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News - Neuemissionen
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25.01.2001
Sunways gutes Klima soll beflügeln
Financial Times Deutschland
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Mit dem Konstanzer Solarzellen-Produzenten Sunways (WKN 733220) startet jetzt die zweite Neuemission in diesem Jahr am Frankfurter Neuen Markt, so die Experten der Financial Times Deutschland.
Nachdem die UV-Technologiefirma Dr. Hönle eine erfolgreiche Premiere auf dem Parkett erlebt habe, würden sich die Konstanzer ebenso gute Chancen ausrechnen. Das Marktumfeld scheine insgesamt nicht schlecht zu sein. Analysten würden Unternehmen, die ein stimmiges Geschäftskonzept vorlegen, wegen der derzeit hohen Liquidität am Markt gute Chancen geben. Zudem würden der Photovoltaik-Industrie in verschiednen Studien gute Entwicklungsmöglichkeiten eingeräumt werden. Marktbeobachter würden außerdem ein reges Interesse an Aktien verzeichnen, hinter denen die Thematik der erneuerbaren Energien stecke. Firmen wie Energiekontor, Plambeck oder Umweltkontor seien zur Zeit am Markt gefragt. In dieses Umfeld wolle nun auch Sunways vorstoßen.
Die Sunways-Aktien würden voraussichtlich am 9. Februar erstmals am Neuen Markt der Frankfurter Börse notiert werden. Die Zeichnungsfrist für das Papier des Hightech-Spezialisten für innovative Solartechnologie beginne am 31. Januar und ende voraussichtlich am 7. Februar, habe das Konstanzer Unternehmen mitgeteilt. Die Preisspanne solle am 30. Januar veröffentlicht werden. Die Aktie werde unter der Führung der Landesbank Baden-Württemberg an die Börse gebracht. Mit im Konsortium seien Equinet Securities und die Schmidt Bank. I Im Rahmen des Börsengangs würden den Angaben zufolge bis zu 3,22 Millionen Inhaberstückaktien am Neuen Markt platziert werden sollen. 2,62 Millionen Papiere würden aus einer Kapitalerhöhung stammen, weitere 270.000 Stück aus dem Besitz von Altaktionären. Darüber hinaus stünden 330.000 Aktien als Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) zur Verfügung. Nach ihrer Ausübung würden sich rund 35 Prozent des Gesamtkapitals von dann 9,2 Mio. Euro im Streubesitz befinden.
In Analystenkreisen werde der faire Wert der Papiere bei 5,10 Euro bis 6,24 Euro je Aktie gesehen. Bei der Gesamtzahl von 9,2 Millionen Aktien entspreche dies einer Unternehmensbewertung von 46,9 Mio. Euro bis 57,3 Mio. Euro. Das Volumen des Börsengangs würde damit zwischen 16,42 Mio. Euro und rund 20,1 Mio. Euro liegen. Sunways wolle durch den Börsengang vor allem die Ausweitung der Produktion finanzieren. "Unsere Produktionskapazitäten müssen schleunigst ausgebaut werden", habe Vorstandschef Franz Heim in Stuttgart gesagt. Die Nachfrage nach Solarzellen sei derzeit größer als das Angebot, darauf müsse Sunways reagieren. Zudem solle mit den Mitteln aus dem Börsengang die Herstellung der neuen und bisher einzigartigen so genannten "Power-Solarzelle" deutlich aufgestockt werden.
Die im November 2000 in Serie gegangene, lichtdurchlässige Solarzelle solle in diesem Jahr bereits ein Fünftel der Produktion ausmachen, habe Heim gesagt. Zukäufe seien bisher mit dem Erlös des Börsengangs nicht geplant, würden aber auch nicht ausgeschlossen. Das von Sunways produzierte Solar-Modul finde überwiegend Verwendung in den Glasfassaden großer Bürohäuser.
Hier sehe die Unternehmensführung auch einen Absatzschwerpunkt. Denkbar sei ein Einsatz aber auch in Wintergärten und Autoschiebedächern. Die Solarzelle sei durch mikroskopisch kleine Löcher nahezu transparent und ermögliche durch das "Polycrystalline Wafer Engeneering Result" trotzdem eine hohe Energieausbeute.
Als nächstes großes Projekt nach dem Börsengang stehe die Vermarktung der "Bifacialen Solarzelle" an. Dieses Modul könne erstmals Sonneneinstrahlung von beiden Seiten in Strom umwandeln. Nach den Worten von Vorstandschef Heim stehe dieses Produkt kurz vor der Serienreife. Sunways habe früheren Angaben zufolge im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 7,67 Mio. Euro und ein negatives Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 2,8 Mio. Euro erwirtschaftet. Bedingt sei dieses Geschäftsergebnis durch die Anlaufkosten für die Produktion der "Power-Solarzelle" gewesen. Da mit den konventionellen Produkten in den vergangenen beiden Geschäftsjahren Umsatzsteigerungen von jeweils 100 Prozent erreicht werden konnten, würden Analysten dem Unternehmen einiges zutrauen. Großer Unsicherheitsfaktor sei allerdings die Prognose für den Absatz der High-Tech-Produkte. Wenn das Unternehmen mit der "Power-Solarzelle" eine hohe Marktdurchdringung erreichen könne, würden von Analysten auch in Zukunft hohe Wachstumsraten erwartet.
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