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Analysen - Neuer Markt
12.12.2000
MobilCom upgrade
Aktienservice Research

www.optionsscheinecheck.de

Derzeit stufen die Analysten von Aktienservice Research die Aktien von MobilCom (WKN 662240) auf "spekulativ kaufen" herauf.

MobilCom arbeite derzeit im Bereich des Breakevens im operativen Geschäft. Dass die UMTS-Vorlaufkosten erst nach Start des UMTS-Angebots (frühestens 2002) sukzessive amortisiert werden könnten, sei offensichtlich. MobilCom könnte bereits erhebliche Gewinne erwirtschaften, doch investiere man hinsichtlich UMTS, forciere in Marketing, um bis zum Start des Angebotes möglichst viele Kunden zu besitzen.

So habe MobilCom z.B. den Marktanteil bei den Mobilfunk-Vertragskunden in Deutschland im 3. Quartal auf über 22% steigern können. Außerdem sei MobilCom in die Europa-Strategie der France Telecom integriert und ein wichtiger Baustein beim geplanten Börsengang der Orange-Gruppe. Dies spreche dagegen, dass MobilCom bei theoretischen Liquiditätsengpässen keine Unterstützung von France Telecom erhalten würde.

Die Marketingkosten könnten aus dem Cash-flow finanziert werden, während Ericsson den Aufbau des UMTS-Netzes bis zur Inbetriebnahme der ersten Regionen Ende 2002 übernehme und vorfinanziere. Sollte sich darüber hinaus Liquiditätsbedarf ergeben, sei dieser durch vorsorgliche Betriebsmittel-Kreditlinien abgedeckt. Selbst die Zinsaufwendungen für den Lizenzkredit würden mit 150 Millionen DM/Quartal vergleichsweise überschaubar (weniger als 10% vom Umsatz)ausfallen.

Mit zunehmender Anzahl der Kunden, die entsprechendes Migrationspotenzial zu UMTS-Diensten aufweisen würden, verkürze sich die Zeitspanne bis zur Amortisation der erheblichen Vorlaufkosten. Daher und angesichts der Dimensionen spiele es derzeit kaum eine Rolle, ob je akquiriertem Neukunden 130, 260 (aktueller Wert) oder 400 DM aufgewendet werden müssten.

Gewinne seien bei MobilCom frühestens 2007 zu erwarten. Aktienservice Research tendiere eher zu 2010 als Jahr des Breakevens. Vor diesem Hintergrund könne eine Fundamentalbewertung auf Basis von PEG oder KGV nicht als Orientierungshilfe herangezogen werden. Einziger fundamentaler Anhaltspunkt sei somit die Bewertung je Mobilfunkkunde. Die Vorlauf-, Finanzierungs- und forcierten Akquisitionskosten im Hinblick auf UMTS herausgerechnet, arbeite MobilCom durchaus profitabel.

Verglichen mit T-Mobile bzw. VoiceStream, deren Bewertung rund 5.000 Euro je Kunde aufweise, sei MobilCom mit min. 500 und max. 1.000 Euro pro Kunde je nach Berechnungsgrundlage zweifellos sehr günstig bewertet. Der Mobilfunkkunde von MobilCom werde somit derzeit mit einem wesentlich geringeren Wert bewertet, als noch vor UMTS. Diese deutliche und wider aller Logik aufgekommene Diskrepanz sei eine Unterbewertung, die nahezu ausschließlich auf das schlechte Marktsentiment am Neuen Markt zurückzuführen sei. Würde das Unternehmen bspw. im MDAX notieren, wären die Kursverluste weitaus geringer ausgefallen.

Vor dem Hintergrund der zunehmend deutlichen Unterbewertung im Wettbewerbsvergleich sehe Aktienservice Research das zweifellos vorhandene Amortisationsrisiko hinsichtlich des UMTS-Ertragspotenzials über Gebühr eingepreist. Aktienservice Research stufe den Titel daher von "verkaufen" auf "spekulativ kaufen" herauf, wobei zunächst eine Anfangsposition mit geringer Kapitalgewichtung aufgebaut werden sollte. Mit zunehmender Verbesserung des Marktsentiments sollten die Positionen marktkonform ausgebaut werden. Liquiditätsprobleme sehe Aktienservice Research in den nächsten 4 Jahren nicht.



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