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Analysen - Ausland
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14.04.2005
ChevronTexaco halten
HSH Nordbank AG
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der HSH Nordbank AG stufen die Aktie von ChevronTexaco (ISIN US1667641005/ WKN 852552) von "verkaufen" auf "halten" herauf.
Der zweitgrößte US-Ölkonzern ChevronTexaco habe im Jahr 2004 den stärksten Gewinnsprung innerhalb des Analge-Universums der Analysten hingelegt. Der Nettoertrag sei um 84,3% auf 13,3 Mrd. USD geklettert. Neben steuerlichen Effekten und einigen Sondereinflüssen seien auch hier in erster Linie der hohe Ölpreis und die starken Raffineriemargen für die gute Performance verantwortlich gewesen. Der Bereich Upstream habe mit 9,5 Mrd. USD den größten Teil zum Konzernerfolg beigesteuert. Dabei sei die Öl- und Gasproduktion infolge von Desinvestitionen und der relativ großen Anzahl älterer Ölfelder um 4,9% auf 2,509 Mio. bpd zurückgegangen.
Auch die Reserve-Replacement-Ratio habe sich mit nur 35% sehr schwach präsentiert. Im Segment Downstream sei der Gewinn um 179% auf 3,3 Mrd. USD gesprungen und habe damit auf die hohen Raffineriemargen und den um 5% gestiegenen Absatz reagiert. Das Chemiegeschäft habe ebenfalls von der starken Konjunktur in den Vereinigten Staaten und Asien profitiert. Hier sei der Ertrag um 355% auf 314 Mio. USD gestiegen.
ChevronTexaco verfüge derzeit nur über eine sehr schwache Projektpipeline für die nächsten Jahre. Erst ab 2007, wenn neue Ölfelder in Kasachstan und Nigeria ihren Betrieb aufnehmen würden, sei wieder mit einem Wachstum der Produktionsvolumina zu rechnen. Vor diesem Hintergrund sei die jüngst angekündigte Übernahme des Konkurrenten Unocal für 18 Mrd. USD zu begrüßen. Die Akquisition wolle das Unternehmen zu 75% in eigenen Aktien und zu 25% in bar finanzieren. Unocal verfüge neben aktuellen Reserven von 1,75 Mrd. boe und einer Produktion von 412 Tsd. bpd über Beteiligungen an verschiedenen Öl- und Gas-Projekten im Golf von Mexiko und Asien. Außerdem verschaffe sich Chevron durch die Übernahme einen verbesserten Zugang zu Ölvorkommen und Pipelines in Aserbaidschan. Nachteil der Transaktion sei der stark negative Einfluss auf die Profitabilität des Unternehmens.
Während der RoACE im Jahr 2004 noch bei hohen 27% gelegen habe, dürfte die Integration von Unocal diese Kennzahl um bis zu 300 bp drücken. Dieser Umstand habe die Investoren negativ auf die Übernahmemeldung reagieren lassen, da sich Chevron bisher immer für eine steigende Profitabilität anstatt einer höheren Produktion ausgesprochen habe. ChevronTexaco werde derzeit mit dem 11,7fachen des für 2006 erwarteten Gewinns bezahlt. Dies entspreche einem Abschlag von ca. 16% gegenüber den anderen Super Majors. Angesichts der bestehenden Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Übernahme von Unocal und der schwachen eigenen Projektpipeline gehe man nicht von einer großartigen Änderung dieser Verhältnisse zugunsten Chevrons aus. Die Aktie sei auf dem aktuellen Niveau nahezu fair bewertet.
Die Analysten der HSH Nordbank AG empfehlen daher, die Aktie von ChevronTexaco zu halten. Das Kursziel liege bei 58 USD.
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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