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Analysen - Neuemissionen
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10.11.2000
Gericom nicht zeichnen
Aktienservice Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten von Aktienservice Research empfehlen derzeit die Aktien von Gericom (WKN 565773) nicht zu zeichnen.
Die geschäftlichen Aktivitäten der Gesellschaft würden Komponenten wie Design, Entwicklung, Produktion und Spezifikation von Produkten im Bereich mobile Computing umfassen. Darüber hinaus umfasse das Produktspektrum des Unternehmens neben LCD-Bildschirmen, Desktop- und GPS-Computer sowie Personal Digital Assistants (PDA). Basisprodukte seien Notebooks mit vielfältig konfigurierbarer Ausstattung.
Zunehmend etabliere sich das Unternehmen auch als Marketingdienstleister, wobei man es großen Handelsketten wie Aldi oder Lidl mit einem kompletten Marketingservice ermögliche, Notebooks und technologieintensive Telekommunikationsprodukte ohne Opportunitätskosten zu vertreiben. Insofern trete man neben den Notebook-Herstellern auch in Konkurrenz zu am Neuen Markt notierten Marketingdienstleistern wie Medion, IPC-Archtech und 4MBO.
Die Erschließung des B2B-Geschäftsfeldes über diverse B2B-Handelsplattformen in Kooperation mit prominenten Partnern verschaffe dem Unternehmen mit zunehmender Produktbandbreite weiteres Absatzpotenzial. Mit einem Marktanteil von über 9% bei Notebooks in Deutschland liege man nahezu gleichauf mit IBM, deren zweite Marktposition nach dem unumstrittenen Marktführer Toshiba bald übernommen werden dürfte.
Bei Gericom würden sich jedoch erhebliche Risiken offenbaren. Zum einen sei der Vermarktungserfolg von wenigen Großkunden und Partnern abhängig, zum anderen müssten die Einkäufe der Basiskomponenten in Dollar getätigt werden, wobei man den negativen Wechselkurseffekten in Anbetracht der anhaltend schwachen Euro-Währung ausgeliefert sei. Dies bedinge schwache Margen, bei denen für weniger kapitalkräftige Unternehmen keinerlei Investitionsspielraum mehr bestehe.
Die Bewertung auf Obergrenze Bookbuildingspanne mit einem 2001e-KGV von über 20 sei angesichts des hohen Produktionsanteils nicht preiswert. Zudem müsse hierbei eine Gewinnsteigerung von knapp 80% von 2000 zu 2001 erzielt werden. In Anbetracht des negativen Euro-Szenarios sehe Aktienservice Research daher auch die Planungssicherheit des Unternehmens mit einem hohen Maß an Skepsis.
Aktienservice Research rate daher von einer Zeichnung ab. Angesichts des mittelfristig fragwürdigen Chance-/Risiko-Profils siedele Aktienservice Research den fairen Wert der Aktie derzeit bei allerhöchstens 15 Euro an, was gegenüber der tatsächlichen Bookbuildingspanne einem erheblichen Abschlag entspreche. Würde der Börsengang nicht von der Euroschwäche begleitet werden, würden Aktienservice Research die gegenwärtige Bookbuildingspanne des ansonsten soliden und vielversprechend positionierten Titels für angemessen halten.
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