|
Analysen - DAX 100
|
22.06.2005
AMB Generali Marketperformer
LRP
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Der Analyst der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz, Jochen Schmitt, stuft die Aktie der AMB Generali (ISIN DE0008400029/ WKN 840002) unverändert mit "Marketperformer" ein.
AMB Generali sei die deutsche Tochter des italienischen Versicherungskonzerns Generali. Die Mutter halte 70,9% der Aktien, die restlichen 29,1% befänden sich im Streubesitz. Die Gesellschaft sei fast ausschließlich in Deutschland tätig und zähle zu den drei führenden deutschen Erstversicherungsgruppen. Der Konzern habe 2004 75% seiner Gesamtbeiträge im Segment Leben/Kranken vereinnahmt, wobei die Lebensversicherung für 62%, die Krankenversicherung für 13% gestanden habe. Die übrigen 25% seien auf das Schaden-/Unfallgeschäft entfallen. Das Segment Finanzdienstleistungen ergänze die Produktpalette mit Bauspargeschäft (Badenia) und Asset Management (Kapitalanlagegesellschaft AMB Generali Asset Managers).
AMB Generali sei nach dem Marktführer Allianz und der zur Münchener Rück gehörenden ERGO-Gruppe Deutschlands drittgrößter Erstversicherer. Der Marktanteil der TOP-3 der deutschen Erstversicherungen belaufe sich auf insgesamt mehr als 30%.
Unterteilt auf Sparten komme der Aachener Konzern auf den zweiten Rang bei der Lebensversicherung, was einem Marktanteil von rund 10% entspreche. Angesichts des fragmentierten Marktes, der aus über 100 Lebensversicherern bestehe, sei dies ein beachtlicher Anteil. Die Unternehmensgröße eröffne nach dem Ermessen der Analysten Größenvorteile hinsichtlich der Entwicklung neuer Produkte sowie beim Kapitalanlage-Management bzw. Asset-Liability-Matching. Auf Grund der sich verändernden regulatorischen Rahmenbedingungen sowie der neuen und künftigen IFRS-Rechnungslegungsstandards halte man derartige Skaleneffekte für vorteilhaft.
In Schaden/Unfall sei AMB Generali in 2004 vom zweiten Rang zurückgefallen und liege gemeinsam mit dem genossenschaftlichen Versicherer R+V auf dem dritten Platz. Allerdings sei der Verlust des zweiten Ranges an ERGO auf eine strikt ertragsorientierte Zeichnungspolitik zurückzuführen: AMB Generali habe sich vor drei Jahren aus der defizitären Industrieversicherung verabschiedet, bei der keine kritische Größe erreicht worden sei. Ferner hätten die Westdeutschen ihr KFZ-Portfolio um nicht-profitable Verträge bereinigt.
Diese Resultate würden sich an der verbesserten Combined Ratio ablesen lassen, die im letzten Jahr 99,4% betragen und unterhalb der kritischen Marke von 100% gelegen habe (2002: 110,2%). Marktanteilsverluste zugunsten von Profitabilitätsverbesserungen werte man keineswegs negativ. Allerdings sollte der Rückgang nicht zu groß ausfallen, um keine Skaleneffekte zu verlieren. Insofern passe es gut ins Bild, dass AMB Generali im letzten Geschäftsbericht betont habe, dass die Bereinigung des Vertragsportfolios weitgehend abgeschlossen und ab diesem Jahr wieder mit einem marktkonformen Prämienzuwachs zu rechnen sei. In der Krankenversicherung liege AMB Generali an sechster Stelle.
AMB Generali sei ein solides Investment, ohne dass die Analysten dem Titel derzeit jedoch signifikantes Kurspotenzial zutrauen würden. Aus strategischen Gesichtspunkten halte man den Konzern für glänzend positioniert. Für Investoren, die gezielt Exposure gegenüber dem deutschen Versicherungs- bzw. Altersvorsorgemarkt erlangen wollen würden, eigne sich das Papier ebenso wie für Anleger, die indirekt an der Beteiligung an der Deutschen Vermögensberatung partizipieren möchten.
Die Analysten der LRP bestätigen ihr "Marketperformer"-Rating sowie ihr Kursziel von 70 Euro für die AMB Generali-Aktie.
|