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Analysen - Ausland
13.04.2005
RHI Rücksetzer nutzen
TradeCentre.de

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Die Experten von "TradeCentre.de" empfehlen nicht investierten Anlegern, Rücksetzer bei der Aktie von RHI (ISIN AT0000676903/ WKN 874182) zum Einstieg zu nutzen.

Der Produzent von Feuerfestprodukten für industrielle Hochtemperaturprozesse über 1.200° C habe im vergangenen Geschäftsjahr bei einem Umsatz von 1,3 Milliarden Euro ein EBIT von 135,6 Millionen Euro gezogen. Die operative Marge mit 10,5 Prozent sei nicht von Pappe. Zu berücksichtigen sei jedoch, dass der Firma Anfang 2005 erste Rückflüsse aus den Asbest-Prozessen in den USA von Halliburton in Höhe von zehn Millionen Dollar zugeflossen seien, die im EBIT 2004 mit acht Millionen Euro berücksichtigt seien. Dieser Effekt habe durchaus mitgeholfen eine zweistellige EBIT-Marge darzustellen. Auf Nettobasis hätten die Wiener das beste Ergebnis in der Konzerngeschichte gefeiert. In der Kasse habe ein Profit von rund 100 Millionen Euro geklingelt.

Der Konzerngewinn sei durch eine kaum nennenswerte Steuerquote von nur sechs Prozent positiv beeinflusst worden. Finanzvorstand Eduard Zehetner habe im Gespräch mit den Experten gesagt: "Wir kalkulieren im Schnitt mit einer Steuerquote von 25 Prozent". Insgesamt sitze das Unternehmen aber auf Verlustvorträgen von 1,3 Milliarden Euro und in der AG von 1,1 Milliarden Euro. Diese horrenden Beträge könnten jährlich zu 75 Prozent genutzt werden. "Je besser unsere operativen Ergebnisse ausfallen, desto höher fällt die Abgrenzung der aktiv latenten Steuern aus", erkläre der CFO. Daher dürfte sich die Steuerquote in 2005 wohl zwischen sechs und 20 Prozent bewegen.

Im Kerngeschäft Feuerfest sei es das Ziel von RHI in 2005 die Einnahmen leicht zu steigern und die üppige EBIT-Marge von über elf Prozent stabil zu halten, habe der Finanzchef gesagt. Der zweite Geschäftbereich, Dämmen mit der Führungsgesellschaft Heraklith, werde schon allein aufgrund der erstmaligen Vollkonsolidierung der slowenischen Termo in 2005 das EBIT um rund 50 Prozent steigern. In 2004 habe die Sparte ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen von zehn Millionen Euro erwirtschaft. Der Konsolidierungseffekt werde im Konzernergebnis in jedem Fall den Sonderertrag von Halliburton im vergangenen Jahr kompensieren

"Wir können sehr zufrieden sein, wenn wir erneut 100 Millionen Euro verdienen", habe Zehetner betont konservativ gesagt. Aber auch in 2005 würden die Österreicher eventuell von einer noch ausstehenden Zahlung von Honeywell mit einem Volumen von 60 Millionen Dollar profitieren. Das sei aber eine Timing-Frage und nicht gewiss, dass die Zahlung in 2005 erfolge, bremse der CFO die Euphorie.

Gewiss sei in jedem Fall, dass die RHI sich mittelfristig strategisch nur auf das Kerngeschäft fokussieren werde. "Trotz der inzwischen guten Ergebnisbeiträge im Bereich Heraklith wollen wir die Sparte verkaufen", so Zehetner. Eile herrsche unverändert nicht. Die Preisvorstellungen des Finanzchefs für das Standbein dürften sich von ursprünglich 120 bis 130 Millionen Euro auf 180 bis 200 Millionen Euro erhöht haben. Die Größenordnung habe er nicht bestätigen wollen. "Wenn wir das Ergebnis um 50 Prozent im Bereich Dämmen verbessern, steigt natürlich auch meine Preisvorstellung", so Zehetner.

Per Ende 2004 habe der verzinsliche Schuldenstand des Unternehmens 290 Millionen Euro betragen. Hinzu komme eine nachrangige Wandelschuldverschreibung von 130 Millionen Euro. Spätestens bis Ende 2009 werde die Schuldverschreibung in Eigenkapital gewandelt. Aufgrund dessen werde sich die Aktienanzahl auf fast 40 Millionen Stücke erhöhen, zum 1. April seien knapp 23 Millionen im Markt. Das von Banken bereitgestellte so genannte Mezzanin-Kapital von 400 Millionen Euro sei bis 2007 zins- und tilgungsfrei. "Wir liegen trotz hohen Investitionen von bis zu 70 Millionen Euro in 2005 bei unserem Tilgungsplan um ein Jahr voraus", habe der CFO gesagt.

"Wir arbeiten an einem Refinanzierungspaket und könnten zumindest bilanziell schon in zwei Jahren völlig frei von Schulden sein", kündige Zehetner an. Spätestens im Jahr 2007 werde sodann auch das Eigenkapital im RHI-Konzern wieder positiv sein, wenn man die Wandelanleihe bereits voll einrechne. Bekanntlich sei das Eigenkapital immer noch im dreistelligen Bereich negativ als "Andenken" aufgrund der Asbest-Probleme der US-Tochter in 2001.

Selbst nach der Ausweitung der Aktienanzahl wegen der Wandelschuldverschreibung bringe es RHI lediglich auf einen Börsenwert von 960 Millionen Euro. Das KGV liege bei preiswerten zehn. Wer der Kaufempfehlung der Experten von Anfang August bei Kursen um 18 Euro gefolgt sei, habe einen Kursgewinn von mehr als 25 Prozent verbucht. Investoren sollten kein Stück aus der Hand geben.

Nicht investierte Anleger versuchen bei Rücksetzern der RHI-Aktie zum Zuge zu kommen, so die Experten von "TradeCentre.de".



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