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Analysen - Ausland
23.10.2000
Holderbank neutral
Helaba Trust

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Der mit einer Produktionskapazität von 103 Mio. t p.a. größte private Zementhersteller der Welt Holderbank (WKN 869897) ist bereits seit Jahrzehnten in den Emerging Markets positioniert (Umsatz-/EBIT-Anteil H1 2000: 34/54%), berichten die Analysten des Helaba Trusts.

Angesichts der engen Korrelation zwischen Zementverbrauch und Bevölkerungsentwicklung habe diese Präsenz für überdurchschnittliches langfristiges Ertragswachstum gesorgt. Auf der Segmentebene dominiere Zement/Klinker (61/91%) die ertragsschwachen Bereiche Zuschlagsstoffe/Beton (22/8%) und Übrige Produkte/Dienstleistungen (17/1%). Erfolgsfaktor Nummer eins scheine der dezentrale Führungsstil zu sein, der den Partnern vor Ort innerhalb finanzieller und strategischer Vorgaben alle Entscheidungsfreiheiten lasse.

Im ersten Halbjahr 2000 sei der Umsatz um 17% gg. VJ auf 6,6 Mrd. CHF (organisch, währungsber.: +5,6%) gestiegen. Unterproportionale Anstiege in allen operativen Aufwandsarten hätten das EBIT sogar um 25% auf 933 Mio. CHF nach oben schrauben können. Haupttriebfeder sei der Rationalisierungserfolg in Lateinamerika gewesen, wo auch Preisanhebungen möglich gewesen seien. Darüber hinaus hätten die Schweizer von der Untergewichtung des schwachen deutschen Marktes innerhalb Europas profitiert. Rasch wachsende Finanzierungskosten und ein höherer Ansatz bei der Steuerquote hätten die Dynamik beim Jahresüberschuß (+12% auf 436 Mio. CHF) aber geringer ausfallen lassen, als bei den Hauptwettbewerbern.

Im Branchenvergleich weise Holderbank einen der überdurchschnittlichen Profitabilität entsprechenden Bewertungsaufschlag von 10-20% auf. Dieser erscheine auch vor dem Hintergrund des guten Ölpreishedges (hohe Geschäftsanteile in Ölförderländern, v.a. Mexiko) gerechtfertigt. Die zuletzt starken Impulse von der Währungsseite würden jedoch 2001 nachlassen. Außerdem birge das umfangreiche Kapazitätserweiterungsprogramm in den USA neben der Chance, teuren Importzement durch Vorortproduktion zu ersetzen, das Risiko einer Unterauslastung, falls die Nachfrage dort weiter abnehme.

Per Saldo erscheine selbst nach dem jüngsten Kursverfall zunächst eine neutrale Gewichtung des Titels angemessen.



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