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Analysen - Neuer Markt
23.11.2000
d+s online kaufen
BfG Bank

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Im dritten Quartal 2000 erzielt die d+s online AG (WKN 533680) einen Umsatz von 6,5 Mio. € nach 2,8 Mio. € im Vorjahr, so die Analysten der BfG-Bank.

Gegenüber dem 2. Quartal bedeute dies einen Zuwachs von 18%. In den ersten neun Monaten 2000 belaufe sich der Umsatz auf 16,6 Mio. € und liege damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr (8,2 Mio. €). Den Planungen entsprechend betrage der Fehlbetrag vor Steuern 2 Mio. €.

Der Bereich Communication﷓Center habe sich mit der Eröffnung der neuen Center in Frankfurt/Oder neue Wachstumsmöglichkeiten erschlossen, die sukzessive in zusätzlichen Umsatz mündeten. So habe der Umsatz im 3. Quartal mit 5,8 Mio. € um 0,7 Mio. € zum 2. Quartal erhöht werden können. Gegenüber dem Vorjahr betrage das Plus 107%. In den ersten neun Monaten hätten die Umsätze ausschließlich durch internes Wachstum um 89% auf 15,4 Mio. € hochgefahren werden können. Dies zeige die hohe Nachfrage nach diesen Dienstleistungen von d+s online und die solide Marktstellung des Unternehmens. Im September habe das Unternehmen die Verdoppelung des Auftragsvolumens durch die Deutsche Telekom vermelden können.

Im neuen Bereich e-Commerce sei im 3. Quartal ein Umsatz von 680.000 € erzielt worden, in den ersten neun Monaten von 1,2 Mio. €. Es zeige sich, dass das Wachstum in diesem Feld nicht so dynamisch wie ursprünglich geplant habe vorangetrieben werden können. Die Jahresplanung werde deshalb überarbeitet und auf 3,4 Mio. € zurückgenommen. Zur Verstärkung der Vertriebskraft habe d+s online Ende September die Übernahme von zwei Distributionsunternehmen angekündigt, die durch eine a. o. Hauptversammlung noch genehmigt werden müssten. Damit sollten vor allem mittelständische Unternehmen verstärkt für die e-Commerce-Produkte von d+s gewonnen werden.

Aufgrund der hinter den Erwartungen liegenden Umsätzen habe der Vorstand eine Planrevision vorgenommen. Am ursprünglichen Umsatzziel von 33,1 Mio. € im Geschäftsjahr 2000 werde nicht mehr festgehalten. Die Planung sei auf 26,5 Mio. € erheblich nach unten korrigiert worden.

Von der Differenz von 6,6 Mio. € entfielen 3,8 Mio. € auf e-Commerce und 2,8 Mio. auf die Communication-Center. Während es sich bei letzterem nur um eine zeitliche Verschiebung der Umsätze, bedingt durch Schulungszeiten für die neuen Mitarbeiter, handele, sei das Problem bei e-Commerce anders gelagert. Die Gesellschaft habe feststellen müssen, dass die Entscheidungsprozesse bei den Kunden bezüglich e-Commerce länger dauerten als ursprünglich angenommen. Außerdem erforderten die nachgefragten Beratungsleistungen einen längeren Akquisitions- und Umsetzungsprozess. Dafür ergebe sich eine höhere Wertschöpfung. Ferner müsse der Vertrieb der gesamten Produktpalette in das 4. Quartal verschoben werden. Daraus ergebe sich die Aussicht auf ein verbessertes Jahresergebnis von deutlich unter minus 4 Mio. € (Planung 4,4 Mio. €).

Die Communication﷓Center seien das Rückgrat der Gesellschaft. Das Geschäftsfeld wachse mit hohen Raten weiter und werde die Ergebnissituation im kommenden Jahr erheblich verbessern. Andere Wettbewerber, wie z. B. Camelot, bestätigten die Einschätzung von d+s online, dass die Zukunft der Communication-Center in der multimedialen Kommunikation mit den Kunden liege. Darauf sei d+s online schon heute eingerichtet. Die Gesellschaft sei hier am Markt gut aufgestellt und wachse überproportional. Das hohe Wachstum verdeutliche die Dynamik in diesem Geschäft.

Beim Aufbaugeschäftsfeld e﷓Commerce gestalte sich die Expansion schwieriger als geplant. Auf die Geschwindigkeit der Entscheidungsprozesse bei den Kunden dürfte d+s nur schwer Einflussnehmen können. Dies dürfe die weitere Expansion belasten. Der verspätete Vertrieb der e-Produkte dürfe die Gesellschaft Terrain gegenüber dem Wettbewerb gekostet haben, den es gelte, wieder aufzuholen. Ohne indirekten Vertriebsweg dürfe dies schwierig werden.

Insgesamt sei man der Meinung, dass die Communication-Center stärker in den Fokus rücken würden, die Gesellschaft sich auf ihre Stärken besinne. Im Geschäftsfeld e-Commerce würden teilweise neue Wege zu beschreiten sein.

Aktuell betrage die Marktkapitalisierung der Gesellschaft 60 Mio. €. Abzüglich der Nettoliquidität von 30,6 Mio. € betrage der Unternehmenswert 29,4 Mio. €. Dies entspreche dem 1,1-fachen erwarteten Gesamtumsatz 2000 oder dem 1,3-fachen des erwarteten Umsatzes der Communication-Center.

Die Camelot AG, ein Konkurrent von d+s online im Bereich Communication-Center weise eine Marktkapitalisierung von 75 Mio. € bei einem erwarteten Umsatz von 15 Mio. € im laufenden Jahr auf. Abzüglich der zugeflossenen Mittel aus dem IPO betrage der Unternehmenswert ca. 50 Mio. €. Dies entspreche dem 3,3-fachen des erwarteten Umsatzes 2000. Die Bewertung von Camelot durch die Börse sei damit um ein Mehrfaches höher als von d+s online. Bei gleicher Bewertung wären allein die Communication-Center von d+s mit 76 Mio. € zu bewerten, auf Basis der erwarteten Umsätze 2001 steige der Wert auf 125 Mio. € an.

Daraus werde geschlossen, dass der Markt die Bedeutung und Chancen von Communication-Centern im Bereich Customer Relationship-Management durchaus verstehe. Damit bleibe als Problemquelle nur das Geschäftsfeld e-Commerce. Hier sehe der Markt derzeit wohl mehr Risiken als Chancen für d+s.

Die Empfehlung der Analysten der BfG-Bank laute daher kaufen.



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