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Analysen - Neuer Markt
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29.11.2000
Bintec verkaufen
Performaxx
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www.optionsscheinecheck.de
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Der Kursverlauf der Bintec-Aktie (WKN 516100) deckt sich mit der Geschäftsentwicklung der vergangenen Monate, berichten die Analysten von „Performaxx“.
Besonders eklatant sei das schwache 3. Quartal gewesen. Die Umsatzerlöse hätten mit 1,664 Mio. Euro deutlich unter den im Vorjahreszeitraum erwirtschafteten 7,883 Mio. Euro gelegen. Das EBIT habe im 3. Quartal 1999 601 Tsd. Euro betragen, in den abgelaufenen drei Monaten habe Bintec jedoch ein negatives EBIT in Höhe von 5,629 Mio. Euro verzeichnet. Der Jahresendbetrag habe sich ebenfalls gedreht: Aus einem Überschuß (339 Tsd. Euro) sei ein hoher Fehlbetrag (3,823 Mio. Euro) geworden.
Die Gründe für den Umsatzeinbruch sehe die Geschäftsführung überwiegend in den Lieferverzögerungen seiner Bauelemente-Lieferanten. Aufträge hätten in Folge dessen nicht termingerecht abgewickelt werden können, teilweise hätten sogar aufwendige Designänderungen vorgenommen werden müssen. Hierbei habe es sich laut Bintec um Geschäftsabschlüsse aus dem Zeitraum Ende 1999 bis Anfang 2000 gehandelt. Es erscheine den Analysten daher als schwerwiegendes Vergehen gegenüber den Aktionären, dass das Unternehmen noch im August verkündet habe, der Halbjahresumsatz liege voll im Plan. Dies decke sich ganz offensichtlich nicht mit den Aussagen des aktuellen Quartalsberichtes.
Mit dem neuen Vertriebsstandort München und größerer Kundenähe wolle Bintec künftig seine Vertriebsstruktur verbessern. Das klinge gut, sei aber nichts sensationell Neues in der Branche und werde die Absatzprobleme wohl kurzfristig nicht beseitigen. Viel Hoffnung stecke Vorstandsvorsitzender Walter Erl in die Neustrukturierung der Prozessabläufe, für die eigens eine „Task Force“ gegründet worden sei. Allein die Maßnahme offenbare die akuten Schwächen des Unternehmens. Auch hier würden die Analysten den Faktor Zeit als sehr bedenklich ansehen. Die nachhaltige Verbesserung der Vertriebs- und Absatzwege ziehe sich über viele Monate hinweg. Eine angepriesene Vertriebsmaßnahme sei das Angebot für Kunden, bis Ende des Jahres bei Kauf eines neuen Bintec-Produktes Altgeräte in Zahlung zu nehmen.
Eine Maßnahme, die kaum zu Ertragssteigerungen beitragen werde. Die Versorgung mit Bauteilen sei langfristig gesichert. Dies habe das Unternehmen bereits im Sommer versichert, so dass die Analysten davon nicht restlos überzeugt seien. Der angekündigte Personalabbau lasse Rückschlüsse auf die Erwartungshaltung für die Zukunft des Unternehmens zu.
Bintec Communications habe vielfältige Probleme, die nach Überzeugung der Analysten kurzfristig nicht zu beheben seien. Das größte sei wahrscheinlich der Vertrauensverlust gegenüber den Investoren. Da sich auch die Wettbewerbsfähigkeit der aktuellen Produktpalette erst noch beweisen müsse, werde die Bintec-Einstufung auf verkaufen geändert.
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