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Analysen - Neuer Markt
23.11.2000
Medion kaufen
AC Research

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Die Analysten von AC Research stufen die Aktien der Essener Medion AG (WKN 660500) als Kauf ein.

Der innovative Elektronikdienstleister habe seit seiner Börsenzugehörigkeit eine beeindruckende Performance erzielen können. Das sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Gesellschaft ihre selbstgesteckten Ziele regelmäßig übertreffen und kontinuierlich steigende Gewinne erwirtschaften könne.

Zudem könne die Geschäftsstrategie von Medion durch ihre schlüssige Konzeption bestechen. So würde das Unternehmen ihre Vertriebspartner von gezielten Verkaufsaktionen dadurch überzeugen, dass diese ihr Sortiment um technologische Geräte erweitern könnten, ohne dafür eine Beratung anbieten zu müssen. Auf diese Weise hätten die Supermärkte und Lebensmittel-Discounter die Möglichkeit sich einen größeren Kundenkreis zu erschließen. Zum anderen könnten auch die Produkthersteller von den Dienstleistungen profitieren. Diese würden sich durch die Aktionen neue Absatzkanäle außerhalb des Fachhandels erschließen, ohne dafür Servicekapazitäten bereitstellen zu müssen. Darüber hinaus könne Medion seine Erfahrungen aufgrund der Kundenbetreuung über das Call-Center bei der Entwicklung der Aktionswaren sowie bei deren Gestaltung einbringen.

Das Geschäftsmodell des Unternehmens sei durch eine schlanke Organisation unter weitgehender Vermeidung von Lagerkosten gekennzeichnet. So würden die Lieferaufträge an die Hersteller erst dann vergeben werden, wenn das Geschäftsvolumen durch Verträge mit den Handelsunternehmen abgesichert sei. Mittels eines effektiven Logistikmanagements würden die Vertriebspartner dann erst kurz vor Beginn der Verkaufsaktionen beliefert werden.

Die intakte Wachstumsstory habe das Unternehmen auch durch das zuletzt bekannt gegebene Ergebnis für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres eindrucksvoll bestätigen können. Der Umsatz des Marketingdienstleisters sei gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode um 55,8% auf 147,9 Mio. Euro geklettert. Dabei habe der Nettoüberschuss um ebenso 55,8% auf 5,05 Mio. Euro gesteigert werden können. Hieraus ergebe sich ein Gewinn in Höhe von 0,21 Euro pro Aktie für das erste Quartal, nach 0,135 Euro im Vorjahresquartal.

Besonders erfreulich sei in diesem Zusammenhang, dass Medion die Auslandserlöse gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 15,3 Mio. Euro auf 34,8 Mio. Euro mehr als verdoppeln konnte. Damit habe dieser Bereich bereits fast ein Viertel zum Gesamtumsatz beigetragen. Das erste Quartal trage erwartungsgemäß nur rund 10% zum Jahresumsatz bei, doch könne die bisher hervorragende Geschäftsentwicklung als Indiz für den weiteren Verlauf in diesem Jahr dienen. Medion habe somit bewiesen, dass die bereits in Deutschland erfolgreiche Geschäftsstrategie auch konsequent auf das Ausland übertragen werden könne. Die internationale Expansion würde zwar zusätzliche Investitionen zum Aufbau von Marketing-Teams in den jeweiligen Ländern nötig machen, doch dürfte es sich dabei um einen einmaligen Kostenanstieg handeln.

Für das Geschäftsjahr 2000/01 erwarten die Experten ein Ergebnis von 2,01 Euro je Aktie und für das darauffolgende Jahr einen Gewinn von 3,25 Euro. Auf der Basis des aktuellen Kurses (72 Euro) würde sich demnach ein KGV für 2000 von 35,8 bzw. für 2001 von 22,1 ergeben.

Der Geschäftsbereich PC/Multimedia würde nach wie vor die wichtigste Stütze des Unternehmens darstellen. Der Umsatzanteil dieser Sparte habe bis jetzt fast drei Viertel des Geschäftsvolumens eingenommen. Die allgemein erwartete Abschwächung bei den PC-Absätzen dürfte jedoch die Geschäftsentwicklung bei Medion nicht beeinflussen, da die Schwierigkeiten der Computer-Branche weniger im Konsum- als vielmehr im Geschäftskundenbereich liegen würden. Eine Gefahr für die Geschäftsentwicklung könnte aber darin bestehen, dass die Produkte von Medion zum größten Teil für den Massenmarkt konzipiert seien, weshalb sich eine Eintrübung des konjunkturellen Klimas negativ auf die Verkaufszahlen auswirken könnte. Zur Zeit sehen die Analysten jedoch keine Anzeichen für eine Abschwächung der Konsumfreudigkeit, noch dazu wo die Weihnachtszeit bevorstehe.

Die zunehmende Bedeutung neuer Trendprodukte und die immer schneller voranschreitende Produktinnovation, vor allem im Telekommunikationsbereich sollten auch weiterhin für starke Wachstumsraten sorgen. Zusätzliche Impulse dürfte auch der Ausbau der eCommerce-Aktivitäten mit sich bringen. Der große Vorteil von Medion in diesem Bereich sei es, dass man im Gegensatz zu anderen Unternehmen auf die eigene Logistik und den After-Sales-Service zurückgreifen könne. Darüber hinaus sollte sich der Gewinn aufgrund einer verringerten Steuerbelastung in den nächsten Jahren überproportional zu den Umsätzen entwickeln können.

Zusätzlich sollte Medion seine Marktführerschaft auch in Zukunft behaupten können, da ihr Geschäftsmodell als einzigartig zu betrachten sei. Die Mitkonkurrenten IPC Archtec und 4MBO würden ihre Verkaufsaktionen derzeit noch in einem deutlich kleineren Umfang durchführen, könnten nur auf eine geringere Produktpalette zurückgreifen und hätten zudem nicht die exzellenten Kooperationspartner wie das Mülheimer Unternehmen. Außerdem sei Medion das weitaus größere Unternehmen und gehöre dem NEMAX 50 an. Darüber hinaus sollte man nicht das Faktum außer acht lassen, dass Medion ein First-Mover-Advantage zustehen würde. Im Vergleich zu seinen Wettbewerbern könne Medion deshalb auch eine höhere Bewertung rechtfertigen. 4MBO mit einem KGV für 2000 von 47,2 bzw. 2001 von 11,5 müsse erst noch beweisen, dass man in Zukunft größere Geschäftsvolumina generieren könne. IPC Archtec, als nächst größerer Konkurrent, mit einem 2000er KGV von 34,6, könne trotz geringerer Umsätze nicht über eine größere Gewinndynamik als Medion verfügen.

Angesichts des jüngsten Kurssturzes könne man den Titel nun zu einem Kurs kaufen, bei dem sämtliche Gründe für einen Bewertungsaufschlag noch nicht berücksichtigt seien. Für die Analysten von AC Research stelle Medion daher ein solides Basisinvestment am Neuen Markt dar. Trotz des schwierigen Börsenumfeldes billige man dem Titel in einem halben Jahr ein Potential bis 110 Euro zu. Auf Sicht von 12 Monaten sollten Regionen um 140 Euro erreichbar sein.



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