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Analysen - Ausland
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22.12.2000
Eastman Depotanteil von 5%
fnet.de Research
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Dem weltgrößten Hersteller fotografischer Produkte Eastman Kodak (WKN 850937) gebührt die zweifelhafte Ehre, im Jahr 2000 unter den 30 Werten des Dow Jones mit die schlechteste Performance abgeliefert zu haben, so die Analysten von fnet.de Research.
Vor allem eine im Frühherbst veröffentlichte Gewinnwarnung habe dafür gesorgt, dass der Titel vom Jahreshoch bei 66,63 Dollar bis in den Bereich von 38 Dollar abstürzte. Hier halte er sich inzwischen allerdings recht stabil. Das möge damit zu tun haben, dass die beiden Hauptbelastungsfaktoren des laufenden Jahres - enorm gestiegene Energiepreise und ein über Erwarten starker Dollar - inzwischen an Einfluss verloren haben. Wer US-Aktien suche, die von einer Dollar-Abschwächung im kommenden Jahr profitieren werden, komme an Eastman Kodak kaum vorbei, denn das Unternehmen erziele mehr als 50 Prozent seiner Umsätze außerhalb der USA.
Stagnierende Nachfrage und starke Konkurrenz dürften den Kurs weiter belasten, aber es würden die positiven Faktoren überwiegen. Da sei zunächst das umfangreiche Rückkaufprogramm: Eastman habe im Jahr 2000 für mehr als eine Milliarde Dollar eigene Aktien zurückgekauft und werde diese Politik 2001 fortsetzen. Auch die fundamentalen Kennzahlen würden überzeugen: Bei einem für 2001 erwarteten Umsatz je Aktie von 48 Dollar und einem aktuellen Kurs von 39 Dollar werde der Titel mit 80 Prozent des anteiliges Jahresumsatzes bezahlt. So billig sei er seit 1992 nicht mehr gewesen.
Eastman dürfte 2001 einen Gewinn von 5,30 und einen Cash Flow von 8,50 Dollar je Aktie erreichen, gemäß den Analysten. Damit errechne sich ein KGV von weniger als acht und ein KCV von 4,6. Nach diesen Kriterien sei die Aktie derzeit um 40 Prozent unterbewertet, wenn man den langjährigen Durchschnittswert zum Vergleich heranziehe. Wurde der Titel noch 1997 teilweise zum Zehnfachen des Buchwerts gehandelt, so liege dieses Verhältnis jetzt bei 2,3. Alles in allem biete die Aktie also für antizyklische Langfristanleger durchaus interessante Perspektiven.
Das amerikanische Investmenthaus Value Line, bekannt für seine treffsicheren Prognosen, rechne laut den Analysten von fnet.de Research zwar kurzfristig nicht mit imposanten Kurszuwächsen, billige der Aktie aber bis in drei, vier Jahren ein Potential von 100 bis 130 Dollar zu. Das klinge realistisch, denn immerhin habe das Papier Anfang 1997 schon einmal knapp 95 Dollar gekostet. Es spreche also wenig dagegen, diesen absoluten Blue Chip ins Depot aufzunehmen.
Die Experten von fnet.de Research empfehlen einen Depotanteil von maximal fünf Prozent und einen Stopp-Kurs von 32 Dollar.
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