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News - Neuer Markt
05.10.2000
AT&S Interview
austrostocks.com

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AT&S IR-Manager Pawloff im austrostocks Interview:

AT&S IR-Manager Pawloff kann den Absturz der AT&S Aktie (WKN 922230) von 47 auf 30 Euro fundamental nicht nachvollziehen.

Den Kursrutsch am Mittwoch führt er auf die Gewinnwarnung von Perlos, einem finnischen Handyzubehör-Hersteller zurück, dessen größter Kunde Nokia ist. AT&S werde quasi in einen Korb mit den Zulieferern geworfen, obwohl man kein Problem habe die Kapazitäten zu füllen, falle AT&S mit dem gesamten Sektor mit.

Die HDI-Microvia Produktion sei zu über 100% ausgebucht, das Unternehmen sei gerade dabei die Produktionspläne mit Nokia und Siemens zu verhandeln und befinde sich in dafür in einer günstigen Position, da die Nachfrage das Angebot noch immer übertrifft. Die Preisentwicklung, so Pawloff, sei zufriedenstellend, die höheren Kosten bei den Rohstoffen können zum Teil weitergegeben werden.

Von austrostocks.com auf eventuelle Verkäufe von Mitarbeitern angesprochen, meinte Pawloff, dass für die Mitarbeiter am 17. Juli ein Blockdeal durchgeführt wurde. Die Aktien der Mitarbeiter wurden über eine Investmentbank gehandelt und nicht über die Börse, hatten also keinen negativen Einfluss auf die Börse. Von Verkäufen angelsächsischer Fonds, dieses Gerücht kursiert seit einigen Wochen, ist ihm nichts bekannt. Er gibt aber zu, dass es schwierig sei, den „Sonderfall AT&S“ darzustellen, da die Aktie von Analysten gern in einen Topf mit den restlichen Handy-Zulieferern geschmissen wird.

In einem austrostocks Interview vor einigen Wochen schloss Pawloff eine Kapitalerhöhung im Zuge einer Akquistion nicht aus. Angesprochen auf die in solchen Fällen oft kursbelastenden Folgen einer Kapitalerhöhung meinte der IR-Manager: „Es gibt momentan keine Pläne für eine Kapitalerhöhung“. Er will jedoch nicht ausschließen, dass sie im Zuge einer über Aktien finanzierten Akquisition eines Tages notwendig wird. Die Diskussion um eine Kapitalerhöhung sei jedoch rein hypothetisch.

Die Kooperation mit Motorola sein „on track“, es laufe alles zufriedenstellend, so Pawloff. Von einer „offensiveren“ IR-Politik hält er nichts, AT&S arbeite an vielen Projekten, und sobald ein Durchbruch erzielt wurde, oder ein „letter of intent“ unterschrieben wurde, gibt es auch die Ad-hoc Meldung.

AT&S will ja seit geraumer Zeit in den nordamerikanischen Raum expandieren, Meldungen über einen Abschluss stehen aber noch aus. IR-Manager Pawloff bezeichnet das Merger&Acquisitions Geschäft im Allgemeinen als sehr schwierig, von 10 Verhandlungen würde oft nur eine zum Ziel führen. Vor allem bei der „Valuation“ des zu übernehmenden Unternehmens gibt es oft unüberbrückbare Meinungsunterschiede die zum Platzen der Verhandlungen führen.

Dies legt nahe, dass AT&S bei den bisherigen Verhandlungen in den USA knapp vor der Ziellinie auf eine „Tretmine gelaufen“ ist. Im letzten Conference-Call meinte Vorstand Sommerer auf die Akquisition in den USA angesprochen wörtlich: „There ist nothing down the road“. Laut Pawloff werden aber immer Gespräche geführt, eine Ad-hoc seitens AT&S werde es jedoch erst geben, wenn der Deal unter Dach und Fach ist.

Der IR-Manager erwartet, dass die 30 Euro Unterstützung bei AT&S halten wird, die heutige Kursentwicklung, die Aktie notiert im Moment über 32 Euro, spreche dafür. Pawloff betont noch einmal, dass der Kursrutsch auf die 30 Euro fundamental nicht gerechtfertigt ist.



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