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Analysen - Ausland
01.02.2005
SBC Comm. Marketperformer
Sparkasse KölnBonn

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Die Analysten der Sparkasse KölnBonn stufen die Aktie von SBC Communications (ISIN US78387G1031/ WKN 868406) unverändert mit "Marketperformer" ein.

Im Schlussquartal habe SBC rund 17% weniger verdient. Das Ergebnis sei unter anderem durch Kosten der Übernahme von AT&T Wireless durch das Mobilfunk-Joint-Venture Cingular Wireless belastet worden. Der Nettogewinn sei von 905 Mio. USD im Vorjahr auf 754 Mio. USD oder 23 Cent je Aktie zurückgegangen. Ohne Sonderbelastungen habe der Gewinn 1,1 Mio. USD oder 34 Cent je Aktie betragen. Marktexperten hätten im Schnitt mit 33 Cent je Aktie gerechnet. Der Konzernumsatz sei um 25% auf 17,2 Mio. USD gestiegen.

SBC wolle für rund 16 Mrd. USD seinen ehemaligen Mutterkonzern AT&T übernehmen. SBC biete 0,77942 SBC-Aktien für eine AT&T-Aktie, außerdem sollten die AT&T-Aktionäre zum Abschluss der Übernahme eine Sonder-Dividende von 1,30 USD je Aktie erhalten. Das gemeinsame Unternehmen hätte einen Umsatz von rund 71 Mrd. USD und würde damit zum Marktführer Verizon aufschließen. SBC würde mit der Übernahme von AT&T von einer regionalen Telefongesellschaft zu einem internationalen Telekommunikationskonzern aufsteigen.

Die Kartellbehörden könnten allerdings noch Auflagen für die Fusion verhängen. Die Übernahme solle bis Ende des erstes Halbjahres 2006 abgeschlossen sein. Interessiert sei SBC vor allem an den Geschäftskunden und dem internationalen Netz von AT&T. Das Unternehmen habe erklärt, dass die Übernahme nach Abschluss kurzfristig das Umsatzwachstum bremsen, aber ab 2008 positiv zum Gewinn beitragen würde. Der Konzern verspreche sich Synergien von mehr als 15 Mrd. USD. Dennoch gelte die geplante Transaktion auch vor dem Hintergrund anhaltend rückläufiger Umsatzentwicklung bei AT&T als preislich ambitioniert.

Nach wie vor kämpfe das Unternehmen mit Problemen in einem hart umkämpften Markt und sehe sich verstärkter Konkurrenz durch alternative Kommunikationswege (z.B. E-Mail) ausgesetzt.

SBC habe im Oktober 2000 seine Mobilfunkaktivitäten mit der Telefongesellschaft BellSouth unter dem Namen Cingular Wireless (60% SBC und 40% BellSouth) gebündelt. Cingular übernehme für rund 41 Mrd. USD (davon würden entsprechend der Beteiligungsverhältnisse etwa 25 Mrd. USD auf SBC entfallen) den drittgrößten amerikanischen Mobilfunkanbieter AT&T Wireless und werde damit (vor dem bisherigen Marktführer Verizon) zum größten Mobilfunkanbieter der USA.

Künftiges Wachstum wolle SBC vor allem durch die Bündelung verschiedener Kommunikationsprodukte erzielen. In den kommenden 5 Jahren wolle SBC 4 bis 6 Mrd. USD in ein neues Faser-Netzwerk investieren. Darauf basierend solle den Kunden ein gebündeltes Dienstepaket (digitales Fernsehen, High-Speed-Breitbandverbindungen, Internet-Telefonie) angeboten werden.

Mit der geplanten Übernahme von AT&T werde sich SBC vor allem im Geschäftkundenbereich deutlich besser im Markt positionieren. Allerdings gelte der Übernahmepreis als ambitioniert, da AT&T aufgrund der schwachen Geschäftsentwicklung der letzten Jahre kaum Wachstumsfantasie biete.

Die Analysten der Sparkasse KölnBonn erwarten eine Entwicklung von SBC Communications im Marktdurchschnitt und stufen die Aktie unverändert mit "Marketperformer" ein.



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