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Analysen - Ausland
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16.11.2000
ENI Marketperformer
LB Baden-Württemberg
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Der sich mit 35,2 % in italienischem Staatsbesitz befindliche Öl- und Gaskonzern ENI (WKN 897791) zähle mit einem Umsatz von 31,0 Mrd. Euro zu den neun größten integrierten Ölgesellschaften der Welt, so die Analysten der LBBW.
Der Konzern habe im dritten Quartal dieses Jahres seinen Gewinn auf 1,8 Mrd. Euro von 0,8 Mrd. Euro gesteigert und damit im Rahmen der Erwartung gelegen. Der adjustierte operative Gewinn habe in den ersten neun Monaten um 122 % auf 6,8 Mrd. Euro, das adjustierte Nettoergebnis um 128 % auf 4,6 Mrd. Euro verbessert werden können. Der Anstieg des Gewinns begründe sich mit den stark gestiegenen Rohöl- und Gaspreisen sowie erhöhten Raffinerie-Margen. Zudem habe sich neben dem Anstieg der in Euro bemessenen Verkaufspreise sowohl die rückläufigen Fixkosten als auch die höheren Erdgasumsätze positiv auf das Ergebnis ausgewirkt.
Begünstigt durch das anhaltend hohe Ölpreisniveau dürften die Ertragsperspektiven für das restliche Geschäftsjahr weiterhin gut sein. Während die Analysten der LBBW für das operative Ergebnis eine Steigerung um 88 % auf 9,7 Mrd. Euro erwarteten, prognostizierten sie für das adjustierte Nettoergebnis einen Rekord von 5,5 Mrd. Euro. Die Investitionen dürften im laufenden Jahr gegenüber dem Vorjahr um 5 % auf rund 5,8 Mrd Euro gesteigert werden können. Unter der Annahme eines ab dem zweiten Quartal 2001 abnehmenden Ölpreises sowie einem sich erholenden USD/-Wechselkurses dürften sich die Gewinne in 2001 zurückentwickeln. Unter der zusätzlichen Belastung zurückgehender Raffinerie- und Cracker-Margen gingen die Experten der LBBW für das adjustierte operative Ergebnis von einer Verschlechterung um 9 % auf 8,8 Mrd. Euro aus. Beim adjustierten Nettoergebnis sähen sie einen Rückgang um 6 % auf 5,1 Mrd. Euro.
Die in Italien anstehende Gasmarktliberalisierung dürfte erst zu einem späteren Zeitpunkt ihre negativen Auswirkung zeigen. Ob der zukünftig verstärkt angestrebte Einstieg in das Stromgeschäft für einen Ausgleich sorgen könne, bleibe jedoch bei den derzeit schwachen Strompreisen fraglich. Als weiteres Highlight habe der Konzern bekannt gegeben, dass der Verwaltungsrat der Umstrukturierung der Tochtergesellschaft Snam SpA zugestimmt habe. Dazu zähle die Zusammenführung der Erdgastransport- und Verteilungsaktivitäten in einem eigenständigen Unternehmen, das bis Mitte nächsten Jahres an der Börse gelistet werden solle. Begünstigt durch den gestärkten Upstream-Bereich sowie dem geplanten Börsengang seien die Perspektiven von ENI positiv zu sehen. Angesichts des erwarteten Ölpreis- und Gewinnrückgangs in 2001 und der anstehenden Gasmarktliberalisierung in Italien behielten die Analysten der LBBW, trotz der Unterstützung durch das laufende Aktienrückkaufprogramm, ihre Einstufung als Marketperformer bei.
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