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Analysen - Ausland
19.10.2000
Ariba übergewichten
Performaxx

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Am gestrigen Abend nach Börsenschluß der Nasdaq meldete Ariba (WKN 923835) die Zahlen für das 3. Quartal des Kalenderjahres 2000, berichten die Analysten von Performaxx.

Da Ariba ein verschobenes Geschäftsjahr bilanziere, handele es sich aber eigentlich um die Zahlen des 4. Quartals. Wie auch immer, weit wichtiger sei natürlich das Ergebnis selbst, und dieses könne man nur als großartig bezeichnen! Der Umsatz habe 134,9 Mio. USD erreicht, eine Steigerung gegenüber dem Vorquartal von 67% und gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 687%. Nach dem letzten Traumquartal mit 100% sequentiellem Wachstum, habe Ariba bewiesen, daß, auch von dieser mittlerweile hohen Basis aus, die Entwicklung mit einer ganz erstaunlichen Dynamik weitergehe.

Sehr überrascht habe die Analysten von Performaxx auch die Tatsache, daß das Unternehmen, vor akquisitionsbedingten und anderen nicht cashwirksamen Aufwendungen, den Break-even erreicht habe. Damit sei Ariba genau vier Quartale eher profitabel geworden, als bisher von der Mehrzahl der Analysten erwartet. Gründe dafür seien zum einen in dem sehr hohen Lizenzanteil im Umsatz zu sehen, der sich in diesem Quartal auf 103 Mio. USD belaufen habe, nach lediglich 53,6 Mio. USD im Vorquartal. Die im Lizenzgeschäft sehr hohen Bruttomargen würden so für die nach wie vor phantastische Rohertragsmarge von 82,4% sorgen.

Zum anderen würde bei Ariba nun die Aufwendungen für den Vertrieb mit einem Plus von nur noch 30% deutlich langsamer als der Umsatz steigen. Nachdem Ariba in diesem Bereich erhebliche Vorleistungen erbracht habe, beginne man nunmehr die Früchte zu ernten. Die wachsende Effizienz des Vertriebs lasse sich durch eine Kennziffer darstellen. Während man im ersten Quartal des Kalenderjahres 2000 noch 1,33 USD in die Salesforce investieren mußte, um für 1 USD Softwarelizenzen verkaufen zu können, seien es im 2. Quartal nur 1,22 USD und nunmehr lediglich 0,83 USD gewesen.

Auch der Blick auf die Bilanz überzeuge die Experten von Performaxx. Neben einem erstaunlich niedrigen Forderungsbestand in Höhe von 61,9 Mio. USD (entspricht einem DSO von lediglich 41,5!), würden die enormen Deferred Revenues von 199 Mio. USD auffallen. Ariba generiere bereits heute einen hohen positiven Cash-flow. Die Bilanz scheine dafür zu sprechen, daß das Wachstum in der Zukunft sehr hoch bleibe.

Ein Vermutstopfen aber bleibe. Die Serviceumsätze seien mit einem sequentiellem Wachstum von nur 16% nicht als stark einzuschätzen. Zwar könnte man bei fast jedem anderen Softwarehersteller diesen Umstand vernachlässigen, da es sich um ein margenschwaches Geschäft handele, insbesondere bei einem so dynamischem Wachstum der Lizenzerlöse wie in diesem Fall. Jedoch würden die Analysten davon ausgehen, daß auch die Transaktionsgebühren, die durch den Betrieb von B2B-Marktplätzen anfallen würden, bei Ariba unter der Rubrik Services verbucht würden. In diesem Bereich habe das Unternehmen offensichtlich noch wenig erreicht. Allerdings müsse zugestanden werden, daß das Geschäftsmodell von Ariba auch nicht vorrangig auf Transaktionsgebühren und Marktplätze ausgerichtet sei. Das Unternehmen sei nach Einschätzung de Experten noch dabei, die technologische Basis zu schaffen, um in der Zukunft auch hier eine größere Rolle zu spielen.

Ariba habe Zahlen vorgelegt, die die Analysten von Performaxx einmal mehr von dem Unternehmen vollkommen überzeugt haben. Dabei gebet es gegenwärtig keine Anzeichen dafür, daß die Nachfrage nach B2B-Software in absehbarer Zukunft nachlassen könnte. Wenn man bedenkt, daß Ariba gegenwärtig über weltweit lediglich 500 Kunden verfüge, werde klar, daß dieser Markt noch immer am Anfang seiner Entwicklung stehe.

Andererseits sei die Bewertung des Unternehmens auch sehr hoch. Darin würden sich möglicherweise Erwartungen wiederspiegeln, die letztlich zu euphorisch seien. Es dürfe wohl realistischerweise nicht angenommen werden, daß ein Unternehmen, das in diesem Kalenderjahr nach Erwartungen der Analysten von Performaxx ca. 455 Mio. USD umsetzen werde, auch im nächsten Jahr wieder mit 600% wachsen könne. Das im nachbörslichen Handel am gestrigen Abend der Kurs von Ariba nach Vorlage der Zahlen unter Druck geraten sei, hänge vielleicht damit zusammen, daß einige Anleger darüber betroffen seien, daß auch eine Ariba nicht zu zaubern vermöge.

Daher empfehlen die Analysten von Performaxx die Aktie weiterhin überzugewichten. Der Investor sollte dabei jedoch einen Zeithorizont von zumindest 24 Monaten haben. Die höchste Einschätzung, kaufen, bleibe dabei Ariba nur deshalb verwehrt, weil die Bewertung des Unternehmens schon heute sehr viel Zukunft eingepreist habe.



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