|
Analysen - DAX 100
|
08.11.2000
Jungheinrich verkaufen
Conrad Hinrich Donner Bank
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Nach Einschätzung der Conrad Hinrich Donner Bank solle man die Aktien von Jungheinrich (WKN 621993) verkaufen.
Die veröffentlichten Zahlen hätten überwiegend den Erwartungen entsprochen und würden kurzfristig keine Impulse für einen überdurchschnittlichen Aktienkursverlauf geben. Die Aktie sei über 12 Monate gesehen ein krasser „Underperformer“ zum MDAX gewesen und würde seit ca. drei Monaten stabil um die Marke von € 9,00 notieren. Jungheinrich habe es bis dato nicht geschafft, die Investoren und Analysten zu überzeugen, dass die Geschäftsentwicklung nachhaltig positiv sei.
Der Meldung nach drei Geschäftsquartalen sei zu entnehmen, dass der Umsatz mit plus 13 % (€ 1.087 Mrd.) nur unterproportional zur Branche (+17%) gestiegen sei. Hinsichtlich des Vorsteuerergebnisses sei allerdings anzumerken, dass das Wachstum mit +18% überproportional zum Umsatz angestiegen sei und den positiven Trend zum Halbjahr (mit +9%) bestätigen würde. Sondereffekte, wie die Restrukturierungen in den Werken von Boss (UK) und MIC S.A. die im Vorjahr nach HGB bilanziert worden seien und nunmehr auch nach US-GAAP negativ belasten würden, sollten in den Folgejahren nicht auftreten. Der Auftragsbestand (+24% / € 267 Mio.) sowie die Auftragseingänge (+14% / € 749 Mio.) würden positive Signale geben.
Fundamental sei die Aktie insofern unter langfristigen Aspekten unterbewertet. Mit einem prognostizierten KGV (IBES-Consensus) von 5,9 für 2002(e) und 5 für 2003(e) würde Jungheinrich zu den attraktivsten Titeln des MDAX zählen. Faktisch habe die Aktie jedoch wenig „Liebhaber“ im Markt finden können. Das neue Management sei bemüht, eine Trendwende zu etablieren, ggf. würde auch ein positives Sentiment zu Gunsten der „Old Economy“ führen.
Für Investoren mit langfristigem Anlagehorizont und dem Wunsch „old economy“ ins Portfolio aufnehmen zu wollen würde sich diese Aktie anbieten. Es würden aber weiterhin die Gefahr bestehen, dass Restrukturierungen in UK und in Frankreich weitere finanzielle Belastungen liefern könnten. Auch dem MDAX entnommen zu werden, könne mittelfristig nicht ausgeschlossen werden. Eine Veränderung, bezüglich der Ignoranz seitens der Familien Lange und Wolf (100% Stammaktionäre) sich anderen Aktionären zu öffnen und Stammaktien „freizugeben“, sei auf absehbare Zeit nicht zu erwarten.
Jungheinrich würde einen Conference Call abhalten und dabei strategische Ziele und Ertragspotentiale erläutern. Die Problemfelder UK und Frankreich würden zu diskutieren sein. Auch der Umzug der Hauptverwaltung von Hamburg nach Norderstedt sei in Kosten- und Ertragspotentialen zu besprechen.
Charttechnisch seien die Widerstände bei € 9,70 und € 10,40 sowie die Unterstützung bei der Marke von € 8,75 von Bedeutung. Charttechnische Bewertungen würden ein neutrales Bild ergeben, ein kf. Abwärtstrend würde nach oben getestet werden.
|