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Analysen - DAX 100
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09.06.2005
HypoVereinsbank Gewinne mitnehmen
LRP
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Der Analyst der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz, Olaf Kayser, rät zu Gewinnmitnahmen bei der Aktie der HypoVereinsbank (ISIN DE0008022005/ WKN 802200).
Die italienische Großbank UniCredito Italiano befinde sich mit der zweitgrößten deutschen Bank, der HypoVereinsbank (HVB), in Fusionsverhandlungen, die schon in Kürze zu einem Abschluss führen könnten. Sollten die Gespräche, die immer noch scheitern könnten, tatsächlich zu einer Übernahme der HVB führen, so wäre dies die bislang größte grenzüberschreitende Bankenfusion in Europa. Gleichzeitig würde vermutlich auch das Fusionskarussell wieder an Fahrt gewinnen und insbesondere die Karten im deutschen Bankenmarkt neu gemischt werden.
Die Commerzbank würde als verbleibender Übernahmekandidat unter den deutschen Großbanken an Attraktivität gewinnen. Insbesondere internationale Großbanken, die langfristig einen flächendeckenden Markteintritt in Deutschland anstreben würden, dürften sich für die gelbe Bank interessieren. Gleichzeitig müsste dies jedoch die Deutsche Bank auf den Plan rufen, die kein Interesse daran haben könne, dass der deutsche Bankenmarkt von wettbewerbsstarken ausländischen Kreditinstituten aufgerollt werde. Folglich könnte die Deutsche Bank selbst tätig werden und an einer Inlandslösung mit der Commerzbank arbeiten. Somit würde UniCredito Italiano zum Auslöser für eine Konsolidierung des deutschen Bankenmarktes sorgen.
Eine Fusion zwischen HVB und UniCredito Italiano würde vor allem geographisch Sinn machen. Insbesondere durch die starke Präsenz beider Institute in Zentral- und Osteuropa würde mit Abstand der Marktführer in einer äußerst wachstumsstarken Region entstehen und sich zusätzlich Kostensynergien realisieren lassen.
Gleichzeitig hätte das Institut eine starke Präsenz in Österreich, Norditalien und Süddeutschland und wäre damit Marktführer im Herzen Europas. Von geringerem Interesse dürfte für UniCredito Italiano das margenschwache und risikoreiche Deutschland-Geschäft der HVB sein, das die Kennzahlen verwässere.
Eine Übernahme der HypoVereinsbank werde UniCredito Italiano wahrscheinlich größtenteils über einen Aktientausch finanzieren (vermutlich mit geringer Barkomponente), wofür eine Kapitalerhöhung erforderlich werde. Dabei dürfte sich die Höhe des Kaufpreises als kritischer Punkt erweisen, der bereits im Jahr 2001 als Hauptursache für das Scheitern einer Übernahme der Commerzbank durch UniCredito Italiano verantwortlich gewesen sei. UniCredito Italiano müsse die eigenen Aktionäre davon überzeugen, dass die Vorteile einer Übernahme der HVB auf Grund der langfristig verbesserten Wachstumsperspektiven sowie realisierbarer Synergieeffekte, die Nachteile einer kurzfristigen Rentabilitätsverwässerung, erhöhter Kreditrisiken und einer zu erwartenden Rating-Herabstufung, überkompensieren würden. Eine aus Sicht der Analysten äußerst schwierige Aufgabe.
Für die Aktionäre der HypoVereinsbank stelle sich weniger die Frage, ob es zu einer Übernahme komme, sondern inwieweit sie davon profitieren könnten.
Hierbei kämen die Analysten zu dem Ergebnis, dass es sich auszahlen dürfte, das aktuelle Kursniveau von über 20 Euro je HypoVereinsbank-Aktie für Gewinnmitnahmen zu nutzen.
Die Analysten der LRP stufen die Aktie der HypoVereinsbank mit "Underperformer" ein und geben ein Kursziel (12/2005) von 18 Euro an.
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