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Analysen - DAX 100
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12.05.2005
MEDION verkaufen
Bankhaus Lampe
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Die Analysten vom Bankhaus Lampe empfehlen die Aktie von MEDION (ISIN DE0006605009/ WKN 660500) zu verkaufen.
MEDION habe bereits bei der Vorlage der endgültigen Geschäftsdaten für 2004 im März angekündigt, dass es auch im ersten Quartal 2005 zu weiteren Umsatz- und Ergebnisrückgängen gekommen sei und habe dabei einen Umsatzrückgang um rund 19% sowie ein überproportional rückläufiges Ergebnis für die ersten drei Monate des laufenden Geschäftsjahres in Aussicht gestellt. Aus diesem Grund könnten die nun gemeldeten Daten nicht mehr sonderlich überraschen, würden aber dennoch eine äußerst enttäuschende Entwicklung innerhalb des Konzerns zeigen. Auf der Ergebnisseite seien die Schätzungen der Analysten sogar noch deutlich verfehlt worden.
Regional habe der Konzern in allen Bereichen Rückgänge im Umsatz verzeichnen müssen (Deutschland: -17%, Europa: -16%, Rest: -62%). Auch wenn das erste Quartal in seiner Bedeutung für das Gesamtjahr nicht überbewertet werden sollte und das Vorjahresquartal noch ein "normales" Quartal gewesen sei, würden die vorgelegten Daten doch eindeutig zeigen, dass sich die vom Management ehemals als deutsches Problem deklarierte Entwicklung offensichtlich auch auf die internationalen Aktivitäten übertragen habe. Der überproportionale Umsatzrückgang sei wie in den Vorquartalen auf das rückläufige Umsatzvolumen, den gestiegenen Preisdruck, suboptimale Kostenstrukturen sowie den Preisverfall im Bereich der Konsumelektronikprodukte zurückzuführen.
Auch wenn der Konzern derzeit seine Kostenstrukturen optimiere, sei zum einen zu beachten, dass in den ersten fünf Monaten in 2004 noch bis dato übliche Margen erzielt worden seien.
Insbesondere für die zweite Jahreshälfte sei es daher unabdingbar notwendig, dass es MEDION schaffe, die Kostenbasis wieder auf ein günstigeres Level zu bringen. Da die Analysten jedoch weiterhin ein kurzfristiges Bestellverhalten der Großkunden sehen würden, das tendenziell zu höheren Logistikkosten führe, aber auch erkennen würden, dass die Aktionen nicht mehr die Volumina der vergangenen Jahre hätten (fehlende Kostenvorteile im Einkauf) und beispielsweise die Kosten für die Internationalisierung auch weiterhin anfallen würden, könnten sich die Analysten derzeit nicht vorstellen, dass MEDION bereits in 2005 deutlich bessere Margen erzielen sollte als in 2004.
Die Analysten würden im Gegenteil sogar noch gewisse Risiken erkennen, dass es zu einem weiteren Verfall kommen könnte. Frühestens für 2006 sehe man zum einen wieder Zuwächse auf der Umsatzseite sowie auch leichte Entspannungen auf der Margenseite.
Nachdem die Gesellschaft bereits eine erste Indikation für das abgelaufene Quartal gegeben habe, hätten die zuletzt vorgelegten Daten nicht mehr sonderlich überraschen können, auch wenn die Ergebnisseite nochmals deutlich unter den Schätzungen der Analysten, aber auch denen des Konsens gelegen hätten. Die Analysten würden sehen, dass sie mit ihrer Einschätzung zu dem Wert unverändert richtig liegen würden.
Aufgrund der anhaltend eingetrübten Aussichten bestätigen die Analysten vom Bankhaus Lampe ihre Einschätzung die MEDION-Aktie zu verkaufen und senken ihr Kursziel auf Jahressicht von 12 Euro auf 11 Euro. Eine Hochstufung würden sie erst vornehmen wollen, wenn nachhaltig eine Kehrtwende auf der Umsatz- und vor allem auf der Margenseite zu erkennen sei.
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