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Analysen - Ausland
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31.10.2000
Sepracor Vorsicht geboten
Suntrade
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www.optionsscheinecheck.de
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Sepracor (WKN 882759) ist Nischenanbieter in der Pharmaindustrie und die Geschäftsidee des Unternehmens besteht in der Verbesserung der umsatzstärksten Medikamente anderer Pharmaunternehmen, um diese dann nach Ablauf des Patentschutzes am Markt zu etablieren, berichten die Analysten von Suntrade.
Von Generika-Herstellern hebe sich Sepracor durch seine ICE-Technologie ab, die eine Optimierung der Wirksamkeit vorhandener Wirkstoffkombinationen und gleichzeitig eine Verringerung unerwünschter Nebenwirkungen ermögliche. Im Mai 1999 sei mit Xopenex bereits ein Medikament auf den Markt gebracht worden. Die Produktpipeline umfasse noch einige Präparate, die als Ersatz für so umsatzstarke Medikamente wie Claritin von Schering oder Prozac von Eli Lilly in Betracht kommen würden, beide würden mit einer Milliarde USD Jahresumsatz zur Kategorie der Blockbuster gehören. Vor dem Hintergrund, dass in den nächsten Jahren für eine Großzahl an Medikamenten der Patentschutz ablaufe, sei Sepracor als sehr aussichtsreich zu erachten. Sepracors Pipeline habe einen geschätzten Marktwert von 15-20 Mrd. USD und das bei einer Bewertung von 6-8 Mrd. USD.
Die Geschäftsidee von Sepracor sei zwar pfiffig, habe aber doch einige Nachteile. Dadurch dass sie im Prinzip nur verbesserte Versionen von bereits bekannten Medikamenten herstellen würden, müssten sie beim Markteintritt gegen einen bereits etablierten Marktführer antreten. Damit hätten sie die gleichen Probleme wie die meisten anderen Generikahersteller. Besonders werde dies zu Tage treten, wo die Entwicklung nicht in Kooperation mit dem Hersteller der "Mutterdroge" erfolge. Da ergebe sich auch das Problem von möglichen Lizenzschwierigkeiten und unangenehmen Gerichtsverfahren, die sich ganz schnell negativ auf den Kurs auswirken könnten.
Außerdem sei so eine Enantiomerentrennung oder eine stereoselektive Reaktion wie sie Sepracor betreibe, meist sehr aufwendig und teuer, demnach würden die Analysten davon ausgehen, dass ihre Medikamente nicht billiger auf den Markt kommen würden. Sollte der etablierte Wirkstoff noch verkauft werden, dann werde ihm wahrscheinlich der Vorzug gegeben, so lange die Nebenwirkungen vertretbar seien. Weiterhin habe es sich Sepracor mit der Angabe des Marktpotentials recht einfach gemacht, in dem die Erlöse der "Mutterwirkstoffe" einfach addiert worden seien. Dies würde aber auch bedeuten, dass Sepracors Medikament recht schnell einen 100%igen Marktanteil erreichen würde. Dies werde für sehr unwahrscheinlich erachtet.
Das Konzept von Sepracor sei zwar sehr gut und bei den zurückgekommenen Kursen könne man über einen Kauf nachdenken, doch aus den genannten Gründen stehe man hochfliegenden Kurszielen etwas vorsichtiger gegenüber. Als langfristige Anlage sei Sepracor auch wegen der soliden Zahlen und den vielen Kooperationen eine Überlegung wert. Sepracor habe eine momentane Marktkapitalisierung von 5,13 Mrd. USD, es seien mittlerweile sage und schreibe 26,3% der ausstehenden Aktien im Besitz von Shortsellern, was nicht unbeachtet bleiben sollte.
Der Wert sei auf momentanen Niveau absolut überverkauft und befinde sich nach wie vor auf einem steilen Abwärtstrend entlang des unteren 20er BollingerBandes. Die Marke von 70 USD sollte Bestand haben, da sonst eine weitere Korrektur bis in den Bereich von 60 USD drohe. Selbst spekulative Anleger sollten hier mit einer Positionierung vorsichtig sein.
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