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Analysen - Ausland
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16.12.2004
Credit Suisse kaufen
Aktienservice Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Dem langfristig ausgerichteten Anleger empfehlen derzeit die Analysten von "Aktienservice Research" die Aktien von Credit Suisse (ISIN CH0012138530/ WKN 876800) zum Kauf.
Credit Suisse wolle sich neu strukturieren. Dabei solle die Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) in den kommenden 18 bis 24 Monaten vollständig integriert werden. Ferner wolle das Unternehmen sich auf die drei Geschäftsbereiche Privatkunden, Unternehmens- und Investment-Banking sowie Vermögensverwaltung konzentrieren. Die Geschäftseinheiten Credit Suisse und Credit Suisse First Boston sollten als eigene Marken aufgegeben werden. Zum Umbau würden auch Entlassungen von bis zu 300 Mitarbeitern gehören, die in den kommenden sechs Wochen abgeschlossen sein sollten. Ferner dürften laut Credit Suisse kaum größere Einmalkosten für die Neuorganisation anfallen. An der Versicherung Winterthur wolle das Unternehmen vorerst festhalten. Die Versicherungstochter solle fit für die Börse gemacht werden.
Auf der kommenden Hauptversammlung wolle Credit Suisse eine Dividende von rund 1,50 CHF je Aktie für das Geschäftsjahr 2004 vorschlagen. Zugleich habe der Konzern Mindestgewinnziele der einzelnen Sparten für das Jahr 2007 bekannt gegeben. Insgesamt solle sich der Überschuss dann auf 8,2 Milliarden CHF summieren. CSFB solle sich auf Geschäfte mit hohen Margen konzentrieren und einen Reingewinn von 3 Milliarden CHF oder mehr erreichen. Angekündigt worden seien auch strukturelle Änderungen und Verbesserungen der Kostenbasis. Im Private Banking sowie Corporate und Retail Banking werde bis 2007 ein Nettogewinn von 4 Milliarden CHF oder mehr erwartet. Für die Tochter Winterthur sei eine Richtgröße von 1,2 Milliarden CHF angegeben worden.
Bei der Vorlage der Neun-Monats-Bilanz Anfang November habe sich Credit Suisse nicht ganz so euphorisch gezeigt. Seinerzeit sei der Ausblick eher verhalten gewesen. So habe der Vorstand für die nächsten Quartale kein erhebliches Wachstum in der Finanzdienstleistungs-Branche erwartet. Entsprechend sei er davon ausgegangen, dass sich das Gewinnwachstum hauptsächlich durch striktes Kostenmanagement und durch eine Erhöhung der Marktanteile erzielen lasse.
Die Zahlen für die ersten drei Quartale 2004 seien indes recht ordentlich gewesen. Zwar hätten im dritten Quartal die gedämpfte Stimmung an den Märkten, deutlich tiefere Kundenaktivität und die üblichen saisonalen Effekte belastet, die zweitgrößte Schweizer Bank habe dennoch gut abschneiden können. Der Überschuss habe mit 4,67 Milliarden CHF deutlich über dem Vorjahr gelegen. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum sei noch ein Verlust von 14 Millionen CHF angefallen. Die Zahlen seien aber nur bedingt miteinander vergleichbar. 2003 habe beispielsweise eine Goodwill-Wertberichtigung von mehr als 1,5 Milliarden CHF belastet.
Nichtsdestotrotz scheine die Bank wieder auf Kurs. Nach einer langen Phase der Restrukturierung, die mit zahlreichen Veränderungen im Vorstand, mehreren Strategiewechseln und hoher Ergebnisvolatilität einhergegangen sei, wolle der Konzern mit seiner neuen Strategie das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen. Die Konzentration auf Kernbereiche scheine dabei sinnvoll zu sein. Abzuwarten bleibe, ob sich das angestrebte Wachstum auch umsetzen lasse und nachhaltige Erträge zu erzielen seien. Jedoch sei Credit Suisse auf gutem Weg. Die Ergebnisse für die ersten neun Monate seien ordentlich. Sollte der Vorstand nun bei seiner eingeleiteten Strategie bleiben, könnte der Konzern weiter auf Vordermann gebracht werden.
Der Aktienkurs sei in den vergangenen Wochen bereits kräftig gestiegen, was für optimistisch gestimmte Aktionäre spreche. Es sei aber nach wie vor Kurspotenzial gegeben. Die fundamentale Bewertung sei noch immer günstig. Aus charttechnischer Sicht könnte es zudem bald ein Kaufsignal geben. Der Kurs nähere sich seinem Widerstand bei etwa 31,50 Euro. Ein Ausbruch darüber mache den Weg frei bis in den Bereich von 38 bis 40 Euro.
Vor diesem Hintergrund raten die Analysten von "Aktienservice Research" zu einem langfristigen Engagement in die Aktien von Credit Suisse. Der Stoppkurs sollte bei 29,40 Euro platziert werden.
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