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Analysen - Ausland
15.09.2000
ABB auf neutral zurückgestuft
Helaba Trust

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Der schwedisch-schweizerische Elektrokonzern ABB (WKN 919730) stecke, so die Analysten von Helaba Trust, mitten in einem Neustrukturierungsprozess. Seit 1999 seien die Kraftwerkssparte, das Nukleargeschäft und die 50%-Beteiligung Adtranz veräußert worden. Als Kernsparten hätten sich Stromübertragung und Stromverteilung, Automatisierungstechnik und Gebäudetechnik herausgeschält.

Im zweiten Quartal 2000 habe ABB vor allem dank abermaliger Buchgewinne (rund 200 Mio. USD durch Veräußerung der Kraftwerkssparte sowie der Nuklearaktivitäten) überraschenderweise die Ergebnisdynamik aus Q1 aufrecht erhalten können (+16% auf 970 Mio. USD). Darüber hinaus habe die grundlegende Verbesserung der Automatisierungstechnik (EBIT-Marge von 6,7% auf 8,6%) den Vorstand zu einer Anhebung des veranschlagten Synergiepotentials aus der 99er Akquisition Elsag Bailey, USA veranlasst. Der Konzernumsatz sei aber weiterhin hinter den Vorjahreswerten (bereinigt -2%) zurückgeblieben, so dass das Wachstumsziel im laufenden Jahr verfehlt werden dürfte. Bezüglich des Aufstiegs in den STOXX 50 habe ABB zuletzt Boden verloren.

Nachdem der direkte Aufstieg haarscharf verpasst worden sei, lasse auch die fremde Hilfe in Form fusionsbedingt frei werdender Plätze auf sich warten. Zudem sei mittlerweile die Charttechnik gekippt. Fundamental erscheine das Votum “faire Bewertung” weiterhin gerechtfertigt. So werde sich das Finanzergebnis in 2001 durch den kräftigen Liquiditätszufluss (1,7 Mrd. USD) trotz anhaltend hoher Investitionen in E-Business weiter in Richtung Nullinie bewegen. Die operativen Margen seien insbesondere in der Automatisierungstechnik gleichfalls auf dem Vormarsch. Eine stärkere Investitionszurückhaltung der amerikanischen Industrie (Umsatzanteil: 25%) könnte hier allerdings Wind aus den Segeln nehmen.

Die Analysten von Helaba Trust stufen den Titel auf neutral zurück.


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