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Analysen - Ausland
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11.01.2001
Prudential untergewichten
Helaba Trust
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www.optionsscheinecheck.de
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Prudential (WKN 852069) ist auf ihrem Heimatmarkt Großbritannien der führende Anbieter von Altersvorsorgeprodukten, insbesondere Pensionsfonds und Lebensversicherungen, berichten die Analysten des Helaba Trusts.
Durch den Kauf von M&G, der größten Publikumsfondsgesellschaft in UK, sei der Bereich Financial Services 1999 deutlich gestärkt worden Seit zwei Jahren sei Prudential mit der Internetbank egg:| auch im traditionellen Bankgeschäft tätig. In den USA verfüge das Unternehmen mit Jackson National Life über ein weiteres Standbein. Die Expansion in Asien sei 1999 ebenfalls gut voran gekommen: Für China und Vietnam erhalte Prudential Lebenlizenzen, in Indien und Hong Kong hätten vielversprechende Kooperationen eingegangen werden können.
Das erste Halbjahr sei für Prudential insgesamt zufriedenstellend verlaufen. Das operative Ergebnis habe um 14% auf 425 Mio. GBP gesteigert werden können. Beim Neugeschäft sei erneut Jackson National Life der Wachstumstreiber (+39,6%) gewesen. Dagegen hätten auf dem britischen Heimatmarkt ein leichter Rückgang (-3,5%) hingenommen werden müssen. Die Q3-Umsatzzahlen seien indes vom Markt mit Enttäuschung aufgenommen worden. Während in Asien und den USA positive Zahlen erzielt worden wären, sei das Neugeschäft in Großbritannien um 21% gg. VJ gesunken. Auch die Neunmonatszahlen von egg:| sei mit einem Verlust vor Steuern von 115,1 Mio. Pfund (VJ: 108 Mio. Pfund) schlechter ausgefallen als erwartet.
Die strategische Ausrichtung auf weitgehend standardisierte Retailprodukte habe sich für Prudential bislang nicht ausgezahlt. Der Abbau der konzerneigenen Vertriebsmannschaft um 40% in Großbritannien habe nicht durch die stärkere Fokussierung auf unabhängige Broker ausgeglichen werden können, da auf der Brokerebene ein intensiver Wettbewerb zwischen den Anbietern stattfinde. Zudem würden die erneut gestiegen Anlaufverluste von egg:| die Ertragsaussichten weiter belasten. Das ursprüngliche Ziel Ende 2001 den Break even zu schaffen, dürfte sich als zu ehrgeizig herausstellen.
Angesichts der vergleichsweise hohen Bewertung würden die Analysten des Helaba Trusts vor diesem Hintergrund zu einer Untergewichtung der Aktie raten.
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