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Analysen - DAX 100
15.11.2000
Rhön-Klinikum Kursziel 72 Euro
Berenberg Bank

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Die Analysten der Berenberg Bank empfehlen die Aktie von Rhön Klinikum (WKN 704230) zum Kauf.

Die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal 2000 sei besser ausgefallen als erwartet. Trotz faktischer Erlösbegrenzung von 2 Prozent für den Krankenhaussektor sei ein Umsatzwachstum von 3 Prozent und einen Anstieg im Ergebnis nach Steuern von 5 Prozent erzielt worden. Die Steuerreform reduziere ab dem Jahr 2001die Steuerlast von durchschnittlich 39 auf 27 Prozent. Nach der Übernahme von einem Krankenhaus in diesem Jahr erwarten wir eine deutlich höhere Akquisitionstätigkeit im kommenden Geschäftsjahr.

Das Unternehmen verfüge über eine gute strategische Ausgangsposition im anstehenden Privatisierungsprozess der deutschen Krankenhäuser. Die Übernahmen von Krankenhäusern der Regelversorgung im vergangenen Geschäftsjahr, die im allgemeinen einen höheren Materialaufwand aufgewiesen hätten als die bereits bestehenden Kliniken, führten zu einem überproportionalen Anstieg des Materialaufwands. Die Personalkosten seien in diesem Jahr erstmals unterproportional zur Umsatzentwicklung verlaufen. Die Investitionen und Rationalisierungsmaßnahmen bei den im Jahr 1999 übernommenen Kliniken dürfte zu einer weiteren Verbesserung der Personalaufwandsquote führen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen hätten sich aufgrund geringerer Instandhaltungsaufwendungen deutlich unterproportional entwickelt.

Die EBITDA-Rendite sei im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,2 auf 25,5 Prozent angewachsen, während sich die EBIT-Rendite wegen geringerer Abschreibungen um 3,1 auf 17,2 Prozent erhöhen konnte. Für das Gesamtjahr revidieren die Experten ihre Umsatzschätzung von 660 Mio. auf 665 Mio. Euro und die Gewinnprognose je Aktei von 2.10 auf 2,19 Euro nach oben.

Zum 01.09.2000 sei das Krankenhaus Dippoldiswalde, eine Klinik der Grund- und Regelversorgung mit 154 Betten im Weißeritzkreis bei Dresden, übernommen worden. Der Umsatz belaufe sich auf 11,8 Mio. Euro, bei kleinem Gewinn. Nach Einschätzung der Analysten dürfte das Unternehmen den 1,6-fachen Umsatz bezahlt haben, wobei eventuelle staatliche Zuschüsse nicht berücksichtigt seien. Obwohl Dippoldiswalde unter der veranschlagten Marke von 200 Betten liege, handele es sich um eine strategische Übernahme, da die Rhön-Gruppe im Landkreis bereits ein weiteres Krankenhaus besitze.

Auf der DVFA-Analystenkonferenz am 13.11.2000 habe man einen Ausblick für das kommende Geschäftsjahr abgegeben. Der Umsatz dürfte sich ohne Berücksichtigung weiterer Akquisitionen um 3,8 Prozent auf 690 Mio. Euro erhöhen, wobei das organische Wachstum aufgrund der Erlösbegrenzung etwa 2 Prozent betrage und der Rest aus der oben genannten Akquisition stamme. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sollte voraussichtlich um 6 Prozent auf 105 Mio. ansteigen. Dies spiegele das weitere Kostensenkungspotential in den übernommenen Kliniken wider.

Nach Angaben des Klink-Managements steige das politische Verständnis für die Privatisierung der deutschen Krankenhäuser. Außerdem kopiere die private Konkurrenz in zunehmenden Maße das firmeneigenen Konzept des patientenorientierten Flussprinzips. Rhön-Klinikum sei die Benchmark im deutschen Krankenhauswesen.

Angesichts der niedrigeren Steuerquote und der besseren operativen Entwicklung in den akquirierten Krankenhäusern des vergangenen Jahres seien die Gewinnschätzungen für die Jahre 2000 bis 2003 von 2,10 auf 2,19 Euro; von 2,29 auf 2,78 Euro; von 2,53 auf 2,84 Euro und von 2,59 auf 3,00 Euro nach oben revidiert worden.

Aufgrund der guten strategischen Ausgangsposition im anstehenden Privatisierungsprozess der deutschen Krankenhäuser könne dem Anleger nach wie vor ein Engagement in den MDAX-Titel nahegelegt werden. Das Kursziel erhöhen die Experten um 20 Prozent von 60 auf 72 Euro.



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