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Analysen - Nebenwerte
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13.05.2005
Dürr verkaufen
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten vom Bankhaus Lampe bewerten die Dürr-Aktie (ISIN DE0005565204/ WKN 556520) weiterhin mit "verkaufen".
Dürr habe gestern die Zahlen für das erste Quartal 2005 vorgelegt, die wie erwartet nicht ansprechend ausgefallen seien. Der deutliche Ergebnisrückgang sei neben dem Volumenrückgang auch auf die nur unterproportional rückläufigen Vertriebs- und Verwaltungskosten, aber vor allem auf die erhöhten Zinskosten (-8,9 Mio. EUR gegenüber -5,2 Mio. EUR) zurückzuführen, die durch geringere Anzahlungen deutlich angestiegen seien. Der Auftragseingang habe sich zwar leicht auf 376 Mio. EUR (2004: 362 Mio. EUR) verbessern können, habe jedoch angabegemäß unter den Unternehmenserwartungen gelegen. Auf Grund des bekannten GM-Großauftrages aus 2003 habe der Auftragsbestand im ersten Quartal 2004 bei 1,221 Mrd. EUR gelegen, wohingegen dieser im abgelaufenen Quartal nur noch bei 989 Mio. EUR gelegen habe.
Für das laufende Geschäftsjahr rechne das Management analog zu dem rückläufigen Auftragsbestand insgesamt unverändert mit einem niedrigeren Umsatz als in 2004. Dabei solle der Anlagenbau (Paint and Assembly Systems) einen Rückgang um rund 10% (Umsatz 2004: 1,4 Mrd. EUR) zu verkraften und der Maschinenbau (Measuring and Process Systems) ein Wachstum im hohen einstelligen Bereich zu verzeichnen haben. Zu möglichen Ergebniseffekten habe sich das Unternehmen auch nach der Vorlage der Quartalszahlen nur zurückhaltend geäußert. Insgesamt werde aus den fortgeführten Aktivitäten ein Vorsteuerergebnis erwartet, das über dem Vorjahresniveau liegen solle, wobei sich die Ergebnisverbesserung jedoch angabegemäß auf das absolute 2004er Ergebnis beziehe und nicht auf das um die Sondereinflüsse (rund -22 Mio. EUR im fortgeführten Bereich) bereinigte Ergebnis.
Die Analysten würden erwarten, dass die EBT-Marge gegenüber 2004 leicht ansteige, so dass sich das Nettoergebnis des Konzerns auch durch einen deutlich verringerten Verlust aus nicht fortgeführten Aktivitäten überproportional erhöhen sollte. Angesichts des in 2004 jedoch nur marginalen Gewinns dürfte das Konzernergebnis auch im laufenden Jahr nur auf unbefriedigendem Niveau liegen. Wie die Wertpapierexperten in ihrer letzten Empfehlung beschrieben hätten, würden sie auch in 2006 nicht von einer entscheidenden Verbesserung der Profitabilität ausgehen. Auch wenn das Ertragssteigerungsprogramm bereits positive Ergebnisse liefere und die jetzt vorgestellte Neuausrichtung des Konzerns auch Kostensparmöglichkeiten aufzeigen werde, glaube man, dass auf Grund des weiterhin hohen Margendrucks in den kommenden Jahren die Gefahr weiterer Anpassungen der Geschäftsprozesse latent vorhanden sei, so dass es zukünftig wieder zu Restrukturierungskosten kommen könnte.
Insgesamt bestätigen die Analysten vom Bankhaus Lampe ihr "verkaufen"-Rating für die Aktie von Dürr und bleiben bei ihrem Kursziel auf Jahressicht von 13,50 EUR.
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