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Analysen - Ausland
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29.12.2000
Invensys neutral gewichten
Helaba Trust
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Invensys plc (WKN 860405) entstand aus dem 1999er Zusammenschluss von Siebe Group und BTR Group (beide GB), berichten die Analysten der Helaba Trust.
Der Integrationsprozess sei bis 2001/02 terminiert. Dann würden 300 Mio. GBP Synergien gehoben sein sollen. Der Elektronikausrüster profitiere vor allem von den Restrukturierungswellen in den industriellen Fertigungsprozessen. Er gliedere sich in die Bereiche Automatisierungs- (Automation Systems, Umsatzanteil H1 2000/01: 27%), Energie- (Power Systems, 23%), Steuerungs- und Regeltechnik (Control Systems, 30%) sowie Software (Software Systems, 17%). Letzterer sei erst im Sommer 2001 im Zuge der Akquisition der bankrotten Baan (NL) gebildet worden. Darüber hinaus würden noch Randaktivitäten (4%) bestehen, die sämtlich zum Verkauf stehen würden.
Aufgrund umfangreicher Desinvestments sei der Umsatz im ersten Halbjahr 2000/01 um 17% auf 3.816 Mio. GBP gesunken. Im Kerngeschäft habe Invensys dabei einen Anstieg von 8% auf 3.754 Mio. GBP verbucht. Das EBIT hingegen sei um 33% auf 324 Mio. GBP gesunken. Hier habe sich vor allem der Wegfall der Ergebnisbeiträge von veräußerten Einheiten sowie ein Einbruch bei Software Systems bemerkbar gemacht. Der Aktienkurs habe bereits im September (Q2-Gewinnwarnung) scharf reagiert. Somit sei der Markt von der jüngsten Berichterstattung unbeeindruckt geblieben. Andererseits sei auch die nochmals verschärfte Konzentration durch die mittlerweile beabsichtigte Abspaltung von Power Systems (Börsengang oder Verkauf) ohne große Wirkung geblieben.
Tatsächlich fehle der Energietechnik die enge Affinität zu den übrigen Aktivitäten. Ihre operative Marge habe mit 14,7% zuletzt allerdings spürbar über Konzerndurchschnitt (12,3%) gelegen. Im Automatisierungs- (11,6%) und im Sicherheitsbereich (18,5%) dürfte sich, laut den Experten, der Wettbewerbsdruck angesichts nachlassender Nachfragedynamik und Konzentrationstendenzen vor allem in den USA, dem Hauptabsatzmarkt von Invensys, noch verschärfen. Hohe Margen aller wichtigen-und expansionsfreudigen-Konkurrenten würden hier weiteren Preisspielraum nach unten gewähren. Dennoch erscheine der Bewertungsabschlag von derzeit knapp 30% gegenüber ABB und Schneider überzogen. Die Experten der Helaba Trust würden daher mit der Empfehlung starten, den Titel neutral zu gewichten.
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