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Analysen - Ausland
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04.02.2005
Berkshire Hathaway liefert Kaufsignal
boerse.de-Aktienbrief
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www.optionsscheinecheck.de
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Den Experten von "boerse.de-Aktienbrief" zufolge liefert die Aktie von Berkshire Hathaway (ISIN US0846701086/ WKN 854075) ein Kaufsignal.
Die legendäre Holding sei 1955 durch den Zusammenschluss der Baumwollspinnerei Berkshire Fine Spinning Associates mit dem Konkurrenten Hathaway Manufacturing entstanden und habe sich zunächst mehr schlecht als recht auf das Textilgeschäft konzentriert. Die eigentliche Erfolgsstory von Berkshire Hathaway habe erst 1962 begonnen, als Warren Buffett erstmals in das angeschlagene Unternehmen investiert habe, da die Aktie nach seinen Berechnungen deutlich unterbewertet gewesen sei.
Im Laufe der folgenden Jahre habe Buffett seine Beteiligung sukzessive erhöht, um 1965 auch den Posten des Vorstandsvorsitzenden zu übernehmen. Berkshire habe das verlustbringende Textilgeschäft zwar noch bis 1985 weiter geführt, doch unter der Regie Buffetts habe sich das Unternehmen ab 1967 vor allem auf die Investition in Unternehmen konzentriert, die nach Meinung des mittlerweile 74-jährigen Value-Investors deutlich unterbewertet gewesen seien.
Die Holding umfasse heute zahlreiche Firmen aus den unterschiedlichsten Branchen. Neben dem Schwerpunkt Erst- (z.B. Geico, National Indemnity) und Rückversicherungen (General Re) seien die Berkshire-Töchter unter anderem auch in den Bereichen Möbel (Nebraska Furniture Mart, Star Furniture), Schmuck (Borsheim's, Ben Bridge), Ernährung (Dairy Queen, See's Candies) und im Energiebereich (MidAmerican Energy) tätig. Dabei konzentriere sich Buffett bei seinen Übernahmen und Beteiligungen (z.B. Coca-Cola, Gillette, Wells Fargo) ausschließlich auf Unternehmen, deren Geschäfte er verstehe, weshalb er Aktien aus dem Technologiebereich wie bspw. Microsoft strikt meide.
Im Gegensatz dazu vertraue Buffetts Freund und Microsoft-Gründer Bill Gates den langfristigen Anlage-Erfolgen des Investmentgenies und habe seit 1994 3.580 Berkshire A-Aktien erworben. Am 14. Dezember habe Gates sogar den Verwaltungsratssitz von Buffetts verstorbener Ehefrau übernommen.
Die starke Konzentration auf das Versicherungsgeschäft wirke sich momentan allerdings belastend aus. Denn einerseits überprüfe die SEC gerade wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten das Rückversicherungsgeschäft und andererseits habe der Konzern aufgrund der hohen Hurrikan-Schäden in den ersten neun Monaten 2004 trotz einer Umsatzsteigerung von 24% auf 54,5 Mrd. einen Gewinnrückgang um 31% auf 3,97 Mrd. Dollar vermeiden müssen. Dennoch sei Berkshire aber noch immer bestens für weitere Übernahmen gewappnet, denn aktuell sitze der Konzern auf einer prall gefüllten Firmenkasse von rund 38 Mrd. Dollar.
Berkshire sei ein Musterbeispiel dafür, wie erfolgreiche Unternehmen ihren Aktienkurs auf lange Sicht bei geringen Rückschlägen beständig steigern könnten. Denn da bisher noch kein einziger Aktiensplit durchgeführt worden sei, habe sich eine A-Aktie seit Buffetts erstem Kauf von 7 auf aktuell 90.000 Dollar verteuert. Im Mittel der letzten 10 Jahre habe sich der Berkshire-Kurs bei einer deutlich unterdurchschnittlichen Verlust-Ratio von 1,51 um 13% jährlich verbessert. Die Experten hätten Berkshire in Form der günstigeren B-Aktie bisher fünfmal empfohlen und würden im Schnitt mehr als 19% im Gewinn liegen.
Da die Aktie von Berkshire Hathaway gerade ein neues Kaufsignal generierte, schließen sich die Experten von "boerse.de-Aktienbrief" Warren Buffett und Bill Gates an und nehmen den Champion, der schon bald die 100.000 Dollar-Marke überwinden dürfte, erneut in ihr Basis-Depot auf. Denn bis 2010 errechne sich ein Potential von 88%.
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