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Analysen - Neuer Markt
12.12.2000
edel music spekulativ
Aktienservice Research

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Derzeit empfehlen die Analysten von Aktienservice Research dem spekulativ ausgerichteten Anleger die Aktien von edel music (WKN 564950).

Klar ersichtlich werde, dass es dem Konzern bisher noch nicht gelungen sei, die zahlreichen Akquisitionen effizient in den Konzern zu integrieren. Dies sei jedoch auch ein Prozess, der ein wenig Zeit in Anspruch nehme. Was sich das Management allerdings ankreiden lassen müsse, seien die Verfehlungen der Planzahlen, die beim Ertrag viel zu ambitioniert gewesen seien. Aktienservice Research hege die Hoffnung, dass sich dies mit dem neuen Interims-Vorstand und seinem Nachfolger grundlegend ändern werde. Denn hätte das Unternehmen sich im letzten Jahr nicht so weit aus dem Fenster gelehnt, könnte man in diesem Jahr durchaus eine positive Entwicklung demonstrieren. Generell steige das wirtschaftliche Risiko insbesondere bei Unternehmen, welche ihr Wachstum vornehmlich extern forcieren würden. Gleichzeitig sei dies jedoch der einzige Weg, um schnell eine entsprechende Marktposition zu etablieren, welche anschließend auf reiferem Niveau in geordneten Bahnen ausgebaut werden könne. Positiv bei edel music sei hierbei jedoch, dass der Konzern sich bei den Übernahmen auf die Verstärkung der Kerngeschäftsfelder konzentriert habe und nicht – wie bei vielen anderen Unternehmen zu beobachten – neue Geschäftsfelder erschlossen habe, die nicht zu den eigentlichen Kernkompetenzen gehören würden.

Liquiditätsprobleme seien bei edel nicht zu erwarten, derzeit verfüge das Unternehmen über liquide Mittel in Höhe von 30 Millionen DM, wobei die zur Verfügung stehenden Kreditlinien der Banken noch nicht berücksichtigt seien. Parallelen zu EM.TV würden daher jeder Grundlage entbehren. Dadurch, dass das Unternehmen die Planzahlen für das laufende Jahr verfehle, sei eine Prognose für die kommenden Geschäftsjahre sehr schwierig. Aktienservice Research befürchte, dass die Integration der vielen Übernahmen die Ertragssituation der nächsten 1-2 Jahre weiter belasten werde. Allerdings erwarte Aktienservice Research nicht, dass das Unternehmen dabei stark in die Verlustzone abgleite. Insofern halte sich das Anlegerrisiko in Anbetracht des deutlich ermäßigten Aktienkurses in Grenzen. Ausgegangen von einem Gewinn je Aktie von 1,1 Euro im Geschäftsjahr 2001e, der ursprünglich für das laufende Geschäftsjahr geplant gewesen sei und hierbei nochmals ein Integrationsabschlag von 50% einkalkuliere, errechne sich ein Gewinn von 0,55 Euro je Aktie für 2001e. Diese Planung repräsentiere rund ein Drittel des ursprünglich angestrebten Wertes, wobei die Prognose bewusst übertrieben konservativ gehalten geworden sei.

Mit einem 2001e-KGV von rund 12 sei der Titel bei konservativer Prognostik fundamental also keineswegs überbewertet. Davon ausgegangen, dass das Kosteneinsparungsprogramm in Verbindung mit Roland Berger sukzessive Früchte trage, erwarte Aktienservice Research moderate Gewinnsteigerungsraten von durchschnittlich 20% für die kommenden 4 Jahre, wobei sich die Gewinndynamik ab 2003 aufgrund der dann wegfallenden Integrationskosten deutlich steigern dürfte. Mit einer PEG-Ratio von 0,6 sei der Titel somit durchaus attraktiv bewertet. Das Kursziel sehe Aktienservice Research mit Sicht auf 12 Monate bei rund 12 Euro, was Verdopplungspotenzial impliziere. Vor diesem Hintergrund könne dem risikobereiten und langfristig ausgerichteten Investor ein Engagement mit geringer Kapitalgewichtung nahegelegt werden. Die Einhaltung der revidierten Planzahlen vorausgesetzt, sei der Titel auf dem deutlich ermäßigten Kursniveau und der vielversprechenden Marktposition attraktiv bewertet. Aufgrund der jüngsten Entwicklung sei der Titel für den strategischen Investor jedoch nicht geeignet, sondern müsse als hochspekulativ betrachtet werden.


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