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Analysen - DAX 100
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28.12.2004
Münchener Rück Outperformer
LRP
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www.optionsscheinecheck.de
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Jochen Schmitt, Analyst der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz, stuft die Aktie der Münchener Rück (ISIN DE0008430026/ WKN 843002) weiterhin mit "Outperformer" ein.
Am Sonntag sei Südostasien von einem der schlimmsten Seebeben der letzten Jahrzehnte heimgesucht worden. Vor allem die Bevölkerung in den Küstengebieten Thailands, Indiens, Indonesiens, Sri Lanka und Malaysia sowie der Malediven sei überaus hart getroffen worden. Die Zahl der Todesopfer dieses tragischen Ereignisses werde gegenwärtig auf mehr als 26.000 geschätzt. Es werde sogar befürchtet, das diese Zahl bis auf über 40.000 ansteigen könnte.
Trotz des schrecklichen Ausmaßes des Desasters dürften sich die finanziellen Schäden für die von den Analysten beobachteten Versicherungen in einer deutlich niedrigeren Größenordnung bewegen, als bei der Hurrikanserie des letzten Sommers. Die Versicherungsdichte sei in den betroffenen Ländern weitaus geringer als beispielsweise in den Industrienationen oder Florida, denn neben dem geringeren Wert der dort vorhandenen Güter sei auch die Verbreitung von Versicherungsschutz in diesen Ländern weniger stark ausgeprägt. Dies resultiere in einer geringeren Summe der versicherten Schäden, wodurch das Ausmaß der Katastrophe für die Bevölkerung noch schlimmer werde.
Zudem seien vor allem Küstengebiete getroffen, Ballungsgebiete oder das Landesinnere hingegen größtenteils verschont worden. Für die Versicherer dürften hauptsächlich die Schäden in den Touristenzentren (z.B. Malediven, Thailand) zu tragen sein. Neben den direkt versicherten Sachwerten hätten Hotelbesitzer Ansprüche aus Betriebsunterbrechungsversicherungen. Darüber hinaus könnte auch die Belastung aus Schiffsversicherungen beträchtlich sein.
Die Münchener Rück sei 2003 in der Schaden/Unfall-Rückversicherung in Asien auf ein Prämienvolumen von 1,7 Mrd. Euro gekommen. Gemessen an den insgesamt gebuchten Prämien im Rückversicherungssegment "Schaden/Unfall" (18 Mrd. Euro) betrage der Anteil 9%, eine in Relation zum Gesamtportfolio unterproportionale Größenordnung. Ein Teil der asiatischen Prämien sei darüber hinaus in den Märkten Japan, Taiwan und Australien erwirtschaftet worden. Das Exposure in den Krisengebieten sei demnach noch geringer. Wenngleich es zum jetzigen Zeitpunkt sehr spekulativ sei, eine Einschätzung für die von der Münchener Rück versicherten Schäden zu geben, so rechne man mit einem Volumen von ca. 150 bis 200 Mio. Euro vor Steuern.
Die Gewinnschätzungen der Analysten würden im vierten Quartal einen Konzern-Gewinn von 406 Mio. Euro vorsehen. Im Segment Schaden/Unfall-Rückversicherung rechne man bislang mit einer Combined Ratio von 96% in Q4. In diesen Schätzungen seien Schäden aus Naturkatastrophen bis zu 150 Mio. Euro vor Steuern berücksichtigt. Die Flutwelle würde mit der von den Analysten geschätzten Belastung von 150 bis 200 Mio. Euro ihre Annahmen demnach ausreizen. Allerdings sei die Treffergenauigkeit derartiger Aussagen eingeschränkt. Daher würden sie eine Revision ihrer Jahresüberschuss-Prognose erst dann für erforderlich halten, wenn das obere Ende der von ihnen genannten Spanne erreicht oder überschritten werde.
Das untere Ende der von der Münchener Rück vorgegebenen Zielspanne für den Jahresüberschuss 2004 (1,8 bis 2,0 Mrd. Euro) dürfte nicht gefährdet sein. Auch die bislang erwarteten 1,93 Mrd. Euro halte man weiterhin für realistisch. Solange keine detaillierten Informationen über das Schadensausmaß verfügbar seien, würden die Analysten ihre Gewinnschätzungen auch nach diesem tragischen Ereignis beibehalten.
Die Analysten der LRP bewerten die Aktie der Münchener Rück nach wie vor mit "Outperformer".
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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