellung im rasant wachsenden Markt für Analyseinstrumente an, aus diesem Grunde würden die finanziellen Mittel vor allem für den Ausbau des internationalen Geschäfts verwendet werden sollen. Zwar habe man mit Spectro Analytical Instruments in den USA bereits einen Vertriebspartner gefunden, aber das bedeute noch lange nicht den Durchbruch jenseits des "grossen Teichs". Schliesslich sei zu bedenken, das knapp die Hälfte der weltweiten Umsätze im Markt für biotechnologische Instrumente in den Vereinigten Staaten erwirtschaftet würden.
Durch den Erwerb von Anteilen an der Vertriebsgesellschaft Analytik Jena India Pvt. Habe Analytik Jena gerade erst den Vertrieb in Asien ausbauen können. Indien gehöre auf Grund einer Vielzahl von Forschungseinrichtungen und Pharmaunternehmen zu den wichtigsten regionalen Märkten Asiens. Analytik Jena sei aber auch in Korea aktiv, mit Euro Science habe man einen weiteren Vertriebspartner im asiatischen Raum gewonnen. Damit sei Analytik Jena dem Ziel, innerhalb der kommenden zwei Jahre den Auslandsanteil am Gesamtumsatz auf 35% zu steigern, einen grossen Schritt näher gekommen.
Den Umsatz habe man im Geschäftsjahr 1999/2000 um fast 23% auf 23,3 Mio. Euro gesteigert. Den Gewinn vor Steuern und Zinsen habe man zeitgleich um 175% auf 1,76 Mio. Euro steigern können. Aufgrund des bereits hohen Auftragsbestandes von 31 Mio. Euro werde auch für das laufende Jahr mit einer deutlichen Steigerung bei Umsatz und Gewinn gerechnet. Die Umsatzprognose habe man inzwischen von 28 auf 38 Millionen Euro angehoben. Das Unternehmen habe aufgrund seines technologischen Vorsprungs für Mitbewerber hohe Markteintrittsbarrieren aufgestellt. Konkurrenten müssten hohe Investitionen in Technologie und Forschung aufbringen und dies setze voraus, das sie über ausreichend hohe liquide Mittel verfügen würden.
Es werde davon ausgegangen, das die Märkte in den USA sowie in Europa und Asien (inklusive Japan) in den nächsten Jahren erhebliche Umsatzbeiträge liefern würden. Eine wirtschaftliche Flaute müsse daher nicht befürchtet werden. Der Analyst sehe das grösste Zukunftspotenzial im Geschäftsfeld Biotechnik, dort fehle am Kapitalmarkt derzeit noch die kurstreibende Biotech-Phantasie, weil Analytik Jena zurzeit vor allem im Bereich Labortechnik und -planung wachse.
Es könne aber davon ausgegangen werden, das dieses Ungleichgewicht aufgrund guter Projekte im margenstarken Biotech-Sektor schon bald korrigiert werden würde. Für die Aktien von Analytik Jena müsse, bei einem für 2002 erwarteten Gewinn von 0,85 Euro pro Aktie, nur das 22-fache des Jahresgewinns bezahlt werden. Aus diesem Grund, und um in die Bewertung von Konkurrenten wie Shimadzu oder Tecan hinein zu wachsen, müsse der Wert knapp 38 Euro kosten, das untermauere das erhebliche Potential der Aktie. Es werde aufgrund der Marktenge dazu geraten Aufträge unbedingt zu limitieren.
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