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News - Ausland
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16.10.2000
Gateway gute Zahlen
Finance-Online
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www.optionsscheinecheck.de
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Was Tags zuvor schon die Quartalszahlen von AMD hätten vermuten lassen, hätten Gateway´s (WKN 888851) gestern Abend veröffentlichten Quartalsergebnisse nur bestätigt: dem PC-Sektor gehe es nicht so schlecht, wie vielerorts behauptet werde, so die Analysten von Finance-online.
So habe der weltweit hinter Dell zweitgrößte Direktversender von PCs seinen Gewinn von 35 Cents je Aktie im Quartal auf 46 Cents oder 152,6 Mio. Dollar steigern können, was genau den Analystenerwartungen entsprochen habe. Der Umsatz habe mit einem 16 Prozent Plus 2,53 Mrd. Dollar erreicht. Nach der Ende September von Intel lancierten Gewinnwarnung seien diese Zahlen Balsam für die Wunden der PC-Aktien Anleger gewesen. Die relativ guten Ergebnisse seien vor allem auf zweierlei Faktoren zurückzuführen gewesen. Erstens sei die Nachfrage auf dem privaten Sektor um 27% gestiegen, während sie bei Geschäftskunden um 2% gegenüber dem Vorjahresquartal angezogen sei.
Zweitens habe das Unternehmen mehr als 50% seiner Gewinne durch den Verkauf von Zubehör wie Drucker, Software, Internetzugänge und Servicepakete. Auf Nachfrage von Analysten glaube das Management, in Zukunft hauptsächlich durch diese Nebenprodukte Geld zu verdienen, die durch das Vehikel PCs und Notebooks an den Mann gebracht würden. Vor einem Jahr habe dieser Geschäftsbereich nur 20% zum Gateway-Gewinn beigetragen. Ein weiterer Faktor für die relativ guten Zahlen von Gateway, vor allem im Privatkundensektor, sei sicherlich auch die enge Zusammenarbeit mit dem Prozessorhersteller AMD, denn mittlerweile sei Gateway der wichtigste AMD-Prozessor-Abnehmer geworden, wenngleich das Unternehmen natürlich auch Intel-Produkte einbaue. Da die AMD Prozessoren zur Zeit die Intel-Konkurrenzprodukte in Sachen (Preis-) Leistung ausstächen und besser lieferbar seien, hätten Konkurrenten mit weniger attraktiven Angeboten wie beispielsweise Dell (setze ausschließlich auf Intel) oder HP (setze primär auf Intel), größere Probleme. Zudem seien letztere mehr im Geschäftskundenbereich tätig, was sie bei einer abflauenden Konjunktur verwundbarer mache.
Gateway selbst fahre eine ganz vernünftige Strategie: weg vom reinen PC-Geschäfts hin zum Verkauf von Dienstleistungen und auch Produkten wie Internet-Appliances. Diese Geräte seien günstiger als PCs und primär für den Internet- Zugang außerhalb des Büros gedacht. Ihr größter Vorteil gegenüber normalen Set-Top Boxen sei ihr eingebauter Monitor. Dadurch würden die Schwächen von Fernsehern bei der Darstellung von feineren Strukturen wie sie beispielsweise bei Texten im Internet aufträten, vermieden. Denn Fernseher seien nicht für statische Bilder wie bei Internetangeboten ausgelegt. Außerdem fehle es ihnen an der Auflösung und die meisten Neugeräte seien noch immer 50 Hz Flimmerkästen.
Die Internet-Appliances würden erstmals dieses Weihnachtsquartal angeboten. Auch der Verkauf in 385 Gateway- und in 294 US OfficeMax Läden weltweit, der ja eigentlich dem Direkt-Versand-Konzept widerspreche, scheine sehr gut zu laufen. Denn diese Läden fungierten zudem als Show-Cases, also als Kaufanreiz vor Ort in großen Städten, wodurch interessierte Käufer ihre Wunsch-PCs erst live erlebten und dann direkt bestellen könnten. Während Unternehmen wie HP und Dell versuchten, den Markt mit Servern nach oben hin abzudecken, gehe Gateway zur Zeit den erfolgreicheren Weg, breitere Kundenschichten anzusprechen.
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