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Analysen - Neuer Markt
16.10.2000
Brain Force Interview
austrostocks.com

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Helmut Fleischmann (Brain Force) im Boardtalk: "Halte unsere Aktie für unterbewertet"

Auf die Frage, warum sich ein Anleger gerade Brain Force Aktien (WKN 919331) ins Depot legen sollte, meinte Fleischmann: "Ich halte unsere Aktie, wie auch viele Analysten, für unterbewertet. Ein fairer Kurs liegt aus meiner Sicht bei 30 Euro. Das verhindert aber derzeit das schlechte Klima am Neuen Markt. Immerhin notierte der Index Nemax all share zuletzt am Jahrestief".

Doch er ist zuversichtlich: "Generell sehen viele ein Comeback der konservativen Technologiewerten. Die Start-ups konnten, wie viele Skandale und auch die sogenannte Todesliste zeigt nicht überzeugen. Mittelfristig werden die Anleger noch stärker auf die Unternehmen fokusieren, die Gewinne schreiben und dennoch innovatic sind". Fleischmann ist überzeugt: "Zu diesen Unternehmen gehört Brain Force Software. Wir haben über 15 Jahre Erfahrung im IT Markt und hervorragende Kundenbindungen. Und wir machen ansehnliche Gewinne".

Doch die schwache Perfomance in der Vergangenheit gab einigen Fragestellern Anlass zur Sorge. Fleischmann beschwichtigt: "Im Vergleich zu der Entwicklung des Nemax-all-share, der gegenüber dem Kurs von 4.676,86 am 3.1.2000 mit einem Kurs von 4.199,61 am 13.10.2000 mehr als 10 Prozent verlor, konnten wir 11 Prozent zulegen. Im April und Mai diesen Jahres lagen wir fast ständig über dem Emissionspreis von 26 Euro". Derzeit leide Brain Force, wie fast alle Unternehmen, unter dem schlechten Klima am Neuen Markt. Er hofft aber, dass ständig steigende Gewinne und die Geschäftspolitik mit der Wandlung zum Technologieunternehmen mittelfristig honoriert werden wird.

Wählt man jedoch als Bezugspunkt den ersten Handelstag 10.6.99 dann ergibt sich ein Minus von ca. 40 Prozent, während der Nemax All Share im gleichen Zeitraum um 30 Prozent gestiegen ist, gibt ein User zu bedenken.

Brain Force Software entwickle sich derzeit vom reinen Dienstleister zum Technologieunternehmen, so Fleischmann. "Wir haben im 1. Halbjahr 2 Produkte in dem Markt gebracht. Diese Ausrichtung wird unser Wachstum in Zukunft ganz entscheidend mitbeeinflussen". Einen Personalengpass sieht er nicht: "Richtig ist, daß es derzeit in Deutschland äußerst schwierig ist, qualifiziertes Personal zu bekommen. Tatsache ist aber, daß wir die Personalzahl gegenüber dem 1. HJ 1999 erhöht haben. Richtig ist freilich auch, daß wir im 2. Quartal 2000 in Deutschland den Personalstand durch die Aufgabe des Geschäftsbereichs "Call Center" geringfügig reduziert haben".

Brain Force Software hat 3 strategische Geschäftsbereiche: bf classic, 1gravity und one4net. Angesprochen auf die Ausgliederung und den Börsegang von 1gravity, meint Fleischmann: "Ich denke, daß man nicht von einer Auszehrung sprechen kann, wenn 1gravity im nächsten oder übernächsten Jahr an die Börse gehen sollte. Brain Force Software bleibt Hauptaktionär und profitiert dann von einem beschleunigten Wachstum. Brain Force Software muß gegenüber anderen Neuen Markt Unternehmen differenzierter betrachtet werden. Wir schreiben Gewinne - und das nicht nur in der Brain Force Software selbst; sondern alle unsere Tochterunternehmen sind in der Gewinnzone".

Der Börsengang ist 2001 oder 2002 geplant, abhängig von Wachstum, der Produkt- und Marktentwicklung. "Dann, wenn von einer sicheren Basis (guter Marktanteil in den Kernländern Deutschland, Schweiz, Italien, Niederlande und Österreich und nachhaltige Gewinne) aus, eine weitere Expansion, z.B. nach USA möglich ist, mach ein Börsengang zur Beschaffung von Kapital für Akquisitionen Sinn. Ein genauer Plan dazu liegt nicht vor".

Das weitere Wachstum wird Brain Force aus seinen Gewinnen bestreiten. "Wir sehen den Aktienkurs auch nicht als Hindernis für ein beschleunigtes Wachstum durch Übernahmen. Wir haben auch in der Vergangenheit Übernahmen zum Teil mit Aktien bezahlt und können uns auch für die Zukunft share-deals vorstellen. Ich denke, daß auch eine Plazierung von Aktien nicht ausgeschlossen ist, wenn klar ist, wofür die Brain Force Software das Geld braucht und wenn natürlich die Story nachvollziehbar ist und stimmt", so Fleischmann.

Die Gefahr einer feindlichen Übernahme bewertet er zur Zeit gleich Null. Eine Fusion sieht er aber generell nicht als Gefahr. "Aber soetwas ist derzeit nicht einmal angedacht", setzt er nach. Mit Beko will Fleischmann sein Unternehmen nicht verglichen sehen. "Wir werden von der Öffentlichkeit mit Beko verglichen, weil unser Geschäftsbereich bf classic in Österreich sehr oft mit der Beko im Wettbewerb steht. Wir sind etwa gleichzeitig mit Beko an dem Neuen Markt gegangen und zu dem Zeitpunkt beides österreichische Projektdienstleister gewesen. Damit ist der Vergleich zumeist vergangenheitsbezogen und damit auch richtig".

Doch da scheide sich der Weg: "Wir halten uns aber, was die Zukunft betrifft, in keiner Weise mehr mit der Beko vergleichbar. Wir haben mit 1gravity und mit one4net Geschäftsbereiche, die bei Beko komplett fehlen und unser Auslandsanteil (auch im bfd classi Bereich) ist deutlich besser und erfolgreicher. Leider dauert es, bis die Öffentlichkeit die Unterschiede nachhaltig zur Kenntnis nimmt. Ich denke, daß die unglückliche Entwicklung der Beko (Fusion mit Yline und damit nachhaltig in den roten Zahlen) den Vergleichen zu Brain Force Software ein Ende setzen wird".



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