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Analysen - DAX 100
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15.11.2000
IWKA neutral gewichten
Helaba Trust
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Der relativ breit diversifizierte Maschinenbauer IWKA (WKN 620440) besitze innerhalb der Anlagentechnik (Umsatzanteil 9M 2000: 44%) mit der Robotertechnik ein Wachstumsfeld, das nicht mehr allein auf die Automobilindustrie ausgerichtet bleibe, so die Analysten von Helaba Trust.
Zweitgrößter Bereich sei die Produktionstechnik (19%), vor allem Fertigungsmaschinen für Antriebsstrang und Fahrgestell von Automobilen. Abnehmende Bedeutung habe die Prozesstechnik (17%) mit Mess-, Regel- und Sicherheitsarmaturen vornehmlich für die Energiewirtschaft, die nicht mehr zum Kerngeschäft zähle. Akquisitionsbedingt am stärksten zugenommen habe die Verpackungstechnik (19%), wo sich IWKA auf die lukrativen Kundensegmente Nahrungsmittel, Kosmetik und Pharma fokussiert habe.
In den ersten neuen Monaten 2000 sei der Umsatz um 40% gegenüber dem Vorjahr auf 1,54 Mrd. EUR nach oben gesprungen. Das Wachstum sei zur Hälfte von Erstkonsolidierungen getragen, der Rest größtenteils von erhöhten Abrechnungen verursacht worden. Dennoch sei das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 14,5 auf 2,4 Mio. EUR zurück gefallen. Neben deutlich gestiegenen Zinsaufwendungen sei dies auf Intergrationskosten und erhöhten Restrukturierungsbedarf (vor allem bei Key Welder, USA, Benhil Gasti und Ex-Cell-O, Deutschland) zurückzuführen gewesen. Offenbar sei das finanzielle Korsett inzwischen so eng geworden, dass die laufende Kapitalerhöhung (6:1:11 EUR, 14.-28.11.2000) trotz des niedrigen Kursniveaus durchgezogen werde.
Werde die Absicht, große Teile der Prozesstechnik zu veräußern, zügig realisiert, sollte dies für eine etwas höhere Bewertung sorgen. Die langfristigen Gewinnaussichten würden aber zunehmend von Engineeringleistungen, d.h. Systemangeboten, abhängen. Im Ausrüstungsgeschäft für die Automobilindustrie sei die Konkurrenz besonders stark. Hierbei dürften die Voraussetzungen von IWKA, die vom Nukleus Schweißanlagen gestartet seien, nicht besser sein als beispielsweise diejenigen von Dürr (Kernkompetenz: Lackieranlagen). Eine EBIT-Zielmarge von 5% bleibe wohl in weiter Ferne. Trotz eines Kurs/Eigenkapital-Verhältnisses von unter eins und einer Dividendenrendite von über 5% rieten die Experten von Helaba Trust daher weiterhin zur neutralen Gewichtung.
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