|
Analysen - DAX 100
|
12.12.2000
HypoVereinsbank verkaufen
Kreissparkasse Pinneberg
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Die HypoVereinsbank (WKN 802200) habe Ende Oktober positive Daten für die Geschäftsentwicklung der ersten neun Monate gemeldet, so die Analysten der KSK Pinneberg.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei der Provisionsüberschuss um 33,1% auf 1,77 Mrd. € und das Eigenhandelsergebnis um 48,5% auf 0,51 Mrd. € gestiegen. Der Zinsüberschuss habe sich um 1,7% auf 3,67 Mrd. € verringert. Mit einem Ergebnis vor Steuern von 1,43 Mrd. € in diesen drei Quartalen habe das Vorjahresergebnis um 535% übertroffen werden können. Hintergrund dieser deutlich verbesserten Situation sei, neben dem mit + 3,2% nur moderat gestiegenen Verwaltungsaufwand, die um 57,6% gesunkene Kreditrisikovorsorge (1,067 Mrd. € weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres!).
Die Altlasten aus dem Immobiliengeschäft schienen damit endgültig bereinigt zu sein, mit einer Eigenkapitalrendite von nun 8,5% liege die BHV im selbstgesteckten Zielkorriodor. Trotz dieser positiven Daten müssten die Experten der KSK Pinneberg festhalten, dass das eigentliche Kerngeschäft der HypoVereinsbank auch ohne Altlasten ein nach wie vor belastender Faktor sei - die Hypotheken-Neuzusagen hätten sich um nahezu 30% auf 13 Mrd. € reduziert.
Die belastenden Eckdaten (rückläufige Bautätigkeit, Überangebot, geändertes Anlegerverhalten: Wertpapieranlagen statt Immobilien) beträfen zwar die gesamte Branche, dies treffe die BHV aber deutlich stärker als die Mitbewerber. Mit einem Anteil von unter 30% an den Gesamterträgen sei der Provisionsanteil einfach zu niedrig, um dort einen Ausgleich schaffen zu können.
Diese Zahlen und die Aussichten für die unmittelbare Zukunft hätten den Blick auf die strategisch richtige Positionierung als europäische Regionalbank mit einem starken Standbein im interessanten Mitteleuropa-Geschäft (Polen, Ungarn, Tschechien) deutlich eingetrübt. Trotz dieser - unbestritten positiven – Aussichten: die bisherigen Zahlen seien nicht überzeugend und das Kreditgeschäft verspreche keine schnelle Erholung in den nächsten Quartalen. Der in der letzten Woche vollzogene charttechnische Bruch lasse zur Zeit keine Aufrechterhaltung unserer bisherigen Kaufempfehlung zu.
|