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Analysen - Ausland
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20.12.2000
Vivendi Marketperformer
LB Baden-Württemberg
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In den ersten neun Monaten dieses Jahres verzeichnete Vivendi (WKN 591068) einen Umsatz in Höhe von 29,1 Mrd. €, berichten die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg.
Die einzelnen Geschäftsfelder hätten sich dabei sehr unterschiedlich entwickelt. Der Rückzug aus dem Bau- und Immobiliengeschäft (Vinci) sei umsatzbedingt ausgeglichen worden durch hohe interne Zuwächse im Bereich Telekommunikation (+ 34 %) und Pay-TV durch die Einbeziehung von Canal plus für volle neun Monate. In der Umweltsparte habe der interne Umsatz um 11,2 % zugelegt.
Nach dem Vollzug der im Juni angekündigten Fusion sei mit Vivendi Universal weltweit einer der größten Medienkonzerne entstanden, der neben dem Hauptgeschäftsfeld Kommunikation noch im Bereich Umweltdienstleistungen in über 100 Ländern tätig sei. Letzterer trage zur Zeit noch ca. 63 % zum EBITDA bei; der Umsatzbeitrag betrage rund 64%. Ein sukzessiver Rückzug aus diesem Sektor sei geplant. Im Bereich Kommunikation würden sowohl Inhalte (Universal Music, Universal Pictures, Printmedien und Multimedia mit Havas) als auch unterschiedliche Zugriffsmöglichkeiten angeboten (Kabel TV mit USA Networks, Themenparks mit Universal Studios, Pay TV, Mobilfunk mit SFR, Festnetz mit „Le 7“, VivendiNet).
Das zusammen mit Vodafone europaweit betriebene Multi-Access-Portal Vizzavi mit 80 Mio. potentiellen Kunden bilde dabei das Kernstück der Vertriebsstrategie und solle in 2003 seinen Break-even gemessen am EBITDA erreichen. Mit der in Frankreich an zweiter Stelle positionierten Telekommunikationstochter Cegetel, die den Großteil des Gewinnes der Kommunikationssparte auf sich vereine und insgesamt ca. 11 Mio. Kunden bediene, wolle man sich in Frankreich um eine UMTS-Lizenz bewerben. Durch den Verkauf der Getränkesparte von Seagram an Diageo und Pernod Ricard, der noch unter kartellrechtlichem Vorbehalt stehe, dürfte Vivendi Universal nahezu schuldenfrei starten.
Die Analysten hätten ihre Schätzungen mangels konsolidierter Zahlen für Vivendi leicht angepasst. Der Rückzug aus den Randaktivitäten schreite schnell voran und einer der weltweit größten Medienkonzerne sei im Entstehen. Allerdings sei noch ein erheblicher Integrationsaufwand zu bewältigen, so dass die Analysten weiterhin nur von einer marktneutralen Entwicklung ausgehen würden.
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