|
Analysen - Nebenwerte
|
02.03.2005
Borussia Dortmund verkaufen
Independent Research
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Die Analysten von Independent Research empfehlen weiterhin, die Aktien von Borussia Dortmund (ISIN DE0005493092/ WKN 549309) zu verkaufen.
Die Gesellschaft habe Zahlen für das erste Halbjahr 2004/2005 veröffentlicht.
So sei der Umsatz auf 39,3 Millionen Euro gefallen. Die Personalkosten hätten mit 23,2 Millionen Euro leicht über den Erwartungen der Analysten von Independent Research gelegen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen seien mit 32,1 Millionen Euro etwas niedriger ausgefallen als erwartet.
Das Unternehmen habe Drohverlustrückstellungen in Höhe von 24 Millionen Euro vorgenommen. Hierdurch habe das Nettoergebnis bei -54,8 Millionen Euro gelegen. Der operative Mittelverbrauch habe bei 13,3 Millionen Euro gelegen. Die Struktur des operativen Cash Flows sehe man aber als schlechter als erwartet an. So habe sich das Unternehmen massiv aus dem Nettoumlaufvermögen finanziert. Bereinigt um diesen Effekt habe der operative Mittelverbrauch mit 26,6 Millionen Euro deutlich über den Erwartungen der Analysten von Independent Research gelegen.
Auf Basis der vorgelegten Zahlen rechne man nun mit einem EBIT 2004/2005e von -59,4 Millionen Euro, wobei man davon ausgehe, dass Einsparungen bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen den Umstand, dass der Verein bei den Personalkosten schlechter als erwartet liege, überkompensieren könnten. Das Nettoergebnis sehe man auf Grund der Drohverlustrückstellung bei -86,9 Millionen Euro. Für 2005/2006 rechne man nun mit einem EBIT-Verlust von 22,6 Millionen Euro. Ferner erwarte man, dass Einspareffekte bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in 2004/2005 schneller als bisher angenommen erreicht werden könnten. Das Gesamtpotential sehe man aber unverändert.
Folglich sollte der Rückstand bei der Senkung der Personalkosten in 2005/2006e nach Ansicht der Analysten von Independent Research negative Auswirkungen haben. Entsprechend erwarte man für 2007/2008e nun ein EBIT -Verlust von 4,2 Millionen Euro. Laut Presseberichten habe der Fondsinitiator Commerzleasing eine Rückzahlung des Agios von knapp 4,5 Millionen Euro angeboten, um den Gesellschaftern des Stadionfonds von Borussia Dortmund eine Zustimmung zum Sanierungskonzept attraktiv zu machen. 5.800 Anleger hätten vor etwa zwei Jahren insgesamt 89,6 Millionen Euro in den Fonds investiert.
Eine außerordentliche Gesellschafterversammlung am 14. März solle entscheiden, ob Borussia Dortmund für 42,8 Millionen Euro 42,8% der Stadionanteile wieder zurückkaufen dürfe. Das Geld sei derzeit auf einem Barkonto als Sicherheit hinterlegt. Laut BVB-Berater Rölfs würde bei einem Scheitern eine "unmittelbare Insolvenz" drohen.
Da die Zahlen im Rahmen der vorab bekannt gegebenen Zahlen liegen würden bleibe die Bewertung der Analysten von Independent Research nach dem Substanzwert praktisch unverändert. Das Kursziel sinke moderat von 1,83 Euro auf 1,76 Euro. Das Insolvenzrisiko bestehe unverändert.
Die Analysten von Independent Research empfehlen weiterhin, die Aktien von Borussia Dortmund zu verkaufen.
|